Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigungsfrist / Freistellung während Probezeit

10.03.2017 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Guten Tag,

hier kurz die Fakten:

Beginn Arbeitsverhältnis 15.02.2017. Wortlaut lt. Arbeitsvertrag: "Während des Probearbeitsverhältnisses ist das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von zwei Wochen kündbar, unbeschadet des Rechts zur fristlosen Kündigung". Mein Chef sprach mir die Kündigung am 07.03.2017 mündlich aus, am 08.03.2017 per Mail und heute, 10.03.2017 habe ich die Kündigung dann als Brief erhalten. Gekündigt wurde mir zum 15.03.2017. Am 08.03.2017 morgens bekam ich eine Krankmeldung meines Arztes, die ich auch taggleich per Mail vorab sowie auch per Einschreiben an meinen Arbeitgeber sendete.

1. Ist die Frist rechtskonform? 10.03.2017 bis 15.03.2017 sind ja nur 5 Tage und nicht die vertraglich vereinbarten 14 Tage.

2. Laut Kündigungstext: "Sie sind mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der bestehende Urlaubsanspruch von 2,5 Tagen wird mit der Freistellungszeit verrechnet." Ich bin aber ab 08.03.2017 bis 17.03.2017 krankgeschrieben. Gilt trotzdem die Freistellung, und habe ich somit keinen Anspruch auf Auszahlung der 2,5 Tage Urlaub?

3. Im Text der Kündigung steht wortwörtlich: "Hinzu kommt die Tatsache, dass Ihre Anreise von Ihrem Wohnort zu unserer Agentur täglich mit einem enormen Zeitaufwand verbunden ist, welchen Sie laut eigener Aussage so nicht bewältigen können". Diese Aussage habe ich so allerdings nie getroffen, sondern lediglich auf Rückfrage erzählt, dass ich einen längeren Arbeitsweg habe. Ich möchte diesen Passus gern aus dem Kündigungstext raus haben, da ich ansonsten befürchte, dass das Jobcenter mir dies nachteilig auslegt.

Vielen Dank für Ihre Beantwortung meiner Fragen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses bedarf der Schriftform. D.h., weder die mündliche Kündigung noch die Kündigung per E-Mail erfüllen dieses Formerfordernis. Abzustellen ist also allein auf die Kündigung vom 10.03.2017.

Der Arbeitgeber hat die Kündigungsfrist falsch berechnet. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen, gerechnet ab dem Tag des Zugangs der Kündigung, gerechnet also ab dem 10.03.2017. Gekündigt werden kann damit zum 24.03.2017


2.

Da Sie nur bis zum 17.03.2017 arbeitsunfähig geschrieben sind, besteht durchaus die Möglichkeit, den Resturlaub zu nehmen. Mit der Freistellung ist Ihnen der Urlaub gewährt worden, jedenfalls für die Zeit, während der Sie nicht arbeitsunfähig krankgeschrieben sind.

Wären Sie bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses erkrankt und würde das durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen, wäre der Urlaub nicht verloren und müsste daher abgegolten werden.


3.

Grundsätzlich steht es dem Arbeitgeber frei, welchen Text er für das Kündigungsschreiben verwendet.

Nachteile sehe ich aufgrund der Formulierung bezüglich der Anreise vom Wohnort nicht.


4.

Damit die Kündigung zum 15.03.2017 nicht rechtskräftig wird, sollten Sie beim Arbeitsgericht beantragen, dass die Kündigung rechtswidrig ist und dass das Arbeitsverhältnis erst zum 24.03.2017 sein Ende findet.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 10.03.2017 | 16:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Raab,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Noch eine kurze Rückfrage: Muss ich dem Arbeitgeber selbst mitteilen, dass seine Kündigung rechtswidrig ist, oder reicht es, wenn ich einen Antrag beim Arbeitsgericht stelle?

Dankeschön nochmals.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.03.2017 | 16:58

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich reicht es nicht aus, lediglich den Arbeitgeber über die fehlerhaft berechnete Kündigungsfrist zu informieren, um die Kündigung damit unwirksam, also zum 15.03.2017, werden zu lassen. Sie müssten daher schon tätig werden und eine entsprechende Klage beim Arbeitsgericht einreichen.


2.

Dies können Sie über einen Rechtsanwalt veranlassen oder auch über die Rechtsantragsstelle bei Gericht.

Bedenken müssen Sie, dass bei einem arbeitsgeichtlichen Rechtsstreit in der I. Instanz jede Partei ihre Kosten selbst trägt, gleichgültig, wer im Prozeß obsiegt oder unterliegt.

Wenn Sie also nicht rechtsschutzversichert sind, kann die Klageformulierung über die Rechtsantragsstelle sinnvoll sein.


3.

Sollten Sie diesbezüglich Hilfe benötigen, können Sie sich selbstverständlich an mich wenden. Allerdings würden dann weitere Kosten entstehen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 76979 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr geehrter Herr Wilking, haben Sie herzlichen Dank für die präzise und gut verständliche Beantwortung meiner Frage. Mit besten Grüßen, Monade ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Liebe Anwältin, ich habe selten eine solch ausführliche, verständliche und kompetente Antwort bekommen wie von Ihnen!!! Leider konnte ich keine sechs Sterne vergeben! Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herzlichen Dank für Ihre kompetete ausführliche Antwort. Gerne empfehle ich Herrn Rechtsanwalt Bernhard Müller weiter. Er hat mir sehr geholfen in einer Mietrechtsfrage. Dass ich hier eine schriftliche Antwort erhalte hilft mir ... ...
FRAGESTELLER