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Kunde findet Rechnung zu hoch und will weniger zahlen

| 11.05.2012 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Tag,

ich benötige einen Rat zu folgendem Sachverhalt:

Als selbstständiger Grafiker habe ich einen Auftrag einer Agentur entgegen genommen und abgearbeitet (Diese Agentur steht dabei in Verbindung mit dem Endkunden).

Dabei wurde im Vorfeld folgendes Angebot unterbreitet: Erstellung von 5 computergenerierten Bildern mit 2D/3D Bildanteilen (geringerer Aufwand da nicht komplett 3D). Der im Angebot angegebene und von mir geschätzter Zeitaufwand betrug: 8 Tage zzgl. aufwendiger Änderungen. Preis pro Tag: 300€ zuzüglich 19% USt. Betrag Netto:2400€ zzgl. 456€ USt (Kein Pauschalbetrag). Ein anderes Angebot welches zuvor von mir abgegeben wurde, umfasste 16 Tage und ebenfalls 300€ zzgl. USt. mit erweitertem Service, Bilder mit komplett 3D-Anteil etc. Dieses wurde mit der Begründung, dass es zu teuer sei abgelehnt. Daher das kostengünstigere Angebot in der Light-Version.

Da der Endkunde jedoch wesentlich mehr als im kostnegümstigeren Angebot angegeben bearbeitet haben wollte wie zum Beispiel erweiterte Grafiken, andere Blickwinkel, ein zusätzliches Bild, zeitintensive Änderungswünsche, komplette 3D Bildanteile (erhöhter Aufwand) etc. hat sich der geschätzte Arbeitsaufwand von 8 auf 20 Tage erhöht was somit eine Rechnung von 6000€ zzgl. USt. nach sich gezogen hat. Die Agentur stand zu jedem Tag in Kommunikation mit mir und beklagt nun, dass der Mehraufwand nicht kommuniziert wurde. Jedoch wurden alle Änderungswünsche seitens der Agentur (die diese wiederum vom Kunden erhalten haben) an mich weiter geleitet (in Form von Email, Telefon und Meetings) und gewünscht, dass diese umgesetzt werden.

Jetzt wird beklagt, dass meine Rechnung 200% von dem "Light" Angebot abweicht, das ich ein realistisches Angebot erstellen soll sonst würde man sich quasi vor Gericht treffen.

Daraufhin habe ich geantwortet und begründet habe, wie dieser Mehraufwand zustande gekommen ist. Nun äußert sich die Agentur, dass das erste Angebot (16 Tage-Version) aufgrund von zu hohen Kosten abgelehnt wurde, ich nun über diesem Kosten liege und das dies so nicht geht. Jedoch bietet mir die Agentur eine Vergütung von 14 Tagen an was für mich ein erheblicher Einschnitt wäre. Die Agentur teilte mir soeben telefonisch mit, dass sie die Thematik schnell geklärt haben möchte. Jedoch wird die Sache wohl in juristische Hände abgegeben, wenn ich das Angebot nicht annehmen sollte. Da ich bis jetzt noch keinen Rechtsschutz habe, Zweifel ich etwas.
Der Kunde verwendet übrigens bereits meine Grafiken.

Sehr geehrter Fragensteller,

anhand des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes kann ich Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

Sie erwähnten, dass das 8-Tage-Angebot angenommen wurde, das 16-Tage-Angebot aber als "zu teuer" abgelehnt wurde.

Bei dem von Ihnen unterbreiteten 8-Tage-Angebot handelte es sich um einen Kostenvoranschlag unter Zugrundelegung der zur Verfügung gestellten Informationen seitens des Bestellers bzw. dessen Vertreter (Agentur).

Da im Laufe der Auftragsausführung aber weitere Wünsche des Bestellers eingeflossen sind, war dies zum ursprünglichen Angebot nicht mehr durchzuführen.

Fraglich ist nun, wie die Anweisungen der Agentur zu deuten sind. Waren diese lediglich Arbeitsanweisungen, welche der Ausführung des ursprünglichen Auftrags dienten, oder wurde damit auch konkludent erklärt, dass man die hierfür zusätzlich anfallende Zeit akzeptieren werde.

Das Problem ist, dass hierüber offenbar nicht gesprochen wurde, weshalb im Streifall die Erklärungen/ Handlungen nach dem objektiven Empfängerhorizont auszulegen wären.
Und schon hier sehe ich das erste Prozessrisiko. Die Agentur brachte nämlich deutlich zum Ausdruck, dass 16 Tage zu teuer seien.

Sobald zu erwarten war, dass Ihr ursprünglicher Kostenvoranschlag wesentlich überschritten werden würde, hätten Sie zumindest die Pflicht gehabt, darauf hinzuweisen (vgl. § 650 Abs. 2 BGB). Wegen dieser Pflichtverletzung haben Sie damit zu rechnen, dass der Besteller Sie wegen des daraufhin entstandenen Schadens (Mehrkosten) in Anspruch nimmt.

Genau dies hat er offenbar auch vor, sollte es zu keiner Einigung kommen ("Die Agentur (...) beklagt nun, dass der Mehraufwand nicht kommuniziert wurde").


Im Falle einer gerichtlichen Inanspruchnahme wären freilich noch viele Details von mitunter entscheidender Bedeutung. Ich sehe aber zumindest wegen der unterbliebenen Anzeige, dass die Kosten aus dem Kostenvoranschlag überschritten werden ein weiteres Prozessrisiko.

Eine gütliche Einigung wäre daher sicher vorzugswürdig.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Antworten fürs Erste weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Weiss
Rechtsanwalt
_________
Allgemeiner Hinweis:

Für die Vergütung einer außergerichtlichen Tätigkeit verlangt § 4 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), dass der vom Auftraggeber an den Anwalt zu zahlende Betrag in einem angemessenen Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko des Anwaltes stehen muss. Als Richt-wert kann insoweit für eine Erstberatung der Betrag von € 250,00 netto herangezogen werden ( § 34 Abs. 1, S. 3, 3. Hbs. RVG).

Vielen Dank!

Bewertung des Fragestellers 13.05.2012 | 12:48

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