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Kundin zahlt die Rechnung nicht

27.09.2013 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Bitte um Hilfe. Da es etwas kopliziert ist hier in Kurzfassung.
Ich führe einen Handyladen und lasse ebenfalls Glasreperaturen über eine Werkstatt (extern) durchführen.
Nach einem KVA. und erfolgter Reperatur des HTC-Smartphones gab ich im Vertrauen das reparierte (Glastausch) Handy heraus mit der Erwartung und Zusage, dass die Kundin das Versicherungsgeld an mich überweist. Es folgte keine Zahlung. Zwei Wochen später kam die Kundin mit erneut zerbrochem Glas herein und behauptete allen Ernstes, dass Handy sei auf dem Tisch gelegen und sei ohne Fremeinflüsse erneut gesprungen. Sie wolle das Gled nicht zahlen. Ich machte Fotos anhand dieser ganz klar hervorgeht, dass das Handy gefallen sein muss (Delle und Schlagstelle beim Glas). Im Anschluss ging die Frau zum Anwalt und behauptet zwar immer noch, dass das Handy von alleine zerbrach, jedoch die Originalität in Frage gestellt wird. Diese beauftragten einen Gutachter, der dies bestätigte.
Nun meine Frage. Muss eine Werkstatt Originalteile verbauen? In dem KVA und in der Rechnung stand nichts von Verbauen eines Originalglases -nur Handyreperatur.
Ist es nicht etwas ungewöhnlich, dass erst nachdem das Glas erneut zerbrochen ist, die Kundin reklamiert?Das Ganze läuft über eine Haftpflichtvers. und nun auch Rechsschutzvers.
Ist es nicht eine Art Betrug?
In dem Anwaltsschreiben steht, es sei laut Aussage der Kundin ohne Fremdeinflüsse zerbrochen, jedoch ist dies 100% nicht der Fall und zu 100% gelogen. Dies Schuld und Zugabe des erneuten Fallens des Handys hatte die Kundin auch vor Ort noch zugegeben als man Sie wegen der Delle im Glas etwas in die Enge trieb. Aber dies sei ja auch nicht mehr wichtig, schließlich sei kein originales Glas verbaut gewesen.
Die versuchen auf Teufel komm raus mir das Geld nicht mehr zu zahlen (214,- Euro)
Zudem wird jetzt auch noch behauptet, der Auftraggeber der Reperatur sei in der Rechnung falsch, und auch dies ist gelogen. Ich denke, die versuchen das so zu drehen, weil es sonst mit der eigenen Versicherung Probleme geben könnte.

Zusammenfassung:
-Kunde lässt Reparieren ohne zu Bezahlen
-Kund zerstört zwei Wochen später das Glas erneut
-kunde behauptet es sei kein Originalteil, daher wird nicht bezahlt
-Der erneute defekt sei irrelevant, da kein Originalteil
-Kunde lässt jetzt noch woanders (Vertrauensverhältniss sei zerstört) erneut reparieren und ich soll dafür aufkommen
ohne je einen Cent bezahlt bekommen zu haben

Was soll ich tun?
Danke für Ihre Hilfe

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich hat ein Kunde immer dann einen Anspruch auf die Verwendung von Originalteilen, wenn es sich um eine Vertragswerkstatt handelt, die mit dem jeweiligen Hersteller verbunden ist. Bei externen, also freien Werkstätten, erwartet der Kunde in der Regel keine Originalteile, sondern ist sich darüber im Klaren, dass ggf. preisgünstigere Alternativen verwendet werden. Dies gilt unstreitig immer dann, wenn es sich um Verschleissteile handelt. Nun kann man sich trefflich darüber streiten, ob ein Handy-Display ein Verschleissteil ist. Meines Erachtens traf Sie hier keine Hinweispflicht darauf, dass Sie keine Originaltele verwenden. Wenn dies der Kundin tatsächlich so wichtig gewesen wäre, hätte sie im Vorfeld erfragen können, ob Originalteile verwendet werden. Im Ergebnis sehe ich hier gute Chancen, dass im Streitfall ein Gericht zu der Ansicht kommt, dass die Verwendung von Nicht-Originalteilen in Ordnung ging. Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass je nach den genauen Umständen des Einzelfalls das Gericht auch eine gegenteilige Auslegung trifft.

Anders sähe es natürlich aus, wenn das von Ihnen verwendete Glas mangelhaft war, weil es bspw. weniger gut vor Bruchschäden schützt als ein Originalteil. Dann hätte die Kundin, unabhängig von der Tatsache, dass ihr das Handy nochmals heruntergefallen ist, einen Anspruch auf den Einbau eines mangelfreien Glases.

War das Glas technisch jedoch in Ordnung, liegt insoweit kein Mangel vor.

Sie sollten daher weiterhin auf Zahlung der Reparaturkosten bestehen. Dass der Kundin das Handy nochmals herunter gefallen ist und somit kein Anspruch auf kostenfreie nochmalige Reparatur besteht, kann ggf. durch die Mitarbeiter der Werkstatt bezeugt werden. Sofern von Ihnen die Kostenübernahme der zweiten Reparatur verlangt wird, sollten Sie diese Kostenübernahme verweigern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2013 | 13:18

Danke zunächst dafür.
Bitte sagen Sie mir noch, was mit der Tatsache ist, dass im ersten Anwaltschreiben steht, dass Handy sei von alleine defeckt gegangen und dies gibt es einfach nicht. Es ist definitif gelogen. Ist so eine Aussage denn nichtig? Es ist ja offensichtlich, dass die Kundin nur einen Grund sucht, nicht zu zahlen. Die Kundin gab uns auch nie die Chance das Handy nochmals zu kontrollieren/Nachzubessern. Ist dies nicht unser Recht? Ich habe doch auch Recht auf das Gutachten von der Kundin, in dem angeblich beschrieben wird, dass es sich um ein nichtoriginales teil handelt. Ich kann doch auch ein Ggengutachten machen lassen, oder nicht? Nun nach der Korrespondenz und der Diskussionen im Laden sei angeblich das Vertrauen zerstört und deswegen habe Sie das Recht auf eine Nachbesserung unsererseits zu verzichten.
Die Kundin behauptet vom ersten Tag an habe Sie das Gefühl gehabt, dass das Glas ein anderes sei.Warum fragte ich sie, sei Sie denn erst nach Bruch des zweiten Glases und nicht unmittelbar hereingekommen.

Muss man mir eigentlich die Versicherungsgeselschaft nennen? Ich habe dies angefragt, aber keine Antwort erhalten.

Ist es denn eine Art Versicherungsbetrug, wenn nun behauptet wird, dass der Auftraggeber ein anderer war? Der damalige Auftraggeber ``A`` kam herein und wollte den Schaden über seine Haftpflicht regulieren lassen. Nun kommt die Mutter ``B`` mit der Familienrechtsschutz und im letzten Anwaltsbrief steht, dass von vorne rein der Auftraggeber falsch eingefügt worden sei. Es sei Frau ``B``
Obwohl der Auftraggeber ``A`` handschriftlich die Kostenvoranschlagsadresse einfügte und die anschließende Rechnung auf Ihren Namen ``A`` auch so akzeptierte.


Vielen Dank für Ihre Hilfe und beste Grüße

M.Bedzinski

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2013 | 13:35

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn Ihnen zu keinem Zeitpunkt die Gelegenheit gegeben worden ist, nachzubessern, hat die Kundin nicht das Recht, das Handy auf Ihre Kosten andernorten reparieren zu lassen. Eine Ausnahme besteht dann, und dies versucht die Gegenseite offensichtlich so darzustellen, wenn Sie sich endgültig geweigert hätten, das Handy ein zweites Mal zu reparieren.

Dass das Display ohne Fremdeinwirkung kaputt gegangen ist, ist wenig glaubhaft. Dass eine solche Aussage vor Gericht Bestand haben würde, ist überaus zweifelhaft.

Ein Gegengutachten können Sie theoretisch in Auftrag geben. Sie benötigen hierzu allerdings das Handy, das Ihnen die Kundin aber nicht heraus geben muss. Ebensowenig haben Sie einen einklagbaren Anspruch darauf, dass man Ihnen das angeblich erstellte Gutachten zur Verfügung stellt (ich möchte bezweifeln, dass ein solches Gutachten tatsächlich erstellt wurde; dies wäre angesichts der damit verbundenen Kosten bei einem so geringen Streitwert sehr unüblich).

Die Versicherungsgesellschaft muss man Ihnen nicht mitteilen.

Einen Versicherungsbetrug bzgl. der Inanspruchnahme der Rechtsschutzversicherung - so verstehe ich Ihre Frage - dürfte nicht vorliegen, wenn es sich bei A und B um Familienmitglieder handelt, für die die Familienrechtschutzversicherung gleichermaßen greift. Dass aber A fälschlicherweise als Auftraggeber eingetragen worden sein soll, ist ebenso wenig glaubhaft, wenn dieser selbst handschriftlich den Kostenvoranschlag ausgefüllt hat und die auf seinen Namen ausgestellte Rechnung akzeptiert wurde. Dass diese Behauptung vor Gericht Bestand haben wird, ist ebenfalls sehr zweifelhaft. Hier scheint es vielmehr darum zu gehen, den A als Zeugen präsentieren zu können (als Vertragspartei kann er kein Zeuge hinsichtlich der Beschädigung sein).

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weiterführende Hilfe benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

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