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Kunde fordert trotz geleisteter Arbeit die Anzahlung des Kundenauftrages zurück.

| 17.04.2015 09:52 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

vorab - ich bin freiberuflicher Entwickler und habe vor etwa einem Monat einem Interessenten ein Angebot eines E-Commerce Projektes auf Magento (Software) Basis unterbreitet, das per Mail bestätigt wurde.

Die Bezahlung hierfür wurde in 4 Schritte unterteilt (25%, 50%, 75% und 100%). Nach Geldeingang (den ersten 25%) habe ich die Arbeit begonnen und vor Kurzem zu 75% fertiggestellt.

Nun teilt mir der Kunde mit, dass er vom Angebot wegen "nicht Erfüllung" zurücktreten möchte und die bereits getilgten 25% zurückgebucht werden sollen.

Das Angebot wurde bis dato nachweisbar zu 75% umgesetzt. Bis vor wenigen Tagen war der Kunde sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit (ebenfalls nachweisbar). Aus dem Nichts erhielt ich vorgestern Abend einen Anruf mit teilweise provokativen Anschuldigungen und Einschätzungen dazu, wie lange die geleistete Arbeit dem Kunden zufolge hätte dauern müssen.

Habe ich die Beweispflicht ihm zu erläutern wieviel Zeit im Detail für einzelne Handbewegungen verging? Wo liegt hier die Grenze? Ich habe ein bestätigtes Angebot mit einzelnen Posten, die abzuarbeiten waren und zu 75% abgearbeitet wurden.

Im Detail enthielt das Angebot:
a) das Aufsetzen und Installieren der Software
b) das Aufsetzen und installieren notwendiger Module für den deutschsprachigen Raum (hier habe ich eine halbe Ewigkeit mit Testings verbracht, die der Kunde laut Mail sehr zu schätzen wusste, da gewisse Module sich negativ auf die Performance auswirkten und ich hier stark anpassen musste).
c) das Aufsetzen des Templates und aller Arbeiten darum (Konfiguration, Einrichtung der templatebasierten Module, etc.)
d) Pflege von Attributen, Kategorien und Inhaltselementen (laut Kunde 4 Artikel. Zusätzlich ein durchdachtes und an Ebay angelehntes Konzept zu den Kategorien und Attributen).
e) Das Einrichten eines Versandmappings und der Bezahlmethoden
f) Die Ausarbeitung eines an die CI des Kunden angelehnten Entwurfes im Rahmen der Möglichkeiten des Templates

Insgesamt:
18.5 von 21H geleistete Arbeit.

Es fehlt noch:
Bestätigung des Entwurfes, der mit 4h Arbeit berechnet wurde und sich vollkommen am zuvor gekauften Template orientiert (hier hat sich der Kunde aufgehängt, dass ihm der Entwurf nicht passt, wobei dieser (abgesehen von den auszutauschenden Bildern) vorher klipp und klar festgelegt war.

Diese Informationen gehen alle aus dem Angebot hervor.

Er hat mir gestern eine Mail mit folgendem Wortlaut zugeschickt:
"Ich bitte Sie mein Geld also die ersten 25% innerhalb von 7 Tagen auf das Ihnen bekannte Konto Zurückzuüberweisen . Und hoffe das wir deswegen nicht vor Gericht müssen. "

Ich habe mit diesem Auftrag gerechnet und in meine Planungen zur Selbständigkeit gewichtig einbezogen. Ich bin erst seit Kurzem selbständig und habe mich bzgl. der Krankenkasse so niedrig wie möglich schätzen lassen. Ich habe Rechnungen zu bezahlen und bin deshalb stark auf die Begleichung meiner geleisteten Arbeit angewiesen.

Wie kann ich hier vorgehen bzw. was empfiehlt sich? Ich hänge leider in diesen Bereichen extrem in der Luft und habe keine Ansprechpartner. Deshalb wäre ich über eine Einschätzung meiner Möglichkeiten zur weiteren Vorgehensweise sehr dankbar.

Besten Dank vorab für Ihr Feedback.

Viele Grüße
Alexander

Sehr geehrter Ratsuchender,

ein Rücktritt vom Angebot "wegen "Nichterfüllung" ist so einfach nicht möglich. Das gilt insebsondere, da hier bereits Arbeiten ausgeführt wurden und der Auftrag bereits zu 75% fertigegsestellt wurde.

Der Kunde hätte Ihnen, wenn er der Auffassung ist, dass Sie hier nicht ordnungsgemäß den Auftrag erfüllen, eine Frist zu ordnungsgemäßen Erfüllung setzen müssen.

Das hat er offenbar nicht getan, so dass aus diesem Grund bereits kein Anspruch auf Zahlung besteht.

Im einzelnen ist aber zu klären, welche Einwände genau der Kunde erhebt, da Sie ausführen, dass dieser jetzt nicht mit der Ausführung einverstanden ist, obwohl diese Ausführung dem Entwurf entsprochen hätte.

Er wendet danach wohl auch ein, dass Ihre Arbeit mangelhaft sei. Aber auch dann muss er eben eine Frist zu Nachbesserung setzen.

Wenn Ihre Arbeit bis jetzt mangelfrei ist, müssen Sie die 25% auch nicht zurückzahlen. Vielmehr hätten Sie dann Ihrerseits weitere Ansprüche gegen den Kunden, da Sie Ihre Leistung erbracht haben.

Betreffend des zeitlichen Rahmens ist dieser zu berücksichtigen. Sofern dieser von Beginn an bekannt war und auch keine genaue Zeit vereinbart wurde, ist auch dieses nicht zu beanstanden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 17.04.2015 | 11:40

Vielen lieben Dank für Ihre Einschätzung.

Eine letzte Unklarheit habe ich noch. Wie kann ich nun sinnvoll vorgehen, um den Kunden zu einer Begleichung der geleisteten Arbeit zu bewegen, sollte er auf Rechnungen und einen ersten Mahnbescheid nicht reagieren? Anzeige?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.04.2015 | 11:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst müssen Sie die Rechnungen dem Kunden übersenden und diesen unter Friststezung zur Zahlung auffordern.

Wenn die Zahlungen nicht rechtzeitig eingehen, können Sie einen Mahnbescheid beantragen. Legt der Kunde keinen Widerspruch ein können, Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Geht der Kunde auch dagegen nicht vor, können Sie mit dem Vollstreckungsbescheid die Zwangsvollstreckung beim Kunden durchführen.

Eine Anzeige bringt in der Regel kein Geld, da es um die strafrechtliche Relevanz des Verhaltens geht.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 17.04.2015 | 14:11

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Stellungnahme vom Anwalt:
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