Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kunde weist Rechnung als überteuert zurück


21.03.2006 07:37 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht





Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

ich bin freiberuflicher Mediendesigner und habe einen Kunden, der meine Rechnung als überteuert zurückweist.

Hier der Sachverhalt:

Ich wurde zu dem Kunden bestellt, mit der Bitte, zukünftig seine bestehende Webseite zu pflegen, sprich die Updates durchzuführen.
Dies sollte zu einem monatlichen Festpreis geschehen. Ich habe dem Kunden ein Angebot unterbreitet, welches beinhaltete, dass ich auf Probe für vorerst 3 Monate 400.- € mtl. + Steuer veranschlage, weil ich den Arbeitsaufwand noch nicht einschätzen kann.
Leider ohne einen schriftlichen Vertrag, bat er mich auf Testbasis darum, bestimmte Dinge in die Webseite einzubinden, zu verändern und zu entfernen. In diesem Zuge sagte er mir, dass es keine Rolle spiele, dass der Monat bereits begonnen habe, ich solle ihm am Ende des Monats eine Rechnung schreiben.
Nach getaner Arbeit entschied er sich, mit fadenscheiniger Begründung dafür, ich solle die Updates nicht weitermachen. Er möchte damit eine andere Firma beauftragen, ich solle aber für ein ausstehendes Projekt die komplette Webseite übernehmen.
Meine geleistete Arbeit solle ich jedoch selbstverständlich in Rechnung stellen.

Da ich der Meinung war, ihm nicht den Gesamtbetrag (400,- €) in Rechnung stellen zu wollen, um Ihm etwas entgegenzukommen, habe ich meine Arbeit auf Stundenbasis abgerechnet. Der Betrag lag nun bei 320 € + Steuer.

Nach dieser Rechnung habe ich von ihm eine Email erhalten, dass er die Rechnung nicht bezahlt, da ihm 8 Std. für die geleistete Arbeit zu viel erscheinen (wobei ich anmerken möchte, dass der Kunde keinerlei Kenntnisse in diesem Bereich besitzt). Daraufhin habe ich ihm eine Email mit der detaillierten Aufzeichnung meiner verrichteten Arbeiten zurückgeschickt.
Wenige Tage später habe ich einen Brief erhalten, in dem er meine Rechnung nun mit der Begründung zurückschickt, dass er den Betrag für 8 Std. Arbeit zu viel fände.
Daraufhin habe ich ihm wieder freundlich zurückgeschrieben, welche Arbeiten ich getan habe, ihm die regulären Stundensätze der Branche als Vergleich aufgezeigt und ihn darum gebeten, den Betrag nun innerhalb der nächsten 14 Tage zu überweisen.
Nun 5 Tage später bekomme ich wieder einen Brief und die Rechnung wieder zurück mit der Begründung, Zitat: "...Ich zahle Dir definitiv nicht für das Einsetzen eines Banners knapp 400,00 €...". Ohne hier alle Einzelheiten aufführen zu wollen, möchte ich nur anmerken, dass ich wesentlich mehr Arbeit verrichtet habe.

Nun stehe ich vor der Frage, was tun, bzw. kann ich überhaupt etwas tun, da nur ein mündlicher Vertrag vorliegt?


Reichen die vorliegenden Briefe und die Email als Beweismittel aus, dass er im Grunde einen Auftrag erteilt hat?

Muss ich die Rechnung, um einen rechtswirksamen Titel zu erwirken, noch einmal per Einschreiben – Rückschein zustellen lassen, oder reichen seine Erklärungen zum Rechnungsbetrag bereits als Beweismittel, die Rechnung erhalten zu haben, aus ?

Soll ich eine Mahnung schreiben?

Reicht es aus, aufgrund des aktuell vorliegenden Sachverhaltes gleich einen Mahnbescheid beantragen zu können?

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Wenn Sie mit dem Kunden einen monatlichen Festpreis ausgemacht haben, der alle geleistete Arbeiten abdecken sollte, dann ist der Kunde auch verpflichtet, diesen Festpreis zu zahlen, unabhängig davon, wie viel Arbeit Sie letztendlich tatsächlich aufgewendet haben.

Bitte beachten Sie jedoch, dass Sie in einem Prozess darlegen und beweisen müssen, dass ein Auftrag tatsächlich erteilt wurde, welchen Umfanges dieser Auftrag war und welche Vergütung vereinbart wurde. Da Ihnen kein schriftlicher Vertrag vorliegt, können Sie die Vereinbarungen nur anhand des bestehenden Schriftverkehrs nachweisen. Da ich den Umfang und den Inhalt der Korrespondenz jedoch nicht kenne, vermag ich über den Beweiswert keine abschließende Aussage zu treffen.

Sollten Sie nicht nachweisen können, dass EUR 400,00 als Pauschale vereinbart waren, tritt anstelle dieser Pauschalvergütung die übliche Vergütung (vgl. § 612 Abs. 2 BGB). Dann kommt es darauf an, ob Sie Ihre Arbeit zu üblichen Preisen (in Ihrem Fall wohl Stundensätze) abgerechnet haben.

Der Brief des Kunden, in dem er die Bezahlung Ihrer Rechnung ablehnt, ist ein ausreichender Beweis dafür, dass er die Rechnung auch erhalten hat. Daher müssen Sie die Rechnung nicht noch einmal per Einschreiben zustellen.

Sie können Ihre Forderungen zunächst im Mahnverfahren einklagen. Es ist nicht notwendig, dass Sie den Kunden zuvor erneut mahnen. Zum einen hat der Kunde die Zahlung ernsthaft und endgültig verweigert (vgl. § 286 Abs. 2 Nr. 3 BGB), zum anderen steht der Mahnbescheid einer Mahnung gleich (vgl. § 286 Abs. 1 Satz 2 BGB). Sollte der Kunde gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen, können Sie das streitige Verfahren beantragen. Dieses steht einer normalen Klage gleich.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.

Gerne bin ich auch bereit, diese Aufgabe für Sie zu übernehmen. Sie können mein Büro gerne kontaktieren und wir besprechen die Angelegenheit in Ruhe.




Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER