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Kulanzangebot nach Beschwerde über Flugverspätung

13.06.2008 18:46 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Hallo,

bin im Feb. von Miami mit der Air Berlin nach Düsseldorf geflogen. Unser flug sollte um 20:05 Uhr dort starten. Wir wurden pünktlich ins Flugzeug gelassen und haben dann dort ewigkeiten gewartet bis wir die nachricht bekommen haben, die Flugzeugtoiletten wären defekt und wir würden später abfliegen. Wir mussten weiterhin warten und kurz vor Mitternacht lies man uns danne ndlich wieder aus der Maschine und sagte uns, wir würen am nächsten Tag zurück nach Deutschland fliegen und für die Zeit dann ein Hotel bekommen. Es gab ebenfalls einen Gutschein im Wert von ein paar Dollar, den wir aber nirgendwo einlösen konnten. Sofort habe ich mit der LTU/AirBerlin in Deutschland Kontakt aufgenommen um einen anderen Flug zu erhalten, da ich am übernächsten Tag in meinem Geschäft arbeiten musste und sonst das Geschäft geschlossen sein würde, wenn ich nicht rechtzeitig wieder vor Ort bin. Leider gab es keine Alternative. Gegen 3 Uhr nachts haben wir dann endlich in unserem Zimmer gelegen und wussten immernoch nicht, ob und wann wir dann am nächsten Tag fliegen sollen/durfen. Letztendlich sind wir dann um 16:00 Uhr am nächsten Tag abgeflogen (Verspätung von 20 Std). War nicht pünktlich zuhaus und mein Geschäft musste geschlossen bleiben. Umsatzausfall für diese Tag von 20000-30000 EUR.
Sofort nach Ankunft Zuhause habe ich mich bei der LTU/Air Berlin schriftlich beschwert und den Verlauf vorgetragen (Datum 01.03.2008). Heute (12.06.2008) habe ich dann, nachdem ich dort vor 2 Tagen nachgefragt habe, ob noch etwas kommt, einen Brief erhalten in dem mir erklärt wird, dass die Air Berlin/LTU nichts zahlen muss.
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Lt. Air Berlin heisst es:
Bitte gestatten Sie uns zur rechtlichen Seite einer Anspruchbegründung die folgende Erläuterung: Gemäß §19 des für den internationalen Luftverkehr geltenden Montrealer Übereinkommens ist eine Fluggesellschaft nicht verpflichtet, verspätungsbedingte Schäden zu ersetzen, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um einen Schadenseintritt zu verhindern. In Anbetracht der Tatsache, dass unsere Flugzeuge gemäß den strengen Regeln des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig überwacht und gewartet werden, hat Air Berlin alle erforderlichen Vorsorgemaßnahmen getroffen, um eine technische Störung zu vermeiden.Somit ist unser Haftungseintritt als Luftfrachtführer ausgeschlossen. Leider konnte keine Ersatzbeförderung durchgeführt werden, weil keine Kapazitäten anderer Luftverkehrsgesellschaften als Subcharter verfügbar waren. Aus Gründen der Kulanz bieten wir Ihnen eine Ermäßigung von 100 EUR pro Person auf Ihre nächste, bei uns getätigte Buchung mit einer Fluglinie der Air Berlin Gruppe an.
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Ist das so richtig???????? Was ist denn mit den ganzen Regelungen von 4Std und dann gibs Geld zurück?? Und was ist mit meinem Umsatzausfall????

Würde mich über eine kompetente und ausführliche Antwort sehr freuen, um der Air berlin einen passenden Brief zu schreiben.

Vielen Dank und viel Grüße

Guten Abend,

Grundsätzlich kommt eine Haftung der Fluggesellschaft wegen Ihrer Vermögensschäden aufgrund der Verspätung in Betracht (§ 46 Abs. 1 Satz 1 Luftverkehrsgesetz - LuftVG -; ähnlich § 19 Satz 1 des Montrealer Übereinkommens - MÜ -). Allerdings ist die Haftung ausgeschlossen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen zur Vermeidung des Schadens getroffen wurden (jeweils Satz 2). Hier wird, wie sich auch schon aus dem Schreiben der Air Berlin ergibt, ein Knackpunkt des Falls liegen. Den Entlastungsbeweis bzgl. der zumutbaren Maßnahmen hat die Fluggesellschaft zu erbringen (zu klären wäre, ob der Defekt an den Flugzeugtoiletten durch Einhaltung der verkehrsüblichen Sorgfalt vermeidbar war). Ob dieser Entlastungsbeweis gelingt kann, ist allerdings völlig offen. Insoweit kann letztlich nur eine gerichtliche Beweisaufnahme Klärung bringen.

Ein weiterer Punkt sind die Schadenspositionen. Wenn Sie Verdienstausfall geltend machen - was ebenfalls grundsätzlich möglich ist -, müssen Sie substanziiert vortragen, welche Geschäfte Ihnen aufgrund der Verspätung entgangen sind bzw. welche unter normalen Umständen zu erwartenden Gewinne Sie hätten realisieren können. Ob und inwieweit hier Aussichten auf Erfolg bestehen, lässt sich nicht ohne weiteres sagen.

Leider wird es wohl - zumal auch angesichts der erheblichen Schadenshöhe, die Sie angeben - kaum möglich sein, diesen Fall durch ein einfaches Schreiben zu klären. Wenn Sie genaue Schadenspositionen beziffern können, sollten Sie unbedingt einen Anwalt vor Ort mit der Prüfung einer Klage beauftragen. Eine andere, auch nur annähernd abschließende Antwort lässt sich in dem Fall leider nicht geben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.

Rückfrage vom Fragesteller 14.06.2008 | 15:16

Und wie sieht es mit der Flugverspätung aus??? Es kann doch nicht sein, dass die Air Berlin mir schreibt, sie müssen nichts zahlen weil sie immer die Toiletten gewartet haben. Generell gibt es doch bei jeder Verspätung ab einer bestimmten Wartezeit eine Regelung, was die Fluggesellschafz zu zahlen hat????

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.06.2008 | 16:17

Sie beziehen sich auf die europäische Fluggastrechteverordnung (EG [VO] Nr. 261/2004), nach der bei Nichtbeförderung oder Annullierung ein pauschalierter Ausgleichsanspruch entstehen kann. Die Verordnung ist jedoch bei Flügen von einem Drittstaat außerhalb der EU in die EU nicht anwendbar, wenn Sie in dem Drittstaat schon Gegen- oder Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen erhalten haben (Art. 3 Abs. 1 Buchst. b der VO). Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann haben Sie in Miami Gutscheine und ein Hotelzimmer gestellt bekommen. Somit ist die Fluggastverordnung in Ihrem Fall leider nicht anwendbar.

Es gilt also das Montrealer Übereinkommen. Dieses sieht keine pauschalierten Geldansprüche vor, so dass Sie Ihre Ansprüche, wie beschrieben, nach allgemeinen Grundsätzen (§ 249 BGB: Art und Umfang des Schadensersatzes ) darlegen und ggfs. beweisen müssen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.

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