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Kündigungsgründe Arbeitgeber kath Kirche

31.05.2021 12:40 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Hallo,
Ich bin als Leitung einer Kindertagesstätte bei der Kath. Kirche angestellt. Momentan noch in Probezeit. Ich lebe mit meinem Partner, der einer anderen Konfession angehört und unseren beiden Kindern zusammen. Jetzt wollen wir heiraten, eigentlich nur standesamtlich, da unterschiedliche Konfessionen. Unsere Kinder sind nicht getauft, sie sollen später selbst entscheiden können, welcher Kirche sie zu gehören wollen.
Laut anderer Kollegen sollte ich besser im jetzigen familiären Status bleiben, kein "Fass aufmachen", in das die kath. Kirche dann ordentlich "reingreifen" wird.
Ist das tatsächlich so, dass Nicht - Taufe der Kinder und nicht - kirchliche Trauung einen absoluten Kündigungsgrund liefert?
Mein Problem ist, ich könnte eine KiTa-Leitungsstelle bei der Stadt annehmen. Muss mich bis spätestens diesen Mittwoch entscheiden, fühle mich aber sehr wohl in der aktuellen, kirchl. Einrichtung, kann und möchte aber nicht mit offenen Augen aufgrund der og familiären Situation in eine Kündigung laufen und dann ohne die Möglichkeit des städtischen Jobs. Können Sie mir weiterhelfen? Vielen Dank und beste Grüße!

31.05.2021 | 14:33

Antwort

von


(2004)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach aktueller Rechtsprechung von EuGH und BAG darf eine Religionszugehörigkeit nur zur Bedingung von Einstellungen gemacht werden, wenn dies für die konkrete Tätigkeit objektiv geboten ist. Umso mehr gilt dies für eine Kündigung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses, die bei einem Konfessionswechsel nur gerechtfertigt sein kann, wenn eine bestimmte Religionszugehörigkeit für die Tätigkeit geboten ist. Nur wer „verkündigungsnah", das heißt seelsorgerisch oder „am Nächsten" tätig sei, nur wer den christlichen Auftrag der Diakonie während seiner Arbeit ausübe, nur der verletze seine arbeitsvertraglichen Pflichten durch einen Kirchenaustritt. Hierbei sind zusätzlich auch besonderer Schutz des Arbeitsnehmers aufgrund fortgeschrittenem Alter, langer Betriebszugehörigkeit etc. zu berücksichtigen.

Aber selbst wenn die passende Konfession bei Ihnen aufgrund der Tätigkeit verlangt werden und ein Kirchenaustritt eine Kündigung rechtfertigen könnte, bedeutet dies keine arbeitsrechtliche Pflicht zur Taufe der Kinder oder kirchlicher Heirat. Selbst eine dem katholischen Glauben widersprechende Wiederheirat rechtfertigt keine Kündigung mehr (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20. Februar 2019 - 2 AZR 746/14).

Wenn Sie sich grundsätzlich wohl in der Einrichtung fühlen, sehe ich keinen zwingenden Grund für eine Taufe der Kinder oder Verzicht auf die standesamtliche Trauung, denn rechtlich wird dies nicht zur Begründung einer Kündigung einer Kündigung ausreichen. Ob der Arbeitgeber Ihnen bei Kenntnis dieser Umstände auf andere rechtlich schwerer angreifbare Weise das Leben schwer machen kann und wird (z.B. durch vertragsgemäße Umsetzung auf einen unbeliebteren Arbeitsplatz), können Sie vermutlich besser beurteilen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

(2004)

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