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Kunde kauft Gerät und macht es kaputt

| 23.11.2012 11:41 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Hallo
eine Kundin kauft ein Gerät bei mir im Shop (B2C). Das Gerät wurde vor Versand auf Funktionalität geprüft.
Kundin schreibt, dass sie das Gerät direkt ausprobiert habe und das es einen Wackelkontakt gehabt habe. Sie hätte dann durch mehrmaliges Hin und Herdrehen am Gerät die Kabel innen abgedreht und nun würde es gar nicht mehr funktionieren (Ist auch klar).
Nun will sie es zurückgeben.

Hier greift doch weder Umtausch noch Gewährleistungsrecht, oder sehe ich das falsch?
Hätte sie es nicht kaputt gedreht, hätte ich es ja auf Grund des Wackelkontaktes zurücknehmen können.
Ich habe Ihr jetzt eine kostenpflichtige Reparatur angeboten.

Ist das so korrekt oder wie verhalte ich mich in solch einem Fall?
Vielen Dank.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie schreiben, dass das Gerät versendet wurde und der Kauf über Ihren "Shop" erfolgte.
Ich gehe daher davon aus, dass es sich um einen Fernabsatzvertrag gemäß § 312b Abs. 1 BGB handelt.
Damit stände Ihrer Kundin ein Widerrufsrecht gemäß § 355 BGB zu (§ 312 Abs. 1 Satz 1 BGB).
Dass Ihre Kundin die Sache beschädigt hat, steht dem nicht entgegen. Allerdings ist sie wegen der Beschädigung zum Wertersatz verpflichtet (§§ 357 Abs. 1 S. 1, 346 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 BGB).
Für die Berechnung des Wertersatz ist grundsätzlich der Kaufpreis zugrunde zu legen (§ 346 Abs.2 S. 2 BGB).
Da die Sache allerdings bereits bei Lieferung einen Mangel aufwies ist der Kaufpreis entsprechend § 441 Abs. 3 BGB herabzusetzen.

Dies bedeutet:

Angenommen die Sache hätte im mangelfreien Zustand einen Wert von 100 € gehabt und der Kaufpreis hätte 150 € betragen. Wenn nun die mangelhafte Sache lediglich 10 € wert wäre, müsste ein Kaufpreis von 15 € zugrunde gelegt werden. Damit könnten Sie auch auch höchstens 15 € von Ihrer Kundin verlangen, wenn diese das Gerät vollends entwertet hätte.

Zum Gewährleistungsrecht:

Ein Wackelkontakt stellt einen Sachmangel gemäß § 434 BGB dar. Sie waren somit zur Nacherfüllung verpflichtet bevor die Kundin die Sache beschädigte, hätten also nach Wahl der Kundin eine neue Sache liefern müssen oder den Mangel beseitigen müssen (§ 439 Abs. 1 BGB).
Eine sofortige Rückgabe konnte die Kundin dagegen nicht verlangen.
Die Beschädigung der Sache durch die Käuferin hat nun folgende Konsequenzen:

Wenn die Käuferin Beseitigung des Mangels verlangt, dieser aber durch die Beschädigung seitens der Käuferin aufwendiger geworden ist, haben Sie einen Schadensersatzanspruch in Höhe des Mehraufwands.

Verlangt die Käuferin Lieferung einer neuen Sache, dann können Sie die defekte von ihr zurückverlangen und Wertersatz wegen der Beschädigung verlangen. Die Ausführungen zum Widerruf gelten dann entsprechend.

Vom Vertrag zurücktreten könnte die Käuferin erst, wenn sie Ihnen erfolglos eine Frist zu Nacherfüllung gesetzt hat. Auch dann wäre sie wegen der Beschädigung zum Wertersatz verpflichtet.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Manuel Rambeck

Rechtsanwalt


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