Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigungsschutz bei Zwangsversteigerung?

| 02.08.2012 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter


Hallo,

ich habe am heutigen Tage (02.08.2012) den Zuschlag bei einer Zwangsversteigerung für eine Eigentumswohnung erhalten.

Die Wohnung ist aktuell vermietet (wohl seit 1999).

Nach Ende kam eine Dame auf mich zu und fragte mich ob ich die Wohnung eigennutzen möchte, was ich bejahte.

Daraufhin meinte Sie, dass wird sehr schwierig, da die aktuelle Mieterin wohl einen Kündigungsschutz oder irgendwas haben soll und ich wohl vor 2018 nicht damit rechnen soll dort reinzukommen.

Kann das sein? Was genau für Kündigungsschutzmöglichkeiten gibt es?

Ich habe im Wege der Zwangsvollstreckung ja ein Sonderkündigungsrecht. Gerade auch wegen dem Eigenbedarf.

Wenn heute der Zuschlag erteilt wurde, zu wann kann/muss ich der Mieterin kündigen? Oder kann ich erst kündigen, wenn mir auch der Zuschlagsbescheid vorliegt? Wie sollte ich die Kündigung der Mieterin zukommen lassen? Per Gerichtsvollzieher?

Freue mich auf ausführliche Antwort.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie haben gem. § 57a ZVG ein Sonderkündigungsrecht. Diese Kündigung muß für den ersten Termin, für den sie zulässig ist, ausgesprochen werden. Kündigungen müssen jeweils bis spätestens den dritten Werktag eines Monats erklärt werden. In Ihrem Fall wäre das grundsätzlich der morgige 3.8.12. Allerdings wird Ihnen ein Überlegungszeitraum von ca. 1 Woche eingeräumt, so dass Sie bis zum 4.9.12 die Kündigung erklärt haben müssen.

Die Kündigung muß begründet werden. Wenn Sie sich auf Eigenbedarf berufen, bedeutet das, dass Sie konkret darstellen müssen, wer dort aus welchen Gründen einziehen will/soll.

Die Kündigung sollten Sie entweder per Einwurfeinschreiben oder Gerichtsvollzieher zustellen lassen.

Im Hinblick auf die etwas nebulöse Andeutung, es bestehe ein Kündigungsschutz bis 2018 kann ich ohne nähere Angaben auch nur raten, was damit gemeint sein kann. Möglicherweise besteht ein bis 2018 befristetes Mietverhältnis. Dieses kann jedoch gerade wegen der Zwangsversteigerung gem. § 57a ZVG vorzeitig gekündigt werden. Genau derartige Konstellationen sind Grund für das eingeräumte Sonder(!)kündigungsrecht.

Nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion, wenn Sie nähere Informationen zu diesem „Kündigungsschutz" haben.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 02.08.2012 | 17:06

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Folgende Rückfragen habe ich:

Ich habe heute vor Gericht keinerlei weitere Unterlagen (außer "Merkblatt für Ersteher") erhalten- somit habe ich auch keinerlei Informationen über den aktuellen Mieternamen, Mietvertrag etc.

Die Wohnung wird über einen Zwangsverwalter verwaltet, dieser stellt mir die Informationen nach Zustellung des Zuschlagsbescheides zur Verfügung. Wie lange dauert sowas? Kann/muss/sollte ich jetzt den Namen rausfinden und schon kündigen oder muss/sollte ich den Zugang des Zuschlagbescheides abwarten? Oder gilt die Frist eh erst ab Zugang des Zuschlagbescheides?

Dem Mieter muss also bis 04.09.2012 die Kündigung zugegangen sein. Ist das Einwurfeinschreiben ausreichend? Zu welchem Datum muss ich dem Mieter kündigen?

Vielen Dank vorab schon mal für die Beantwortung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.08.2012 | 19:37

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst erlaube ich mir den Hinweis, daß Sie den Mindesteinsatz geboten haben, der für die Beantwortung einer (!) Frage vorgesehen ist. Sie stellen jetzt aber noch viele Zusatzfragen.

Trotzdem bin ich bereit, in gebotener Kürze zu antworten:

Sie sollten im eigenen Interesse alles versuchen, um so schnell wie möglich den Namen der Mieterin zu ermitteln, und dann so schnell wie möglich kündigung. Kündigung per Einwurfeinschreiben reicht aus. Die Kündigungsfrist ist abhängig von der Dauer des Mietverhältnisses und beträgt maximal 9 Monate. Bei Unsicherheit sollten Sie zum "nächstmöglichen Termin" kündigen.

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 04.08.2012 | 00:19

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?