Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung wegen Krankheit - Aufhebungsvertrag

28.04.2008 08:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

bei mir wurde Tinnitus festgestellt.
Daher bin ich bereits in der 4. Woche krank geschrieben.
Nach Untersuchungen ist mein Arzt überzeugt, dass dies bei mir stressbedingt auftritt.
Ich arbeite seit 7 Jahren als Bürokauffrau in der Zentrale einer Verwaltung in der Baubranche (27,5 Std.-Woche), in der es sehr hektisch zugeht. Besonders die Telefonzentrale macht mir sehr zu schaffen, es klingelt ununterbrochen und auch der Lärmpegel ist dort durch das ständige Ein- und Ausgehen der Mitarbeiter in unserem Büro sehr hoch.
Um dem Tinnitus diesbezüglich entgegenzuwirken, hat mir mein Arzt geraten, meinen Arbeitsbereich zu wechseln.
Leider weiß ich schon seit längerer Zeit, dass in unserer gesamten Verwaltung ein Abteilungswechsel für mich ausgeschlossen ist, da es mir hier an der nötigen Qualifizierung mangelt (vorstellbar wäre bei meiner gesundheitlichen Problematik ein Wechsel in die Buchhaltung, da hier ruhig gearbeitet wird und Lärm unterbunden wird).
Dafür müsste ich mich allerdings erst einmal weiterbilden, dieses in den Abendbereich zu legen, würde mich aber wiederum überfordern, da ich auch Mutter von 3 Kindern bin (darunter eines von 4 Jahren).
Mein Arzt rät mir zu kündigen, er würde dies auch gegenüber der ARGE befürworten, damit mir keine Sperrfrist gesetzt wird.
Ich bin noch ziemlich unsicher, da ich denke, dass ich eventuell trotzdem Schwierigkeiten mit der ARGE bekommen könnte. Gern würde ich dem Arbeitgeber mitteilen, dass das Arbeiten für mich in meiner Abteilung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Vielleicht würde mir auch seitens des Arbeitgebers daraufhin gekündigt werden?
Allerdings befinde ich mich noch im Krankenschein.
Auch bin ich zu 50% Schwerbehindert.
Sollte ich mich auf einen Aufhebungsvertrag einigen, würde dies auch eine Sperrfrist mit sich ziehen?
Mein Arzt wird dies gegenüber der ARGE in jedem Fall schriftlich befürworten.
Mir ist wichtig, dass ich während der Arbeitslosigkeit eine Weiterbildung im Bereich Buchhaltung wahrnehme (die ich eventuell auch bereit wäre, selbst zu finanzieren), damit ich schnellstmöglich wieder eine Anstellung finde.
Erfahrungsgemäß bestehen in der Buchhaltung gute Arbeitschancen. Durch kleinere Differenzen in der Vergangenheit denke ich, dass man mich nicht versuchen würde, zu "halten", die Vorgesetzten wissen aber, dass es schwierig ist einer Schwerbehinderten zu kündigen.
Wie verfahre ich hier am Besten?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!
Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Die eigene Kündigung ist in der Regel nicht zu empfehlen, obwohl Sie richtigerweise bei entsprechenden ärztlichen Attesten keine Sperrzeit erhalten werden.
Durch das Aushandeln eines Aufhebungsvertrages können Sie sich zusätzlich einen finanziellen Vorteil im Wege einer frei verhandelbaren Abfindung verschaffen. Ihr Verhandlungsspielraum ist hier insbesondere aufgrund Ihres besonderen Kündigungsschutzes vorhanden. Der Aufhebungsvertrag muss allerdings entprechend formuliert werden, um keine Sperrfrist durch die Agentur für Arbeit zu erhalten. Entscheidend ist, dass ein wichtiger Grund vorliegt, welcher die Beendigung des Arbeitsverhälntisses rechtfertigt ( Krankheit). Nicht verkürzt werden sollte in einem solchen Aufhebungsvertrag allerdings die Kündigungsfrist, da dies sonst zu einem Ruhen des ALG- Anspruches führt.
In der Regel kann die Problematik der Sperrfrist bereits im Vorfeld mit der Agentur für Arbeit besprochen werden, um Rechtsstreitigkeiten im Nachgang zu vermeiden.

Es empfiehlt sich dringend, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen. Ein Aufhebungsvertrag sollte nicht ohne anwaltliche Prüfung der Gesamtumstände abgeschlossen werden. Die Verhandlungsmöglichkeit eines Rechtsanwaltes wird in der Regel eine mögliche Abfindungssumme erhöhen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 74290 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Eine solch kompetente Information zur Rechtslage ist eine große Erleichterung - ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre kompetente und voll ausreichende Auskunft. Sie waren mir eine große Hilfe! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute, verständliche Antwort. Ich habe den Anwalt mandatiert ...
FRAGESTELLER