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Kündigung überschreitet Probezeit


09.01.2017 16:47 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Sehr geehrte Damen und Herren,
mein erster Arbeitstag war Freitag, der 15.07.2016 und ich habe am 02.01.2017 die Kündigung "fristgerecht zum 16.01.2017" bekommen. Da stimmt doch was nicht? Wenn ich richtig rechne, müsste mir zum 15.01.2017 gekündigt werden. Somit ist die Probezeit zum 15.01.2017 24:00 Uhr abgeschlossen und ab 16.01.2017 0:00 Uhr geht das Arbeitsverhältnis in einen normalen Arbeitsvertrag über. Wie sehen Sie das?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Leider befinden Sie sich im Irrtum. Ohne den genauen Wortlaut Ihres Arbeitsvertrages hinsichtlich der vereinbarten Probezeit oder der Kündigungsfrist zu kennen, möchte ich auf § 622 Abs. 3 BGB verweisen.
Hier heißt es: „Während einer vereinbarten Probezeit, …, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 2 Wochen gekündigt werden."

Bereits seit dem ersten Tag Ihres Beschäftigungsverhältnisses haben Sie einen normalen Arbeitsvertrag. Die Vereinbarung einer Probezeit erlaubt es den Vertragsparteien nur innerhalb der Probezeit, also bis zum letzten Tag dieser, den Arbeitsvertrag mit einer kurzen (der vereinbarten) Frist zu kündigen.

Im Übrigen gelten auch für den Arbeitgeber bei arbeitgeberseitiger Kündigung die ganz normalen Regelungen des Arbeitsrechts. So das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet (mind. 10 Arbeitnehmer beschäftigt) hat dieser unter anderem eine betriebsbedingte Kündigung mittels Sozialauswahl zu begründen, soweit dies im Vertrag nicht abbedungen wurde.

Auch die Kündigung innerhalb der Probezeit kann mit der Kündigungsschutzklage angegriffen werden.
Beachten Sie jedoch, dass die eigenen Kosten des ersten Rechtszuges bei den Arbeitsgerichten von der jeweiligen Partei selbst zu tragen sind, ein Kostenausgleich beim Obsiegen findet nicht statt.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

FRAGESTELLER 11.01.2017 3,2/5.0
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