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Kumpel klaut und ich bin mit im Boot...


| 10.11.2007 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

um gleich um den heissen Brei zu reden, sind folgende Dinge im Vorfeld bei mir passiert:
2 mal vorbestraft wegen Betrug (Warenbetrug mit eigener Firma die Konkurs ging) sowie einmal in Tateinheit mit Urkundenfälschung (Fehler vor 6 Jahren. Arbeitgeber eine "falsche" Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht).
Wegen ersteren besteht noch immer eine Bewährungszeit von 3 jahren die auf Antrag von der Staatsanwaltschaft verlängert wurde.
Das ganze ist also 6 Monate auf Bewährung.
Darauf hin suchte ich mir einen anderen Freundeskreis sowie eine neue Arbeit um das Leben neu zu ordnen.
Auch die zusammenarbeit mit dem Bewährungshelfer verlief bisher einwandfrei.

Soviel zur Vorgeschichte.

Nun heute waren der besagte Kumpel und ich in die Stadt gefahren um mal wieder zu shoppen und vor allem, weil ich nach einem Geschenk für meine Partnerin zu Weihnachten gesucht hatte.
Kurze Zeit nachdem wir den Laden "Saturn" betreten hatten, hatte der besagte Kumpel schon einige Artikel gefunden, die ich annahm er kaufen wolle. Soweit ich mich erinnere waren es ein paar USB Sticks und 2 kleine externe Festplatten.

Ich suchte in der zwischenzeit noch einen card Reader für SD Karten, welchen ich noch immer benötige . Er meinte daraufhin hier sei es dafür zu teuer und er wolle noch bei Druckerpatronen etwas schauen.
Dort habe ich bemerkt er hat die Packungen aufgeschnitten und die Sticks "verschwinden" lassen.
Da ích jedoch niemand bin der jemanden in die Pfanne haut, habe ich mir nichts anmerken lassen und meine Klappe gehalten und ein wenig ausschau nach Leuten in der Nähe gehalten.

Das ganze war eine wohl spontane Sache von ihm, da ich ein wenig überrascht war.
Naja auf jedenfall hatte er dann noch einen USb Stick über in OVP und gab ihn mir zum halten. Ich brachte diesen darauf zurück zum Platz wo dieser hingehörte.

Auf jedenfall ist wohl alles in seiner Tasche gelandet und als er den Laden verlies, wurde er auch gefasst.
Ich kam einen moment später raus und wurde auch recht forsch aufgefordert den 5 !!! Mitarbeitern zu folgen.

In deren Büro sollten beide ihre Taschen ausleeren etc. bei mir war außer Geldbörse und Schlüssel fürs Auto nichts zu finden. Er packte alles aus unbd ich staunte nicht schlecht über den Inhalt. Alles in allem Artikel für gute 800 Euro (laut den Detektiven).
Danach wurden beide abgetastet und einige Minuten später traf auch die Polizei in zivil ein.
Auch diese tasteten uns erneut ab und geleitete uns in handschellen in die 2 bereitgestellten Streifenwagen. (Also ich fand diesen hickhack leicht übertrieben).

Auf der Wache wurden unsere Daten erfasst und beide mit Fingerabdrücken und Bildern erfasst.

Nach dieser Aktion wurden wir zurück zum Parkhaus gebracht, damit sich der Polizist nochmal überzeugen konnte, dass nicht weitere Gegenstände in meinem Auto liegen.
Danach wurde mir der Schlüssel übergeben und wir durften gehen.

Das war die ganze Geschichte.
Nun meine Frage. Mir ist klar das dies beihilfe zum Diebstahl war und meine Bewährung damit so gut wie erledigt ist, aber was gäbe es für mich für möglichkeiten da gut rauszukommen ?

Der Kumpel bestreitet nichts und gibt auch zu die Sachen entwendet zu haben und hat mir gegenüber nun auch ein schlechtes Gewissen, da er nun auch weiß wie es um mich steht.

Gibt es eine Möglichkeit eine erneute Verurteilung zu vermeiden und noch schlimmer das die Bewährung nicht aufgehoben wird ?

Normalerweise würde ich mir einen Anwalt nehmen sovbald die Sache mit der Aussage bei Polizeit schon kommt, aber es ist einfach gerade wegen den alten Sachen und damit entstandenen schulden mir unmöglich dieses zu finanzieren.

Daher würde ich mich über eine kleine hilfestellung zumindest schoneinmal freuen bzw. gerne wissen was nun im besten fall passieren kann und im schlimmsten fall und was eher wahrscheinlich ist.

Danke

-- Einsatz geändert am 10.11.2007 22:07:01
10.11.2007 | 22:58

Antwort

von


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Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Ein beauftragter Verteidiger würde zunächst Akteneinsicht beantragen und voraussichtlich auf die Einstellung des Verfahrens bei der Ermittlungsbehörde hinwirken.

Fraglich ist, ob Sie sich wegen Beihilfe zum Diebstahl strafbar gemacht haben.

Beihilfe ist die dem Täter vorsätzlich geleistete Hilfe zur Begehung einer rechtswidrigen Tat. Insbesondere auch Handlungen, die den Täter in seinem Tatentschluss bestärken ( sogenannte psychische Beihilfe ) können strafbar sein.

Die bloße Anwesenheit am Tatort in Kenntnis einer noch nicht beendeten Straftat reicht auch bei deren Billigung nicht aus, um Beihilfe zu bejahen (BGHR § 27 Abs. 1 Unterlassen 5).

Die Rechtsprechung nimmt jedoch Beihilfe an, wenn der „ Gehilfe “ den Täter durch zustimmende oder bestätigende Handlungen in der Verfolgung seines Tatentschlusses bestärkt und sich der Gehilfe dessen auch bewusst ist ( NStZ 02, 139 ). In solchen Fällen kommt es entscheidend darauf an, ob die Tatbegehung in ihrer konkreten Gestaltung objektiv gefördert oder erleichtert wurde ( NStZ RR 01, 40 ).

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben und rate alles in allem zur Mandatierung eines Strafverteidigers, zumal schließlich die Bewährung auf dem Spiel steht.

Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
---------------
Austraße 9 ½
89407 Dillingen a.d.Donau

Tel./ Fax: 09071 - 2658

www.anwaltkohberger.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 11.11.2007 | 00:08

Hallo Herr RA Kohberger,

klar ist die Sache eine "Auslegungssache" und auch der Kumpel bestreitet nichts und würde mir gerne helfen, jedoch ist es ja schon beihilfe, wenn man mehr oder weniger sichtbar auch "Schmiere" steht.

Ich weiß leider bisher immer noch nicht, was nun genau passieren wird, oder in wiefern die Staatsanwaltschaft sich auf evtl. Deals einlässt wegen "minderschweren" Fall meinerseits.

nun weder auf Videoaufnahmen noch nach Aussagen der Detektive kann ich als Dieb überführt werden. Aber mitgegangen mitgefangen oder wie heisst es da ?

Das ganze war ja heute passiert und ich bin dementsprechend noch leicht aufgelöst.
Panik macht sich breit was nun passiert.
Verzweiflung etc. macht sich breit, vorallem weil man sich mehr oder weniger wirklich wie ein Verbrecher vorkam der 1 Million Euro erbeutet hat oder einen Mord begangen hat.

Wie sollte ich nun handeln ? eine Vorladung zur aussage dazu wird ja früher oder später kommen, oder geht das ganze ohne Aussage zur Staatsanwaltschaft ??

und wenn ja was sollte ich wie am besten machen?
In wieweit lässt sich ein RA auf ratenzahlung ein wenn man diese Hilfe in anspruch nimmt. (In meinem Fall ja sicherlich empfehlenswert.)

Danke im vorraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.11.2007 | 08:40

Vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

1 ) In wie weit lässt sich ein RA auf Ratenzahlung ein, wenn man diese Hilfe in Anspruch nimmt?

Ein Anwalt ist zunächst berechtigt für seine Tätigkeit einen angemessenen Vorschuss zu verlangen. Vor der Vereinbarung eines Termines sollten Sie also Ihre finanzielle Situation offen darlegen, also vorab um die Vereinbarung einer Ratenzahlung bitten. Einen Anspruch auf Ratenzahlung haben Sie nicht. Eine solche Vereinbarung wäre ein Entgegenkommen des Anwaltes.

2 ) Wenn Sie „Schmiere“ gestanden sind, so haben Sie sich der Beihilfe zum Diebstahl strafbar gemacht. Sinn und Zweck eines „Schmiere –Stehens“ ist schließlich zu verhindern dass der Täter erwischt wird. Folglich wäre so der Diebstahl objektiv gefördert und erleichtert worden.

Wenn es aber, wie Sie es beschreiben, keine Absprache zwischen Ihnen und dem Täter gab und Sie nicht mehr getan haben als den USB – Stick zurück in das Regal zu legen, wird alleine der Umstand, dass Sie gesehen haben, wie der Bekannte Ware eingesteckt hat, die Strafbarkeit wegen Beihilfe zum Diebstahl nicht begründen können.

3 ) Einen „ minder schweren Fall der Beihilfe zum Diebstahl “ sieht das Gesetz nicht vor, zumal Beihilfe ohnehin minder schwer bestraft wird:

§ 242 StGB

Diebstahl

(1) „Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.“


§ 27 StGB

Beihilfe

(1) „Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.

(2) 1Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafdrohung für den Täter. 2 Sie ist nach § 49 Abs. 1 zu mildern.“


§ 49 StGB

Besondere gesetzliche Milderungsgründe

(1) „ Ist eine Milderung nach dieser Vorschrift vorgeschrieben oder zugelassen, so gilt für die Milderung folgendes:
1.
An die Stelle von lebenslanger Freiheitsstrafe tritt Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
2.
Bei zeitiger Freiheitsstrafe darf höchstens auf drei Viertel des angedrohten Höchstmaßes erkannt werden. 2Bei Geldstrafe gilt dasselbe für die Höchstzahl der Tagessätze.
3.
Das erhöhte Mindestmaß einer Freiheitsstrafe ermäßigt sich
im Falle eines Mindestmaßes von zehn oder fünf Jahren auf zwei Jahre,
im Falle eines Mindestmaßes von drei oder zwei Jahren auf sechs Monate,
im Falle eines Mindestmaßes von einem Jahr auf drei Monate,
im übrigen auf das gesetzliche Mindestmaß.

(2) Darf das Gericht nach einem Gesetz, das auf diese Vorschrift verweist, die Strafe nach seinem Ermessen mildern, so kann es bis zum gesetzlichen Mindestmaß der angedrohten Strafe herabgehen oder statt auf Freiheitsstrafe auf Geldstrafe erkennen.“


Zitat Ende.

4 ) Wenn die Polizei Sie mitgenommen hat, gehe ich davon aus, dass Sie und der Bekannte bereits Aussage(n) gemacht haben, die in etwa das angeben, was Sie in diesem Forum angegeben haben.

Ein beauftragter Rechtsanwalt würde in jedem Fall Akteneinsicht beantragen. um im Anschluss mit Ihnen, eine vernünftige Verteidigungsstrategie zu erarbeiten. Letztlich kann es natürlich auch auf die Aussagen der Mitarbeiter des Warenhauses entscheidend ankommen.

5 ) Eine Vorladung zur Aussage dazu wird ja früher oder später kommen, oder geht das ganze ohne Aussage zur Staatsanwaltschaft ?

Wenn Sie von der Polizei als „ BESCHULDIGTER “ geladen werden, so müssen Sie dort nicht erscheinen. Wenn Sie dort eine Aussage machen, so kann Ihnen das, was Sie dort sagen, später in einem Strafverfahren vor gehalten werden. Sollten Sie von der Staatsanwaltschaft geladen werden, so müssten Sie erscheinen.

Sie sollten zunächst einen Strafverteidiger vor Ort suchen, der sich auf eine Ratenzahlung einlässt. Ich hoffe, Ihre Fragen so weit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kohberger
Rechtsanwalt
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Austraße 9 ½
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Tel./Fax.: 09071-2658

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