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Kündigung wegen Krankheit nach Arbeitsunfall

27.01.2007 14:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Sehr geehrte Damen und Herren,

bin seit ca. 1 1/4 Jahr in einem Biosupermarkt als Kassiererin beschäftigt. Ich bin aus der Probezeit, Vollzeit beschäftigt und unbefristet angestellt. Habe mir diese Tätigkeit selber wegen Arbeitslosigkeit gesucht, vorher war ich als Rechtsanwaltsfachangestellte/Sekretärin beschäftigt. Meine damalige Vollzeitstelle wurde in eine Halbtagsstelle umgewandelt, so dass ich erstmal eine Stelle als Kassiererin angemommen habe, um nicht arbeitslos zu werden. Im November hatte ich einen Arbeitsunfall, d.h. ich bin auf nassem Boden ausgeruscht und auf das Kassenband aufgeschlagen. Ich war ca. 5 Wochen krankgeschrieben. Hatte eine OP am Arm. Nachdem ich wieder zur Arbeit kam, wurde ich ziemlich gemieden und gemobbt. Ich habe solche Magenprobleme, bin auch in neurologischer Behandlung, und seit zwei Wochen krank geschrieben. Mein Chef rief mich an und fragte nach meinem Befinden. Daraufhin deutete er an, falls ich gesundet wäre, müsste er ein Gespräch mit mir führen, da ich im Kassenbereich als Kassiererin total fehlen würde, er ja Überstunden abbauen möchte, dies aber nicht kann, weil ich krank wäre.
Ich gehe davon aus, dass ich die Kündigung erhalten werde. Suche auch schon intensiv, allerdings in meinem Beruf, den ich auch schon seit über 30 Jahren ausübe. Das Büro fehlt mir total, ich fühle mich im Handel absolut nicht wohl. Hatte allerdings vor, mir eine Stelle in Ruhe zu suchen, aber bei diesem Mobbing ist das nicht ohne "Kranksein" möglich. Wir sind in unserer Filiale ca. 28 Mitarbeiter, 6 Azubis, wovon 2 auch schon "dauerkrank" sind. Dann noch ca. 6 Aushilfen, was aber immer variiert.
Meine Frage hatte sich eigentlich schon durch diese Seite erübrigt, wollte aber trotzdem in meinem speziellen Fall nachfragen,ob eine Kündigung während Krankheit rechtens ist.
Dann wollte ich noch wissen, ob meine letzten 3 Jahre in Beschäftigung vom Arbeitsamt berücksichtigt werden, d. h. wegen des Arbeitslosengeldes. Ich habe vorher als Sekretärin 2.200,00 brutto gehabt, jetzt habe ich als Kassiererin 1780,00 brutto. Ich hoffe, dass die letzten 3 Jahre komplett berechnet werden, um das Arbeitslosengeld zu bestimmen.
Im Voraus schon vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Monika Müller

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Kündigung WEGEN Krankheit ist nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen möglich. Nach der Rechtsprechung des BGH muss ersichtlich sein, dass eine Genesung über einen Zeitraum von 2 Jahren hinweg nicht möglich ist. Andauernde Krankheit kann ebenfalls ein personenbedingter Kündigungsgrund sein. Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist grds. jedoch nicht ausreichend, um eine solche Kündigung zu rechtfertigen. Wenn Sie in absehbarer Zeit wieder arbeitsfähig werden oder werden können und dem Arbeitgeber dann auch zur Vefügung stehen, ist an eine Kündigung wegen Gründen in Ihrer Person eher nicht zu denken. Insbesondere bei einer Krankschreibung von 2 Wochen, auch bei Berücksichtigung der Ausfallzeit wegen des Unfalls.

Werden Sie gemobbt, so steht Ihnen einaußerordentliches Kündigungsrecht und u.U. auch ein Schadenersatzanspruch zu.

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bestimmt sich nach den §§ 117ff. SGB III. Um den Anspruch zu erfüllen müssen Sie die Anwartschaftszeit erüllt haben und zwar dadruch, dass Sie in der Rahmenfrist von 2 Jahren mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben.

Ich hoffe, Ihre Fragen hilfreiche beantwortet zu haben und wünsche Ihnen ein weiterhin angenehmes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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