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Kündigung während der Probezeit und Krankheit

02.07.2019 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


22:23
Hallo
wir haben ein Problem... der Ausbildungsbetrieb meines Sohnes hat ihn nach der Ausbildung übernommen und das mit 6 Monate Probezeit (endet Mitte August).
Seit längerer Zeit werden die Umstände dort immer schlimmer ... die Meister drängen ihm immer noch mehr Arbeit auf und immer schnelleres Arbeiten wird verlangt, .. ganz schlimm ist der menschliche Umgang untereinander... Reihum wird angeschwärzt und auf Fehler direkt gewartet. Lob gibt es keines ... nur Vorwürfe. Man sollte mit dem Wort "Mobbing" vorsichtig sein, aber ich würde es schon in den Raum werfen wollen ... in den letzten Monaten sind einige der Mitarbeiter dort gegangen...

Mein Sohn hat sich auf eine andere Stelle beworben und eine Zusage erhalten.
Diese Woche ist er krank geschrieben, ab nächste Woche hat er 2 Wochen Urlaub. Somit verbleiben noch 1,5 Wochen im Juli.... und eigentlich auch noch der ganze August...

Seine Arbeitsstelle muss wohl vermutet haben, dass er und auch andere kurz über lang kündigen würden, hat fast alle Kollegen ins Büro zum Einzelgespräch gebeten und (wie es zu dem Betrieb passt), wurde von den Vorgesetzten zu den Kollegen gesagt, die Kündigung von Seiten des Betriebes an meinen Sohn wird heute noch geschrieben ....

während der Probezeit innerhalb 2 Wochen wirksam (das weiss ich)
während Krankheit während der Probezeit auch rechtens, wenn triftige Gründe vorliegen....?!?

Nun die Frage:
Was für Rechte hat er, dass er die Kündigung wenigstens auf 31.07. hinaus ziehen kann?
Er braucht seinen Verdienst ...
Was kann der Betrieb für einen triftigen Grund anbringen, dass er sofort gekündigt werden kann?


02.07.2019 | 21:49

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

grundsätzlich kann in der Probezeit auch gekündigt werden, wenn der Arbeitnehmer krank ist. Nur wenn die Krankheit der Kündigungsgrund ist, ist die Kündigung wegen Verstoßes gegen das Maßregelungsverbot (<a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/612a.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 612a BGB: Maßregelungsverbot">§ 612a BGB</a> ) unwirksam.

Wenn während der Krankheit gekündigt wird, muss der Arbeitgeber nicht nur bis zum Ende der Kündigungsfrist, sondern bis zu 6 Wochen bis zum Ende der Arbeitsunfähigkeit den Lohn fortzahlen.

Ich empfehle, gegen die Kündigung binnen 3 Wochen Kündigungsschutzklage zu erheben. Die Klage sollte damit begründet werden, dass die Kündigung wegen Verstoßes gegen das Maßregelungsverbot unwirksam ist. In einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht kann Ihr Sohn wahrscheinlich erreichen, dass das Arbeitsverhältnis erst zum 15. August bzw. 31. Juli aufgehoben wird.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, dass diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie bei Rückfragen gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt
<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 02.07.2019 | 22:04

Danke für Ihre schnelle Antwort.
Wir gehen nicht davon aus, dass die Kündigung wegen Krankheit ist, sondern, dass andere Gründe "erfunden" werden. Wären andere Gründe auch rechtens während seiner Krankheit?
Er hat ja noch 2 Wochen Urlaub ... dieser müsste dann ausbezahlt werden, oder?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.07.2019 | 22:23

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

andere Gründe als die Krankheit würden den Arbeitgeber zur Kündigung berechtigen. Allerdings dürfen diese nicht nachträglich „erfunden", sondern müssen belegt werden (also z. B. in e-mails geäußerte Unzufriedenheit mit der Arbeitsleistung o. ä. (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 08.11.2016 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20Sa%20152/16" target="_blank" class="djo_link" title="LAG Rheinland-Pfalz, 08.11.2016 - 8 Sa 152/16: Zur Wirksamkeit einer Kündigung innerhalb der Pr...">8 Sa 152/16</a> )).

Der Urlaub muss entweder gewährt oder ausbezahlt werden (<a href="http://dejure.org/gesetze/BUrlG/7.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 7 BUrlG: Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs">§ 7 Abs. 4 BUrlG</a> ).

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt
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