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Kündigung wegen langer Krankheit

| 01.09.2014 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich bin Inhaber und GF einer GmbH mit 22 Mitarbeitern.
Eine meiner Mitarbeiterinnen (angestellt seit ca 3 Jahren) ist seit 27.01.14 erkrankt. Diagnose BurnOut. Seit ca 4 Monaten kommt regelmäßig zum Monatsende die Fortschreibung der Krankheitsmeldung für ein weiteres Monat. Heute erhielt ich eine weitere Krankmeldung bis 30.09.14. Da die Mitarbeiterin einen Arbeitsbereich besetzt, der nur von ihr erledigt wird (IT), mußte ich bereits vor 2 Monaten einen neuen Mitarbeiter für dieses Arbeitsfeld einstellen. Sollte die Mitarbeiterin irgendwann zurück kehren, wäre der Bereich doppelt besetzt.
Ich möchte der krank gemeldeten Mitarbeiterin daher nun kündigen.
Ist das möglich? Wie muss ich vorgehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da in Ihrem Betrieb mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt sind, greift das KSchG, so dass hier eine ordentliche personenbedingte Kündigung in Betracht kommt.

Die Rechtsprechung hat klare Regeln aufgestellt, wann eine Kündigung wegen langandauernder Krankheit sozail gerechtfertigt und demnach möglich und wirksam ist. Hierfür müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Negative Gesundheitsprognose
Die Arbeitnehmerin muss zum Zeitpunkt der Kündigung bereits "länger arbeitsunfähig sein", was hier der Fall ist, da dafür als Richtwert 6 Wochen angenommen werden. Problematisch ist jedoch, dass nicht absehbar sein darf, dass die Krankheit bald endet (Zukunftsprognose). Hierfür ist ein (Betriebs)Arzt hinzuzuziehen, der bescheinigen muss, dass mit einer baldigen Genesung nicht zu rechnen ist. Problematisch ist hier jedoch, dass es keine einheitliche Rechtssprechung gibt, wie lange die Krankheit noch andauern muss, damit die Kündigung wirksam ist. Demnach bleibt hier immer ein gewisses Restrisiko beim Arbeitgeber.
Fällt die Zukunftsprognose negativ aus, müssen auch die 2. und 3. Voraussetzungen vorliegen.

2. betriebliche Beeinträchtigungen
Die lange Krankheit Ihrer Arbeitnehmerin muss Ihre betrieblichen und wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen, was vorliegend der Fall sein dürfte, da Sie ja schon eine Ersatzkraft einstellen mussten, da die Arbeit in dem Betrieb sonst niemand verrichten kann.

3. Interessenabwägung
Hier ist zu prüfen, ob Ihnen als Arebitgeber un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls die wirtschaftlichen und betrieblichen Be­ein­träch­ti­gung Ihrer In­ter­es­sen zu­ge­mu­tet oder nicht mehr zu­ge­mu­tet wer­den können. Hier ist insbesondere zu fragen, ob wei­te­re Über­brückungs­maßnah­men nicht mehr möglich sind und da­her Ihr Be­en­di­gungs­in­ter­es­se über­wiegt. Zudem sind hier auch das Alter, die Betriebszugehörigkeit und die Unterhaltsverpflichtungen der Arbeitnehmerin zu berücksichtigen.

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist zwar möglich, jedoch nicht immer leicht durchzusetzten. Insbesondere sind hohe Voraussetzungen an die Zukunftsprognose zu stellen, so dass Sie dies erst durch eine Arzt abklären lassen sollten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2014 | 14:24

Besten Dank für Ihre Antwort.
Zu welchen Termin kann ich die Kündigung aussprechen, wenn ich sie heute verfasse und per Brief an die Mitarbeiterin sende?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2014 | 14:34

Sofern Sie im Arbeitsvertrag nichts abweichendes zu den Kündigungsfristen vereinbart haben, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist gem. § 622 Abs. 2 BGB. Da das Arbeitsverhältnis vorliegend 3 Jahre bestanden hat, beträgt die Kündigungsfrist nach § 622 Abs. 2 Nr. 1 BGB einen Monat zum Ende eines Kalendermonats.

Da wir heute leider schon den 01.09.2014 haben, ist eine Kündigung erst zum 31.10.2014 möglich.

Bewertung des Fragestellers 03.09.2014 | 09:58

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