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Ladendiebstahl, Ersttäterin, Folgen?

| 09.08.2011 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


11:23
Sehr geehrte Damen und Herren,

vor etwa zehn Tagen habe ich, 35, einen Ladendiebstahl begangen. Ich habe während eines Einkaufs in einer Drogerie recht wahllos zwei Cremetuben eingesteckt (ich schätze den Wert pro Tube auf etwa 10 Euro, also insgesamt ungefähr 20 Euro). Eines dieser Produkte hatte eine beschädigte Verpackung (das war mein Auswahlkriterium, fragen Sie bitte nicht, warum), die andere Tube stand ziemlich genau daneben, und ich könnte rückblickend nicht einmal mehr sagen, um welche Produkte es sich gehandelt hat oder was ich damit anfangen wollte.
Da ich diese Grenze zum ersten Mal überschritten habe und keine Erfahrung als Diebin habe - ich bin noch nie wegen irgendeiner Staftat aktenkundig geworden - , bin ich nach dem Bezahlen meiner übrigen Einkäufe (für etwa 50 Euro) natürlich sofort erwischt worden - die Diebstahlsicherung hat angeschlagen, was ich bei der Tat überhaupt nicht bedacht hatte. Ich habe die Filialleiterin daraufhin ins Büro begleitet, alles eingeräumt (bis auf die Beschädigung der Verpackung des einen Produkts, die ich tatsächlich nicht begangen habe), 50 Euro bezahlt und mich entschuldigt. Anzeige wird natürlich trotzdem erstattet. Bei der Geschäftsführung der Drogerie habe ich mich bereits schriftlich entschuldigt.

Ich schäme mich sehr für diese Sache, weil ich mir selbst nicht erklären kann, wieso ich das getan habe.

Ich bin zur Zeit in einer schwierigen Lebenssituation, alleinerziehend mit 6jähriger Tochter, im 7. Monat schwanger und vom Partner verlassen, Kündigung der Wohnung durch Vermieter wegen Schwangerschaft etc. und erkenne mich auch sonst in meinem Verhalten oft nicht wieder. Ich glaube auch, dass die Tat in gewissem Zusammenhang mit meiner Lage steht, denn ich fühle mich wirklich oft nicht wie ich selbst.

Darüber hinaus besteht das Problem, dass ich Beamtin im gehobenen Dienst bin, nun Angst vor einer Mitteilung nach MiStra an den Dienstherren habe und fürchte, aus dem Dienst entfernt zu werden und mit bald zwei Kindern ganz alleine und arbeitslos dazustehen.

Daher meine Fragen:

- Wie wird der Anhörungsbogen der Polizei zugestellt?

- Wie viel Zeit habe ich zur Beantwortung? Ich muss meine Tochter nämlich zwei Wochen zur Kur begleiten und weiß nicht, wann dieser Bogen kommt.

-Empfehlen Sie mir, zu der Tat Angaben zu machen oder lieber zu schweigen? Da ich wirklich Scham und Reue empfinde, würde ich diesen Umstand auch gerne irgendwie erwähnen, weiß aber nicht, ob das klug ist.

- Oder empfehlen Sie mir wegen meines Beamtenstandes, einen Anwalt einzuschalten?

- Besteht angesichts des Warenwertes eine Chance, dass das Verfahren (gegen Auflagen oder so) eingestellt werden kann und der Dienstherr nichts erfährt? Das wäre eigentlich mein wichtigstes Anliegen.

Ich danke Ihnen herzlich für die Beantwortung der Fragen!

Mit freundlichen Grüßen,
Benedetta
09.08.2011 | 14:14

Antwort

von


(36)
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44787 Bochum
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Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts nehme ich zu Ihren Fragen wie folgt Stellung:

Es ist davon auszugehen, dass der Anhörungsbogen Ihnen mit normaler Post zugehen wird. Ggf. wird auch eine Vorladung zugehen, wovon ich allerdings so nicht ausgehe. Der Anhörungsbogen selbst wird eine Frist enthalten, in der Sie ihn zurücksenden sollen.
Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass Sie zu Angaben keineswegs verpflichtet sind. Selbst wenn Sie sich entscheiden, Angaben zu machen dürfte es problemlos möglich sein, der Polizei mitzuteilen, dass Sie dafür mehr Zeit benötigen. Das wird Ihnen nicht zum Nachteil gereichen.

Ob Sie überhaupt Angaben machen wollen ist, wie bereits angesprochen, Ihnen überlassen. Grundsätzlich rate ich dazu, zunächst zu den Vorwürfen zu schweigen und Einsicht in die Ermittlungsakten zu nehmen. Da Sie jedoch bereits den Vorwurf eingeräumt haben und sich überdies entschuldigen wollen könnte das hier ausnahmsweise anders zu beurteilen sein. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass bislang nicht einmal klar ist, ob Ihr Beamtenstatus bereits bei der Staatsanwaltschaft bekannt ist.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für durchaus sinnvoll, einen Verteidiger vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen und gemeinsam mit diesem eine Einlassung vorzubesprechen. Ein solches Vorgehen wird Ihnen die Möglichkeiten zur weiteren Entschuldigung nicht nehmen.

Die Möglichkeiten das Verfahren zur Einstellung zu bringen schätze ich mangels vorliegender Vorstrafen und angesichts des relativ geringen Warenwertes, sowie Ihrer Entschuldigung, als durchaus realistisch ein. Ob es hier zu einer Auflage käme und wie hoch diese ggf. wäre, lässt sich so jedoch noch nicht prognostizieren.
Die Vergangenheit hat aber auch diesbezüglich bereits mehrfach gezeigt, dass ein tragbares Ergebnis bei anwaltlicher Unterstützung oftmals eher zu erreichen ist

Sofern es zu einer Einstellung noch im Ermittlungsverfahren kommt, wird regelmäßig der Dienstherr nicht informiert. Insoweit knüpft Nr.15 Mistra zunächst an die Erhebung der Anklage, oder den Erlass eines Strafbefehls an.

Im Rahmen der hier bestehenden Möglichkeiten hoffe ich Ihnen einen ersten Überblick über die Lage verschafft zu haben. Sollten sich hierzu noch Nachfragen ergeben, nutzen Sie gern die für Sie kostenlose Nachfragefunktion, oder kontaktieren Sie mich direkt, soweit Sie eine weitere Vertretung in dieser Angelegenheit durch meine Kanzlei wünschen.

Mit freundlichem Gruß


Rechtsanwalt Matthias Düllberg
Fachanwalt für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2011 | 09:54

Sehr geehrter Herr Düllberg,

vielen Dank für Ihre Antwort. Noch zwei nachfragen dazu:
1.Würden Sie empfehlen, mich gleich an einen Anwalt vor Ort zu wenden oder den Anhörungsbogen abzuwarten?
2.Wie sehr "vor Ort" sollte der Anwalt sein?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2011 | 11:23

Sehr geehrte Fragestellerin,

da man Ihnen vor Abschluss der Ermittlungen die Möglichkeit geben muss, sich zu den Vorwürfen zu äußern, können Sie meines Erachtens den Anhörungsbogen abwarten. Dann liegt auch ein Aktenzeichen vor, mit dem der Anwalt arbeiten kann.
Sofern Sie aber wegen der anstehenden Kur besorgt sind, bzw. niemanden haben, der zwischenzeitlich mal nach Ihrer Post schaut, kann natürlich auch im Vorfelde gehandelt und ein Termin kurz vor der Kur vereinbart werden.

Der Hinweis auf einen Kollegen vor Ort erfolgte lediglich, um Ihnen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Grundsätzlich können Sie sich an jeden Anwalt Ihrer Wahl wenden, müssten dann aber ggf. natürlich zusätzlich für die Anfahrtskosten aufkommen; jedenfalls sofern es zu einem Hauptverhandlungstermin kommt, oder anderweitig nach Akteneinsicht ein persönliches Gespräch erforderlich wird.

Mit freundlichem Gruß

M.Düllberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.08.2011 | 09:50

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