Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung während Schwangerschaft und Probezeit

| 22.08.2011 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Eine Arbeitnehmerin A begründet am 21.02.2011 ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei B mit einer Probezeit von 6 Monaten. A bemerkt am 01.03.2011, dass Sie schwanger ist und teilt dies ihrem AG im 3. Schwangerschaftsmonat mündlich mit. Da der Mutterschutz von A am 19.09.2011 beginnt und ihr bis dahin ein rechnerischer Urlaubsanspruch von 15d zusteht, wäre der rechnerische Antritt des Urlaubs am 29.08.2011.
Zwei Tage vor Ablauf ihrer Probezeit (19.08.2011) bittet B A zu einem persönlichen Gespräch und überreicht ihr die Kündigung mit der Angabe dass das AV mit Ablauf der Probezeit nicht verlängert wird.
A hat dieser Kündigung am 22.08.2011 schriftlich widersprochen und wird beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage einreichen.

Frage:

Sollte A sich ab dem 22.08.2011 arbeitslos melden oder noch bis zum 29.08.2011 arbeiten gehen und zählt der Zeitraum vom 29.08.2011 bis 18.09.2011 weiterhin als zu vergütender Urlaub oder muss der Urlaubsanspruch für die 6 Monate der Probezeit aufgrund der Kündigung ausbezahlt werden?


Wenn B sich im Recht sieht und somit keinen Anlass hat den Zeitraum bis zum und im Mutterschutz zu vergüten, was wird dann für die Berechnung des Elterngeldes zugrundegelegt (auch bei ggf. laufender Kündungsschutzklage)und wie kann A vermeiden, dass das Elterngeld/ Mutterschaftsgeld wegen ihr zustehenden aber nicht geleisteten Zahlungen zu niedrig ausfällt?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Zu 1) Sollte A sich ab dem 22.08.2011 arbeitslos melden oder noch bis zum 29.08.2011 arbeiten gehen und zählt der Zeitraum vom 29.08.2011 bis 18.09.2011 weiterhin als zu vergütender Urlaub oder muss der Urlaubsanspruch für die 6 Monate der Probezeit aufgrund der Kündigung ausbezahlt werden?

A sollte sich in jedem Fall zur Vermeidung etwaiger Nachteile unter Vorlage der Kündigung unverzüglich arbeitslos melden, wobei ich nach Ihren Angaben davon ausgehe, dass die Arbeitslosmeldung zum bzw. ab dem 02.09.2011 erfolgen müsste. Denn wenn der Arbeitgeber die Kündigung am 19.08.2011 ausgesprochen hat, würde diese unter Berücksichtigung der zweiwöchigen Kündigungsfrist des § 622 BGB: Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen das Arbeitsverhältnis erst zu diesem Zeitpunkt beenden. A ist jedenfalls so oder so verpflichtet, sich bereits ab Kenntnis der Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim Arbeitsamt zu melden. Solange der Arbeitgeber die A bis zum Beendigungszeitpunkt auch nicht von der Arbeit (ggf. unter Anrechnung noch nicht gewährten Urlaubs) freistellt, muss diese grundsätzlich auch noch bis zum 02.09.2011 weiter arbeiten gehen, es sei denn, es bestünde aufgrund der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot. Etwaiger bis zum 02.09.2011 aufgrund der Kündigung noch nicht gewährter Urlaub wäre dann zudem abzugelten, wobei ich jedoch davon ausgehe, dass dies nicht einschlägig sein wird, da die Kündigungsschutzklage sicherlich erfolgreich sein wird und somit eine Weiterbeschäftigung erfolgen müsste.

Zu 2) Wenn B sich im Recht sieht und somit keinen Anlass hat den Zeitraum bis zum und im Mutterschutz zu vergüten, was wird dann für die Berechnung des Elterngeldes zugrundegelegt (auch bei ggf. laufender Kündungsschutzklage)und wie kann A vermeiden, dass das Elterngeld/ Mutterschaftsgeld wegen ihr zustehenden aber nicht geleisteten Zahlungen zu niedrig ausfällt?

Die Berechnung des Mutterschaftsgeldes erfolgt ausgehend vom bisherigen Lohn oder Gehalt, es wird maximal in Höhe des Krankengeldes gewährt und beträgt daher höchstens 70 Prozent des letzten vollen monatlichen Bruttolohnes. Derzeit gewähren die gesetzlichen Krankenkassen jedoch maximal 13 € pro Tag oder 385 € pro Kalendermonat. Im unwahrscheinlichen Falle, dass die geschilderte Kündigung wirksam sein sollte und damit das Arbeitsverhältnis zum 02.09.2011 beendet wäre, müsste bei der Berechnung folglich der durchschnittliche Lohnanspruch für den Zeitraum Juni bis August 2011 als Berechnungsgrundlage zugrunde gelegt werden. Die Möglichkeit der Aufstockung durch den Arbeitgeber auf das volle letzte Gehalt im Sinne einer vollständigen Entgeltfortzahlung während des Mutterschutzes entfiele dann grundsätzlich, was aber eben durch einen (in der Regel zu erwartenden) Erfolg des Kündigungsschutzverfahrens vermieden werden würde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Abend und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt


Hinweis: Diese Plattform kann eine Rechtsberatung nicht ersetzen und leisten. Wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an mich, wenn Sie eine weitergehende Prüfung und Kommunikation wünschen. Hier kann nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gegeben werden.

Bewertung des Fragestellers 22.08.2011 | 22:48

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?