Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.675
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kunde CH, Dienstleistung in DE: Mehrwertsteuer berechnen ja oder nein?


23.12.2016 07:48 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau



Guten Tag,

für einen schweizer Kunden lagern wir Ware in Deutschland und versenden diese nach seinen Wünschen an seine Kunden in der EU. Er sendet uns diese Artikel an unser deutsches Lager.
Die Ware ist jederzeit Eigentum des Kunden.

Müssen wir für die Lager- und Versanddienstleistung die MwSt berechnen?
Oder dürfen wir diese auch weg lassen zu Gunsten den Kunden?

Ich habe auch gehört, dass Schweizer auch deutsche Steuernummern bekommen können - hilft das hier eventuell?

Danke
Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Sie erbingen gegenüber Ihrem Schweizer Kunden sogenannte sonstige Leistungen. Da der Schweizer Kunde selbst Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuerrechtes ist (§ 2 UStG) findet der sogenannte B2B-Grundsatz Anwendung, § 3a Abs. 2 UStG, demnach ist Ort der Besteuerung der Sitz des die Leistung empfangenden Unternehmers. DIes ist in Ihrem Falle die Schweiz. Die Vorgänge unterliegen somit nicht der deutschen UMsatzsteuer, sodass Sie gegenüber Ihrem Kunden keine deutsche Umsatzsteuer abrechnen.

Nach § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG wird zudem die Steuerpflicht auf den, die Leistung empfangenden Unternehmer übertragen. Sollte es in der Schweiz eine vergleichbare Regelung geben, müsste der Schweizer Unternehmer die Besteuerung in der Schweiz vornehmen, anderenfalls müssten Sie dies in der Schweiz tun.

Im Ergebnis weisen Sie in Ihrer Rechnung keine deutsche Umsatzsteuer und höchstwahrscheinlich auch keine Schweizer Umsatzsteuer aus. Sie stellen mithin Netto_Rechnungen.

Ich empfehle Ihnen jedoch auf jeden Fall, wegen der Besteuerung in der Schweiz nochmals kurz beim Schweizer Finanzamt nach Gewissheit zu erfragen.


Ich hoffe Ihnen, mit den vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.


Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER