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Kündigung und derzeitige Probezeit-Rechtsprechung

11.01.2006 16:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,


ich habe meinem Arbeitgeber ordentlich am 09.01.06 während der Probezeit im Rahmen der vertraglichen-Frist von 14 Tagen zum 31.01.06 gekündigt.

Dieses Schreiben habe ich meinem Vergesetzen persönlich am 09.01.06 auf der Arbeit gegeben und auch mein Resturlaubsanspruch von 2,3 Tagen wurde darin vermerkt.

Seit gestern dem 10.01.06 bin ich bis auf Widerruf beurlaubt.
Heute am 11.01.06 erhalte ich eine ordentliche Kündigung zum 25.01.06!

Jetzt bin ich verwirtt, da auf meine Kündigung als Arbeitnehmer noch eine vom Arbeitgeber kam.
Anscheinend will man sich nun hier um 4 Tage Lohn fortzahlung drücken ? Was anderes macht mir momentan keinen Sinn, aber daher suche ich ja hier Rat.

Darf das der Arbeitgeber und wenn bzw. nein warum ?

Sind Probezeiten von 24 Monaten in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis derzeit schon gültig, abgesehen von Extremfällen (wie z.B. bei wissenschaftlichen oder künstlerischen Tätigkeiten) ?

Wenn man schon 24 Monate als nicht Extremfall in einem unbefristetem Arbeitsvertrag unterschrieben hat, gelten dann automatisch maximal die 6 Monate, wegen dem noch alten geltendem Recht ?


Mit freundlichen Grüssen

R.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.


Mit Ihrer Kündigung haben Sie das Arbeitsverhältnis zum 31. 1. 06 beendet. Bis dahin wäre es wirksam gewesen und Sie hätten auch einen Anspruch auf Gehaltszahlung gehabt.

Durch die Kündigung des Arbeitgebers vom heutigen Tage aber hat dieser im Rahmen eines noch wirksamen Arbeitsverhältnisses den Vertrag zum 25. 1. 06 beendet. Leider darf er das.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Ihr Resturlaubsanspruch in Ihrer Kündigung vermerkt wurde. Denn dieser Anspruch gilt eben nur für den Fall, dass Sie bis zum 31. 1. bei Ihrem Arbeitgeber tätig gewesen wären.

Andererseits hat die Sachlage jetzt auch gewisse nicht zu unterschätzende Vorteile für Sie: Durch die Kündigung des Arbeitgebers haben Sie, wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, der bei einer eigenen Kündigung zunächst entfallen wäre.


Zu Ihrem zweiten Fragekomplex: Sie spielen sicherlich auf die Pläne der Bundesregierung an, eine Probezeit von 24 Monaten gesetzlich ausdrücklich zu normieren. Dies ist momentan noch nicht der Fall.
Andererseits gibt es keine starre Grenze, bis zu der eine Probezeit zulässig ist, es muss aber stets ein sogenannter „sachlicher Grund“ vorliegen.
Dies ist bei 24 Monaten momentan sicherlich nicht mehr der Fall, so dass eine solche Probezeit unwirksam wäre.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort gedient zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de



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