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Kündigung während der Probezeit


25.03.2006 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Ich habe am 15.3.06 eine befristete Stelle mit 14 tägiger Kündigungsfrist während der Probezeit angetreten.
Nun habe ich eventuell die Möglichkeit eine bessere Stelle am 29.03.2006 anzutreten.
Ist die Kündigungsfrist in den 1. 14 Tagen der Probezeit wie im Internet verschiedentlich ausgesagt nur 2 Tage, oder wie komme ich bis kommenden Mittwoch ohne Probleme ordentlich aus diesem Arbeitsvertrag heraus.

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Basis Ihrer Angaben möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten.

§ 622 Abs. 3 BGB beinhaltet folgende Reglung:

„Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.“

Eine Kündigungsfrist von nur zwei Tagen ist dem Gesetz unbekannt, auch in dem von Ihnen geschilderten Fall.
Zwar können unter gewissen Umständen einzel- und tarifvertraglich abweichende Kündigungsfristen vereinbart werden, dies ist bei Ihnen nach Ihrer Schilderung jedoch nicht geschehen. In Ihrem Vertrag wurde offenbar die obige gesetzliche Regelung bestätigt.

Daher haben Sie leider keine Möglichkeit, bis kommenden Mittwoch durch Kündigung aus dem Arbeitsverhältnis herauszukommen.

Es besteht natürlich stets die Möglichkeit, einvernehmlich mit Ihrem Arbeitgeber den Arbeitsvertrag durch Aufhebungsvertrag vorzeitig zu beenden. Daher sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen.
Sollten Sie die Kündigung mit 14tägiger Frist aussprechen, in diesen 14 Tagen jedoch nicht mehr zur Arbeit erscheinen, machen Sie sich gegenüber Ihrem Arbeitgeber schadensersatzpflichtig.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die rechtliche Einordnung Ihres Problems vermittelt zu haben. Leider konnte ich Ihnen keine positivere Nachricht geben.
Zur Vermeidung von Unklarheiten oder zu weiteren Informationen stehe ich gerne im Rahmen der einmaligen Nachfragefunktion zur Verfügung.


Mit den besten Grüßen aus Gießen

Florian Krapoth
Rechtsanwalt

Tel.: 0641 / 494 110 33
Fax: 0641 / 494 110 34
Email: mail@ra-krapoth.de
www.ra-krapoth.de

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2006 | 12:01

Besteht die Möglichkeit der fristlosen Kündigung wegen gewichtigem Grund - neues Arbeisverhältnis nicht wie jetzt teilzeit sondern vollzeit und unbefristet- wenn ich mich mit dem Arbeitgeber nicht einigen kann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.03.2006 | 14:22

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

allein die Tatsache, dass der Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis in Aussicht hat, das für ihn vorteilhafter ist oder bessere Chancen bietet, ist kein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung nach § 626 BGB, so nachvollziehbar der Wunsch des Arbeitsplatzwechsels im Einzelfall auch ist.

Ihre einzigen Möglichkeiten sind, wie oben erwähnt, die Einwilligung des Arbeitgebers (Aufhebungsvertrag) oder das Risiko des Vertragsbruchs mit den entsprechenden Rechtsfolgen. Als Schadensersatz hätten Sie dann in der Regel die Mehrkosten zu tragen, die dem Arbeitgeber entstehen, dass er eine Ersatzkraft mit der Arbeitsleistung beauftragt (höhere Vergütung, Spesen, Überstundenzuschläge).


Mit den besten Grüßen

Florian Krapoth
Rechtsanwalt

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