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Ladendiebstahl, Ermittlungsverfahren, Auslandsreise


| 06.11.2006 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo!

Ich (w,30,Studentin) hab vor 2 Wochen eine Dummheit begangen. Ich wurde in einem Kaufhaus beim Ladendiebstahl erwischt (Pullover 70€). Es ist eine Ersttat für mich. Ich habe die Fangprämie gleich am nächsten Tag bezahlt und mich persönlich und schriftlich bei der Geschäftsleitung entschuldigt.
Dennoch hat dieser Fall Nebenprobleme:

1. Der Kaufhausdetektiv durchsuchte (unrechtmäßig) auch meine Privattasche und fand dort drei weitere Kleidungsstücke, wovon 2 noch mit Preisschild waren (von einer bekannten Modekette). Diese Sachen waren aber aus einem anderen Geschäft. Die hinzugerufene Polizei stellte die Sachen sicher, da ich keinen Bon oder plausible Erklärung hatte. Die Sachen hatte ich dummerweise zu Vergleichszwecken bei mir bzw. zum Umtausch Ware gegen Ware, sie sind aber nicht gestohlen!
Von der Polizei erhielt ich nun ein Schreiben (Ermittlungsverfahren), wo ich unter Verdacht stehe, die sichergestellten Kleidungsstücke ("Herkunft unbekannt") gestohlen zu haben, weil sie bei dem o.g. Ladendiebsthal gefunden wurden. Ich soll nun "entlastende Tatsachen vorbringen und ggf. deren polizeiliche Sicherung beantragen".
WICHTIGSTE FRAGE:
- Wie verhalte ich mich am besten? Was passiert, wenn ich keine Bons mehr finde? Ich möchte eine weitere Anzeige oder Hausverbot in dem anderen Modegeschäft unbedingt vermeiden! Wenn ich Bons vorlegen kann, wird dann die Sache sofort eingestellt?

2. Den eigentlichen Ladendiebstahl habe ich bei der Polizei bereits per Protokoll zugegeben. Ich weiß, dass ich wegen der Ersttat wohl eine Geldstrafe und/oder Einstellung des Strafverfahrens
erwirken kann.
- Wie tue ich dies ohne Anwalt? Ich kann mir keinen leisten und möchte die ganze Sache schnell hinter mich bringen und meine Schuld bezahlen. Reicht es, wenn ich "Geldbuße" o.ä. auf entsprechendem Anhörungsbogen ankreuze?
Wie lange bleiben solche Bußgeldvergehen im "Strafregister" sichtbar?
DENN
3. Im Feb. 2007 gehe ich für 8 Wochen nach Übersee und muss jetzt ein Visum beantragen. Davor sollte alles andere erledigt sein. Im Visum Antrag fragen sie aber nach Vorstrafen und etwaigen ausstehenden Strafen.
Muss ich überhaupt geringe Bußgeldvergehen dort angeben? Kann ich zum jetztigen Zeitpunkt noch angeben, dass nichts gegen mich vorliegt, da ich keinerlei Strafbescheid vorliegen habe?

Vielen Dank für die Hilfe!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

die von Ihnen aufgeworfenen Fragen beantworte ich in der gebotenen Kürze wie folgt:

1. Grundsätzlich können Sie sich zu den Kleidungsstücken, welche in Ihren Taschen gefunden wurden, ausschweigen. Es gilt der Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten." Dieses bedeutet auch, dass grundsätzlich Ihnen nachgewiesen werden muss, dass die Kleidungsstücke gestohlen wurden, nicht umgekehrt. Wenn Sie bei Ihrer Aussage bleiben, dass die Kleidungsstücke nicht gestohlen wurden, muss die Polizei (Staatsanwaltschaft) nachweisen, dass diese doch gestohlen wurden. Wie das vor dem geschilderten Hintergrund geschehen soll, kann ich nicht sagen. Sicherheit zur Verurteilung besteht eigentlich nur bei dem auf frischer Tat ertappten Dieb.

Wenn Sie übrigens Bons vorlegen, wird die Sache sofort eingestellt. Es muss sich allerdings um Bons handeln, welche vor dem Ergreifen datiert sind.

2. Es wird bei einem Ersttäter wie Ihnen genügen, wenn Sie die Schuld eingestehen. Sorgen Sie dafür, dass die Zahlung der Fangprämie sowie die Entschuldigung aktenkundig werden, gegebenfalls durch ein Schreiben an die Polizei mit Ablichtungen. Nach meiner Auffassung wird dann wahrscheinlich der § 153 StPO Anwendung finden: Die Sache wird wohl eingestellt werden. Gegebenenfalls bitten Sie in dem Begleitschreiben um die Einstellung. Denkbar wäre auch einen Einstellung nach § 153a StPO gegen eine entsprechende Auflage. Bei einer Anklageerhebung können Sie die Einstellung auch dem Gericht vorschlagen.

3. Selbst bei einer Verurteilung taucht die Strafe zumindest nicht in dem Führungszeugnis auf, § 32 BZRG. Zudem haben ausländische Stellen keinen Zugriff auf das Zentralregister. Zwar ist das Verheimlichen einer Verurteilung unzulässig. Eine Nachprüfung erfolgt jedoch nur in Ausnahmefällen. Solange noch keine rechtskräftige Entscheidung vorliegt, ist im Übrigen auch noch nichts einzutragen.

Mit freundlichen Grüßen

Pilgermann, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2006 | 20:18

Danke für die prompte und übersichtliche Antwort!

1. Die Polizei will aber wissen, woher die drei Artikel stammen. Wenn ich es also darauf ankommen lasse "im Zweifel für den Angeklagten", dann müsste ich auch nicht das Geschäft/die Filialen angeben, wo ich die Sachen mal gekauft habe? Wenn ich das doch angebe, macht sich die Polizei dann die Mühe, im Geschäft per Inventurnachfrage ö.ä. nachzuforschen? Ich will kein Hausverbot riskieren, nur weil ich das Geschäft erwähnt habe! Kann ich tatsächlich angeben, ich wüsste nicht mehr, in welcher Filiale ich die Sachen mal gekauft habe (es gibt mehrere Geschäfte, die diese Marke vertreiben)?
Sollte ich doch noch Bons finden, reicht dann eine Kopie?
Sollte man generell bei der Polizei nur Kopien der Quittungen, Entschuldigungsschreiben usw. einreichen? Wird das anerkannt?

2. Wie lange bleibt ein Ladendiebstahl an sich im "Verzeichnis" sichtbar, da ich in 1,5 Jahren als Referendarin (Baden-Württemberg) arbeiten werde, und nach weiteren 2 Jahren als Lehrerin (wg. Verbeamtung)? Ist mein Leumund jetzt für immer verdorben?

Vielen Dank und einen schönen Feierabend!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2006 | 21:06

1. Sie können wahrheitsgemäß antworten, dass Sie nicht mehr wüssten, wo Sie die Sachen gekauft haben. Sie können zu den Sachen aber auch einfach gar nichts sagen. Vor dem Hintergrund der möglichen Einstellung würde ich aber empfehlen, die Geschäfte zu benennen. In der Regel wird das Geschäft aber nicht mehr wissen, welcher Kunde an welchem Tag was gekauft hat und ob fehlende Sachen nun gerade durch Sie gestohlen wurden oder Dritte. Ladendiebstähle sind geradezu erschreckend häufig. Wie bereits erwähnt kann man praktisch nur Diebe strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die auf frischer Tat ertappt wurden. Wenn Sie Belege finden sollten, legen Sie diese in jedem Fall vor. Eine Kopie dürfte genügen. Möglicherweise wird aber auch die Vorlage eines Originals verlangt werden, wenn Zweifel an der Echtheit der Kopie vorliegen. Hinsichtlich des Entschuldigungsschreibens können Sie nur eine Kopie einreichen, da Sie das Original ja versandt haben.

2. Behörden bekommen auch nur das Führungszeugnis, welches Sie auch zur Vorlage erhalten würden. Von der Strafdrohung von 90 Tagessätzen (§ 32 BZRG Abs. 2 Nr. 5 a) BZRG), welche für einen Vermerk in diesem Zeugnis erforderlich sind, sind Sie im vorliegenden Fall weit entfernt. Es wird also auch bei einer Verurteilung niemand erfahren, dass Sie mal einen Ladendiebstahl begangen haben.

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