Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung wegen Fehlens

| 19.01.2017 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


14:13

Zusammenfassung: Auch bei unentschuldigtem Fehlen und vorheriger Abmahnung kann eine verhaltensbedingte Kündigung unwirksam sein. Eine Interessenabwägung durch das Arbeitsgericht hat insbesondere bei langer Betriebszugehörigkeit zu erfolgen.

Guten Tag,
Ich habe letztes Jahr 4 Tage unentschuldigt gefehlt auf der Arbeit eine Abmahnung gekommen . Jetzt hab ich Anfang des Jahres wieder zwei Tage unendschukdigt gefehlt .
Ich private Probleme psychischer Art.
Mein Arbeitgeber ein großer Konzern will mich jetzt kündigen . Sie wollen mich bis 31.07 freistellen mit vollem Gehalt und ein gutes Zeugnis ausstellen.
Ich würde gerne weiter in der Firma arbeiten aber dies ist wohl ausgeschlossen .
Ist das Angebot ok oder soll ich noch auf eine Abfindung spekulieren . Ich bin 33 Jahre alt und seit 1999 in dieser Firma ohne Auffälligkeiten bis jetzt eben .
Danke für Ihre Antwort
19.01.2017 | 10:46

Antwort

von


(80)
Neustr. 32
46535 Dinslaken
Tel: 02064 82 88 144
Web: http://www.rechtsanwalt-dubbratz.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte die von Ihnen gestellte Frage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt beantworten:

Grundsätzlich stellt das unentschuldigte Fehlen einen Kündigungsgrund dar. Es handelt sich um eine verhaltensbedingte Kündigung nach § 1 Abs. 2 KSchG.

Einer solchen Kündigung hat eine Abmahnung vorauszugehen, die sich auf ein gleiches oder ähnliches Fehlverhalten bezieht. Dies ist vorliegend geschehen. Die Abmahnung haben Sie im letzten Jahr wegen dieses Fehlverhaltens erhalten.

Aufgrund dessen wäre eine Kündigung grundsätzlich gerechtfertigt.

Eine fristlose Kündigung wird nach Ihrer Schilderung nicht gerechtfertigt sein. so dass nur eine fristgerechte Kündigung erfolgen kann. Da mir nicht bekannt ist, ob aufgrund eines Tarifvertrages oder durch eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag eine andere Kündigungsfrist zur Anwendung kommt, gilt § 622 BGB. Aufgrund der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses ist daher von einer Kündigungsfrist von 6 Monaten nach § 622 Abs. 2 S. 1 Nr. 6 BGB auszugehen. Soweit die Kündigung Ihnen bis zum 31.01.2017 zugeht, kann die Kündigung daher zum 31.07.2017 ausgesprochen werden.

Ich gehe allerdings aufgrund Ihrer Schilderung davon aus, dass im seit 18 Jahren bestehenden Arbeitsverhältnis tatsächlich nur die von Ihnen angegebenen Fehlzeiten gegeben sind und das Arbeitsverhältnis darüber hinaus problemlos verlaufen ist.

In einem solchen Fall kann auch bei den von Ihnen geschilderten Fehlzeiten durch das Arbeitsgericht die Kündigung als sozial ungerechtfertigt angesehen werden, da Sie auf eine lange Betriebszugehörigkeit und das bis dahin unbelastete Arbeitsverhältnis verweisen können. Dies wird das Arbeitsgericht bei einer möglichen Prüfung der Rechtmäßigkeit einer Kündigung zu berücksichtigen haben.

Ihnen stehen daher grundsätzlich folgende Möglichkeiten offen:

Sie können Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie eine Kündigung nicht akzeptieren werden und das Arbeitsverhältnis fortsetzen wollen. Sollte die Kündigung ausgesprochen werden, sollten Sie sich gegen die Kündigung vor dem Arbeitsgericht zur Wehr setzen. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass eine Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht eingegangen sein muss.

Sie können dem Arbeitgeber aber auch mitteilen, dass Sie eine Kündigung grundsätzlich akzeptieren würden, wenn Ihnen eine angemessene Abfindung gezahlt wird. Die Regelabfindung beträgt dabei 1/2 Monatsgehalt pro Jahr der Beschäftigung, bei Ihnen damit ca. 9 Monatsgehälter. Ihr Arbeitgeber ist grundsätzlich aber nicht verpflichtet, Ihnen die Abfindung zu zahlen. Insoweit müsste es eine Vereinbarung geben.

Sollten Sie und Ihr Arbeitgeber eine solche Vereinbarung schließen wollen, rate ich dringend dazu, diese vor Unterzeichnung im Hinblick auf mögliche Folgen für den Bezug von Arbeitslosengeld und mögliche Sperrfristen anwaltlich prüfen zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine Rückfrage gern zur Verfügung. Sollte Sie eine Vertretung durch meine Kanzlei wünschen, stehe ich Ihnen dafür ebenfalls gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dubbratz
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2017 | 13:57

Heute war dann die fristgerechte Kündigung zum 31.07.17 im Briefkasten.
Arbeitsverhältnis Start war bei denen Februar 2003 Lehre wird wohl nicht angerechnet .
Reicht es wenn ich jetzt eine Email an die Firma richte das ich die Kündigung nicht akzeptiere und eine angenessene Abfindung möchte und ist dies sinnvoll ?
Danke für Ihre sehr gute und verständlich zusammen gefaste Antwort .
Würden sie mich auch trotz des großen km Abstandes vertreten .
Ich wohne in xxxxx
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2017 | 14:13

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

Zunächst besteht tatsächlich die Möglichkeit, Ihren Arbeitgeber per E-Mail über Ihren Standpunkt zu informieren und die Zahlung einer angemessenen Abfindung zu fordern. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ab heute gleichwohl die Frist zur Einreichung der Kündigungsschutzklage läuft. Die Klage muss, falls vorher keine Einigung mit Ihrem Arbeitgeber erzielt worden ist, spätestens am 09.02.2017 beim Arbeitsgericht eingegangen sein.

Eine Vertretung durch meine Kanzlei kann auch trotz der Entfernung erfolgen, soweit dies von Ihnen gewünscht ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dubbratz
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.01.2017 | 13:58

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super Beratung ! "
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Frank Dubbratz »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.01.2017
5/5,0

Super Beratung !


ANTWORT VON

(80)

Neustr. 32
46535 Dinslaken
Tel: 02064 82 88 144
Web: http://www.rechtsanwalt-dubbratz.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Nachbarschaftsrecht, Fachanwalt Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Fachanwalt Familienrecht, Immobilienrecht
Jetzt Frage stellen