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Kündigung während des Krankenscheines


17.11.2008 09:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite seit dem Jahr 2000 bei einer Baufirma als Bürokauffrau in Teilzeit. Ich bin zu 50 % Schwerbehindert mit einem "G". Mit dieser Option wurde ich damals auch eingestellt.

Im Jahr 2004 ging ich in Elternzeit und bin seit dem Jahr 2006 wieder im Dienst, auch wieder in Teilzeit.
Leider kränkelte mein kleiner Sohn immer mal wieder (allerdings immer nur tageweise wegen Erkältung).
Dafür nahm ich nie einen Krankenschein sondern immer Urlaub "weil man das in unserer Firma auch nicht macht".

Jetzt bin ich seit dem 01.04.08 aufgrund Tinnitus krank geschrieben.
Der Arzt rät mir, die Abteilung zu wechseln, da mein Arbeitsbereich mit zuviel Lärm und Stress verbunden ist.
Auch ich bin von einem Wechsel überzeugt.
Der Arbeitgeber hat aber der Krankenkasse gegenüber schon erwähnt, dass eine Versetzung in eine andere Abteilung nicht möglich sei (obwohl mir sehr wohl bekannt ist, dass in sämtlichen Abteilungen viel zu tun ist).
Er wird damit argumentieren, dass mir hier die nötige Qualifikation fehlt oder aber Vollzeit gewünscht wird.

Da ich aber durch Kollegen erfahren habe, dass mittlerweile Personal eingespart wird und auch ich seit längerer Zeit das Gefühl habe, dass man mich "gern loswerden möchte", denke ich, dass sie durch ihre Haltung hoffen, dass ich selber kündige.

Das kann ich mir nicht leisten, denn dann würde ich vom Arbeitsamt eine Sperrfrist riskieren.
Zwar hat mein Arzt signalisiert, dass er aus medizinischer Sicht eine Kündigung für ratsam hält und auch unterstützen würde, aber ich möchte dem Konflikt mit dem Arbeitsamt gern von vornherein ausweichen, da jeglicher zusätzlicher Druck und Stress mein Tinnitusproblem wieder verstärkt und ich einen Rückfall erleiden würde.

Mit dem medizinischen Dienst und meinem behandelnden Arzt habe ich vereinbart, dass ich noch bis Ende des Jahres eine berufliche Entscheidung treffen werde.

Wie kann ich dem Arbeitgeber (er erwartet am Donnerstag von mir eine Entscheidung, wie es beruflich mit mir weitergeht) gegenüber argumentieren, dass ich bereit wäre "das Feld zu räumen", aber dafür müsste er mir kündigen.
Ich habe ja noch einen Krankenschein, er müsste mir also währenddessen kündigen.
Ich würde nicht dagegen angehen.

Könnte er damit argumentieren, dass er mir weder im Krankenschein noch im Hinblick auf meine Schwerbehinderung kündigen kann?
Ich weiß aus Erfahrung mit einigen anderen Arbeitnehmern, dass unser Chef es immer gern sieht, wenn der Mitarbeiter von selbst kündigt.
Hier würden mir aber wie oben erwähnt, erhebliche finanzielle Nachteile entstehen.

Wie kann ich mich mit ihm einigen?
Ein Aufhebungsvertrag würde doch auch eine Sperrfrist nach sich ziehen.

Für einen Rat wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Vielen Dank und freundliche Grüße

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage ím Rahmen einer ersten rechtlichen Orientierung wie folgt:

Die Eigenkündigung würde dann keine Sperrfrist zur Folge haben, sofern ihre Gesundheitssituation ein wichtiger Grund für die Kündigung darstellt und dies auch ärztlich festgehalten wird.

Die eigene Kündigung ist aber dennoch in der Regel nicht zu empfehlen. Da der Arbeitgeber Sie "loswerden" will, besteht in jedem Fall Verhandlungsspielraum für eine Abfindung. Ein Aufhebungsvertrag hat nicht zwingend eine Sperrfrist zur Folge, sofern einige wichtige Punkte beachtet werden. Zur Vermeidung von Nachteilen sollte dieser Aufhebungsvertrag allerdings anwaltlich aufgesetzt werden. Aus der Ferne kann nicht beruteilt werden, in welcher Größenordnung hier ein Verhandlungsspielraum besteht.

Der Krankenschein selbst schützt nicht vor einer Kündigung. Allerdings besteht aufgrund der Schwerbehinderteneigenschaft ein zusätzlicher besonderer Kündigungsschutz, so dass aus Sicht des Arbeitgebers die Kündigung nicht ohne weiteres möglich ist.


Neben eine Aufhebungsvertrag besteht auch noch die Möglichkeit von Seiten des Arbeitger § 1a KSchG anzuwenden. In diesem Fall kündigt der AG Ihnen betriebsbedingt und Sie erhalten, sofern Sie auf Erhebung der Kündigungsschutzklage verzichten, eine Abfindung in der Höhe von 0,5 Monatsbruttogehältern für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt
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