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Kündigung während Arbeitsunfähigkeit / Recht auf Abfindung?

08.02.2008 10:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Lausch


Sehr geehrte Anwälte,

ich arbeite seit dem 01. Mai 2006 als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen. Auf Grund einer psychischen Erkrankung und übermässigen Stress, sowie der "Mobbing"-Versuche gegen mich in meiner Abteilung, fing ich an unter einem "Burn Out" Syndrom zu leiden. Der GF der Firma bat mich bei einem Gespräch, mir eine "Auszeit" zu nehmen, damit ich wieder voll einsatzfähig sein werde.
Er fragte mich ob ich einen Arzt wüsste, der mich - wenn nötig - bis zu 12 Monaten krank schreiben könne. Somit liess ich mich von meinem Hausarzt, einem Psychologen und einem Psychiater seit Juli 2007 bis dato krank schreiben. Ich erhalte seit August 2007 Krankengeld
Letzte Woche erreichte mich entgegen unserer mündlichen "Abmachung" eine Kündigung.
Die Gründe für die Kündigung sind:

• Restrukturierung des Vertriebes
• erzielte Roherträge sind für die hierfür aufgewendeten Personalkosten zu gering (ich beziehe aber kein Gehalt mehr ...)
• soziale Unverträglichkeit
• meine langfristige Erkrankung

Umgehend bin ich zur Agentur für Arbeit gegangen und habe mich arbeitslos gemeldet. Meine Ärzte würde mich wegen meines gesundheitlichen Zustandes weiterhin krank schreiben.

Meine Fragen an Sie

• ist die Kündigung meines Arbeitgebers rechtsmäßig (während der AU)?
• steht mir nach 20 Monaten Angestelltenverhältnis bei Kündigung seitens des Arbeitsgebers eine Abfindung zu? Und: rentiert es für mich überhaupt (bei AU oder Arbeitlosigkeit)
• wie verfahre ich mit meiner Arbeitslosigkeit? Ich rechne damit in den nächsten Wochen wieder eine Arbeit zu finden. Daher frage ich mich ob es günstiger ist mich weiter bei der Krankenkasse als AU zu melden, oder - wenn möglich - Arbeitslosengeld zu beziehen (Krankengeld oder Arbeitslosengeld höher?)

Für eine baldige Beantwortung meiner Frage danke ich Ihnen und verbleibe

Mit besten Grüßen










Sehr geehrter Fragesteller,
zunächst einmal kann eine Kündigung auch während der Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen werden.
Eine Abfindung steht Ihnen nicht automatisch nach einer bestimmtern Beschäftigungszeit zu. Abfindungen können vom Arbeitgeber bei bbetriebsbedingten Kündigungen angeboten werden, wenn im Gegenzug auf eine mögliche Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht verzichtet wird.
Abfindungen können darüberhinaus im Rahmen von Auflösungsverhandlungen mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden, entweder wenn vor Ausspruch einer Kündigung über eine einvernehmliche Beendigung des Arbeistverhältnisses verhandelt wird und/oder nach Ausspruch einer Kündigung vor Erhebung einer Klage bzw. im Rahmen des Kündigungsschutzprozesses.
Die überwiegende Zahl der Kündigungsschutzverfahren endet auch heute noch mit Abschluss eines Vergleiches, d.h. man greift die Wirksamkeit der Kündigung arbeitsgerichtlich an und einigt sich dahingehend, dass das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung endet.
Ob und in welcher Höhe eine solche Einigung zustande kommt, ist abhängig von den Erfolgssaussichten einer Klage.
Voraussetzung einer solchen Klage ist, dass Ihr Arbeitsverhältnis unter den Geltungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes fällt, d.h. im Betrieb dauerhaft mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt sind, das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und Sie persönlich unter den Geltungsbereich des Kündigungschutzgesetzes fallen. Ausschlussgründe ergeben sich aus § 14 KüSchG.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann gerichtlich geprüft werden, ob die ausgesprochene Kündigung sozial gerechtfertigt ist, d.h. ob der Arbeitgeber einen ausreichenden Grund für die Kündigung hatte. Hier werden als Kündigungsgründe sowohl betriebliche (Umstrukturierung) wie auch personenbedingte Gründe angeführt, die Sie im Gespräch mit einem Rechtsanwalt vor Ort unbedingt im Detail prüfen lassen sollten.
Eine Anrechnung einer möglichen Abfindung erfolgt beim Krenkengeld nicht, bezüglich des Arbeitslosengeldes Arbeitslosengeld ist auf eine rechtssichere Formulierung und auf die Einhaltung der Kündigungsfrist zu achten. Auch deshalb benötigen Sie zwingend Hilfe eines Anwaltes vor Ort.

Das Netto-Krankengeld beträgt effektiv etwa 75 Prozent (abhängig von der generellen Beitragspflicht und den Zusatzbeitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung) des regelmäßigen Nettoverdienstes.

Das Arbeitslosengeld ist abhängig von Ihrer Steuerklasse und der Zahl Ihrer Kinder. Einen ALG-Rechner finden Sie z.B. hier: http://www.geldsparen.de/inhalt/rechner/Soziales/ALGrechner.php?openmenue=26&opensub=652

Für den Fall, dass Sie nicht kurzfristig eine neue Arbeit finden könnte es zur Zeit günstiger sein, weiter Krankengeld zu beziehen und den ALG-Anspruch vorerst zu bewahren.

Für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage gilt eine FRIST von drei Wochen ab Zugang der Kündigung. Bei nicht fristgerechtem Eingang der Klage beim Arbeitsgericht haben Sie keine weitere Möglichkeit, die Kündigung anzugreifen.

Setzen Sie sich also bitte umgehend mit einem Rechtsanwalt in Verbindung und lassen Sie sich dort wegen der weiteren Deteils beraten.

Mit freundlichem Gruss
RAin Lausch


§ 14 KüSchG
Angestellte in leitender Stellung(
1) Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten nicht 1. in Betrieben einer juristischen Person für die Mitglieder des Organs, das zur gesetzlichen Vertretung der juristischen Person berufen ist,
2. in Betrieben einer Personengesamtheit für die durch Gesetz, Satzung oder Gesellschaftsvertrag zur Vertretung der Personengesamtheit berufenen Personen.

(2) Auf Geschäftsführer, Betriebsleiter und ähnliche leitende Angestellte, soweit diese zur selbständigen Einstellung oder Entlassung von Arbeitnehmern berechtigt sind, finden die Vorschriften dieses Abschnitts mit Ausnahme des § 3 Anwendung. § 9 Abs. 1 Satz 2 findet mit der Maßgabe Anwendung, daß der Antrag des Arbeitgebers auf Auflösung des Arbeitsverhältnisses keiner Begründung bedarf.

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