Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigungsfrist einer Teilzeitkraft wegen Krankheit


22.07.2005 22:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Ich bin Arbeitgeber und habe 3 Mitarbeiter im Angestelltenverhältnis auf Teilzeit und 5 Mitarbeiter auf € 400,00. Eine Mitarbeiterin die angestellt ist (nicht auf € 400,00), arbeitet 2,5 Tage die Woche. Leider ist sie öfters an einem der Tage an dem sie arbeiten soll krank. An den zwei Tagen, an denen sie nicht für mich arbeitet ist sie selbstängig tätig. Kann ich nicht verlangen, das sie die Tage an den sie krank macht nachholt? Ich fühle mich ausgenutzt. Auch ist es gegenüber den anderen zuverlässigen Miterbeitern ungerecht. Wie sieht generell die Kündigungsfrist aus. Es besteht kein befristeter Vertrag. Sie hat im Oktober 2004 angefangen. Die Probezeit war 3 Monate. Vielen Dank

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Sofern Ihre Angestellte tatsächlich krank ist, braucht sie die Arbeitszeit nicht nachholen. Falls Sie Bedenken an der Richtigkeit der Krankmeldung haben, sollten Sie mit der Mitarbeiterin sprechen und Sie darauf hinweisen, daß eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses möglich sein wird. Denn nach Ihrer Schilderung wird das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar sein.

Nach § 23 Abs. 1 KSchG gelten die Vorschriften dieses Gesetzes "nicht für Betriebe und Verwaltungen, in denen in der Regel fünf oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden. In Betrieben und Verwaltungen, in denen in der Regel zehn oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden" gilt der besondere Kündigungsschutz "nicht für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31. Dezember 2003 begonnen hat; diese Arbeitnehmer sind bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer nach Satz 2 bis zur Beschäftigung von in der Regel zehn Arbeitnehmern nicht zu berücksichtigen. Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer nach den Sätzen 2 und 3 sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen."

Sofern also die Teilzeitkräfte und Mitarbeiter auf 400 EUR jeweils nicht mehr als 20 Stunden/Woche arbeiten, erreicht der Betrieb die für die Anwendbarkeit des KSchG notwendigen mehr als 5 Mitarbeiter nicht. Da das Arbeitsverhältnis mit der betreffenden Mitarbeiterin nach dem 31.12.2003 begonnen hat, könnte sie sich sogar nur auf das Kündigungsschutzgesetz berufen, wenn der Betrieb mehr als 10 Mitarbeiter regelmäßig beschäftigt, was nach Ihrer Darstellung nicht der Fall ist. Dies bedeutet, daß Sie der Mitarbeiterin ohne Angabe von Gründen jederzeit fristgerecht werden kündigen können, da Sie keinen Kündigungsschutz genießt.

Das Arbeitsverhältnis ist, sofern der Vertrag keine anderweitige Regelung enthält, jederzeit unter Einhaltung einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende kündbar.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de

Die Kündigungsfristen

Nachfrage vom Fragesteller 23.07.2005 | 09:05

Sehr geehrter Herr Schwartmann,

vielen Dank für Ihre ausführlich Antwort. Die Mitarbeiterin um die es geht, arbeitet 20 Stunden die Woche und verdient € 1200,00 brutto. Gilt hier auch die 4 wöchige Kündigungsfrist? Vielen Dank und ein schönes Wochenende.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.07.2005 | 15:04

Die genannte Kündigungsfrist ergibt sich aus § 622 BGB, der auch auf Teilzeitarbeitsverhältnisse Anwendung findet. Von dieser Vorschrift kann allerdings arbeitsvertraglich abgewichen werden. Wenn dies nicht der Fall ist, gilt die genannte gesetzliche Kündigungsfrist.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt
www.andreas-schwartmann.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER