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Kündigung und Kredit


01.08.2017 10:47 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Mir ist in der Probezeit gekündigt worden. Dieses geschah innerhalb der Probezeit zum 31.7. Leider habe ich die letzte Gehaltsauszahlung nicht bekommen. Ich verdiene 2000 € brutto mtl. bei 20h wöchentlich.

Meine Chefin hat mir einen privaten Kredit über 2000€ gewährt, der eigentlich monatlich mit Raten a 500€ abbezahlt werden sollte.

Jetzt meint sie aber anscheinend alles einbehalten zu können. Darf sie das? Ich bin alleinerziehend und habe 1 Kind.

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Sehr geehrte Mandantin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne möchte ich Ihnen diese wie folgt beantworten:

1.
Es ist zunächst einmal eine gängige Vorgehensweise und auch zulässig, die Raten aus dem Arbeitgeberdarlehen entsprechend der vereinbarten Ratenhöhe vom laufenden Gehalt einzubehalten. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um eine Aufrechnung.

2.
Zu beachten ist jedoch, dass dies nur insoweit gilt, als dass der Lohn pfändbar ist. Es kann also nicht ohne weiteres bis zur vollen Gehaltshöhe einbehalten werden, wenn Sie dadurch unter die Selbstbehaltsgrenze fielen, die im Zwangsvollstreckungsrecht gilt. Ihnen muss - zumal mit Kind - immer mindestens das Existenzminimum verbleiben.

3.
Ihr Arbeitgeber hat nun faktisch eine Fälligstellung des gesamten Restbetrages ausgesprochen, was er aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses aber nur dann darf, wenn dies im Darlehensvertrag so vereinbart worden ist.

Aus den vorgenannten Gründen ist die gesamte Einbehaltung Ihrer Lohnzahlung damit voraussichtlich nicht haltbar und Sie können auf einer regulären Lohnabrechnung und Auszahlung bestehen. Das Darlehen muss dann weiterlaufen, auch wenn der Arbeitsvertrag an sich beendet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin
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