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Kurzarbeitergeld für provisionsabhängigen Außendienstler

26.03.2020 12:20 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Lässt sich das soll-Entgelt nicht ermitteln, kann das Kurzarbeitergeld ausgehend von den letzten 3 Monaten ermittelt werden. Die Kurzarbeit kann über die Reduzierung der täglichen Arbeitszeit oder durch eine zeitweise Freistellung erfolgen.

Sehr geherte Damen und Herren,

ich arbeite als Außendiensmitarbeiter einer Firma mit ca. 100 Beschäftigten. Ein Betriebsrat ist nicht vorhanden.
Im Arbeitsvertrag gibt es keinen Passus zum Thema Kurzarbeitergeld.

Mein Gehalt setzt sich aus einem Fixgehalt und einer Provision zusammen. Der Provisionsanteil ist oft höher als das Fixgehalt.

Jetzt hat mir mein Arbeitgeber ein Schreiben geschickt, auf dem ich mich pauschal mit Kurzarbeit mit der möglichen Kurzarbeit bereit erklären soll.

Frage:

1. Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld? Nach § 106 Abs. I S. 2 SGB III auf drei Monate im Schnitt?
2. Wie kann ich als Vertriebler die Arbeitszeit kürzen? Wenn ich Kundenanfragen nicht bearbeite, verliere ich die Kunden. Eine Art Rufbereitschaft muss ich doch imer leisten.
3. Wie verhält es sich mit Verkaufsprovisionen, die in der Zeit der Kurzarbeit erzielt werden?
Bekomme ich die abgezogen, oder zusätzlich?
4. Was wäre die Folge, wenn ich die Bereitschaft zur Kurzarbeit nicht erklären würde?

26.03.2020 | 13:31

Antwort

von


(578)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld? Nach § 106 Abs. I S. 2 SGB III auf drei Monate im Schnitt?

Wenn sich das Soll-Entgelt nicht anders ermitteln lässt, wäre dies gemäß § 106 Abs. 4 SGB III ein gangbarer Weg. Sie können natürlich auch argumentieren, dass die letzten 3 Monate zur nicht repräsentativ sind, etwa weil Sie Saisonware vertreiben o. ä. Hier könnte dann auf die Verkaufszahlen der Vorjahre verwiesen werden.

2. Wie kann ich als Vertriebler die Arbeitszeit kürzen? Wenn ich Kundenanfragen nicht bearbeite, verliere ich die Kunden. Eine Art Rufbereitschaft muss ich doch immer leisten.

Der Arbeitgeber hat offenbar noch gar nicht mitgeteilt, wie Sie denn die Arbeitszeit reduzieren sollen. Denkbar ist zum einen, dass Sie Ihre tägliche Arbeitszeit verkürzen. Sie würden dann beispielsweise nur vormittags arbeiten und dann entsprechend Kundenanfragen nur in dieser Zeit bearbeiten. Die Alternative wäre, dass Sie für einen bestimmten Zeitraum vollständig in Kurzarbeit geschickt werden. Hier müsste es dann ebenso wie bei Urlaub und Erkrankung eine Vertretungsregelung geben, es müsste also jemand anderes Kundenanfragen für Sie abarbeiten. Bei einem derartigen Modell ist es dann meist üblich, dass jeder Arbeitnehmer über einen gewissen Zeitraum arbeitet und dann die übrigen Kollegen vertritt, die sich dann in Kurzarbeit befinden.
3. Wie verhält es sich mit Verkaufsprovisionen, die in der Zeit der Kurzarbeit erzielt werden?
Bekomme ich die abgezogen, oder zusätzlich?
Die Verkaufsprovisionen würden zum Ist-Entgelt zugerechnet und würden bei der Berechnung der Nettoentgeltdifferenz berücksichtigt.

4. Was wäre die Folge, wenn ich die Bereitschaft zur Kurzarbeit nicht erklären würde?
Denkbar wäre, dass der Arbeitgeber Sie sodann betriebsbedingt kündigt, da er Ihren Arbeitsplatz nicht erhalten kann. Wenn Sie sich mit dem Kurzarbeitergeld einverstanden erklären, setzt die Zahlung gemäß § 98 Abs. 1 Nr. 2 SGB III stets voraus, dass das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt wird. Die Möglichkeit der Kurzarbeit stellt also einen Anreiz für den Arbeitgeber dar, das Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten in der Hoffnung, dass sich die Lage wieder bessert und es wieder Verwendung für Sie gibt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

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