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Kunde weigert sich zu zahlen - schickt Rechnungen zurück

06.12.2006 13:36 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

Als Kleingewerbebetreibender erstelle ich diverse Internetseiten. Am 13.06.2006 ließ ich einem Kunden ein Angebot über eine Internetseite zukommen, mit dem entsprechenden Hinweis in Bezug auf die Gültigkeit des Angebotes. In Form von nachfolgender Kommunikation, innerhalb und nach der Frist, ist davon auszugehen, dass das Angebot angenommen wurde. Schließlich wurden Designvorschlage durch den Kunden per Mail abgenommen.

Die Vereinbarung (in diesem Punkt leider nur mündlich) sah vor, dass der Kunde die entsprechenden redaktionellen Inhalte, wie Bilder und Texte, zu liefern hat, damit ich diese dann in die von mir erstellte Seitenstruktur einfügen kann. Da trotz zweimaliger Aufforderung (das letzte Mal Anfang Oktober) keine Lieferung der Daten durch den Kunden erfolgte, entschloss ich mich am 08.11.06, dass Projekt für beendet zu erklären und die bereits erbrachten Leistungen ganz bzw. anteilig in Rechnung zu stellen.

Ich ließ dem Kunden eine Rechnung mit Rechnungdatum 08.11.06 und dem Zahlungsziel von 14 Tagen, sowie eine CD-ROM mit den Daten zukommen. Adressiert war diese an die mir bekannte private Anschrift, obwohl die Internetseite für eine Unternehmung dieser Person erstellt werden sollte.

Pünktlich zum Ablauf der Zahlungsfrist erhalte ich ein Schreiben von dem Kunden, in dem er mich bittet, die Rechnung mit einer anderen Rechnungsanschrift auszustellen. Die Rechnung vom 08.11.06 wurde zu deren Entlastung beigelegt. Aufgrund von Unwissenheit erstellte ich eine neue Rechnung mit der geforderten Rechnungsanschrift, Rechnungsdatum 20.11.06 und dem Zahlungsziel von 14 Tagen und vernichtete die alte Rechnung.

Erneut mit Ablauf der Zahlungsfrist erhalte ich am 05.12.06 ein Schreiben des Kunden, in dem mir mitgeteilt wird, dass sie mit der Abrechnungshöhe einer Position nicht einverstanden sind. Stattdessen schlägt der Kunde einen Gesamtpreis vor, der etwa 15% unter dem geforderten Preis liegt. Ebenso wurde mir meine Rechnung vom 20.11.06 zur deren Entlastung zurückgeschickt.

Da das Vorgehen des Kunden bei mir den Anschein erweckt, dass er die Zahlung verzögern will, stellt sich mir nun die Frage, wie ich weiter vorgehen soll und darf. Bei meiner Abrechnung vom 08.11.06 und 20.11.06 wurde bereits die nun strittige Position mit nur 550 Euro berechnet, und nicht in der im Angebot genannten Höhe von 750 Euro. Alle Punkte dieser Position wurden meinerseits erfüllt, was durch den Kunden auch nachprüfbar ist, da der Kunde die Daten auf CD-ROM vorliegen hat und auch im Internet die Testseite aufrufen kann.

Auf das Vergleichsangebot möchte ich eigentlich nicht eingehen, da ich meine Forderungen durchaus für gerechtfertigt halte und bereits 200 Euro bei der Position nachgelassen habe. Welches weitere Vorgehen ist sinnvoll und schützt mich vor weiteren Ausflüchten des Kunden?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

MfG

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Sehr geehrter Ratsuchender,



nach Ihrer Schilderung besteht auch keine Verlassung, hier von der berechtigten Forderung einen Betrag abzuziehen.


Allein dadurch, dass der Kunde bei der ersten Rechnung "nur" eine andere Adressieung wünschte, hat er zu erkennen gegeben, dass er die Höhe nicht moniert. Auch haben Sie Ihren Teil erfüllt, so dass für einen Nachlass kein Raum nach Ihrer Schilderung ersichtlich ist. Offenbar geht es dem "Kunden" nur darum, die Zahlung zu verzögern.


Daher sollten Sie die Gesamtforderung nebst Zinsen in Höhe von 8 Prozentpunkte über Basiszinssatz seit dem 05.12.2006 nun gerichtlich geltend machen.

Hier empfehle ich Ihnen, dieses mit einem Mahnbescheid zu machen oder damit einen Rechtsanwalt zu beauftragen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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