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Kündigung ohne Angabe eines Grundes, es liegt auch keiner vor. Mobbing?


05.01.2005 17:06 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

über einen Freund der Familie bekam ich direkt im Anschluß meiner Lehre zur Bäckerin eine Arbeitsstelle in Süddeutschland. Ausschlaggebend hierfür waren ein Probearbeitstag, gute Zeugnisse und mein handwerkliches Können. Seit dem 01.08.2004 arbeite ich ohne Urlaub meist 9 bis 10 Std. täglich, natürlich auch am Wochenende sowie über die Feiertage, wohl aber mit dem entsprechenden freien Tag pro Woche.
Die Bäckerei läuft hervorragend und es fällt überdurchschnittlich viel Arbeit an, was an den zu leistenden Überstunden erkennbar ist. Einen Arbeitsvertrag, obwohl regelmäßig angefordert, habe ich bis heute nicht erhalten. Auch habe ich bis heute noch keine Antwort auf die Frage, was mit meinen bereits aufgelaufenen 80 Überstunden passiert.
Mit allen Kollegen komme ich gut zurecht, lediglich die „Vorarbeiterin“ spielt sich immer wieder zur Chefin auf und lässt es fast jeden spüren, obwohl wir einen Meister im Betrieb haben. Aber sie ist scheinbar die die Lieblingsmitarbeiterin vom Chef (seit 15 Jahren im Betrieb), die Ihm die Backstube schmeißt und den Ärger „vom Hals hält“. Eine persönliche Beziehung zum zwar ledigen, aber nicht unattraktiven Chef halte ich aufgrund des Aussehens dieser Person nicht für möglich. Eher ist es die Tatsache, dass er durch ihr Arrangement Zeit für seine Kinder und andere Sachen hat. Nur menschlich wurde ich sehr enttäuscht, denn er hat mir durch diese Person am Silvesternachmittag nach 11 Stunden Arbeit die schriftliche Kündigung aushändigen lassen, in der lediglich steht, dass ich zum 28.02.05 gekündigt bin (also keinen Hinweis auf den Grund). Nun habe ich seit drei Tagen versucht mit Ihm ein Gespräch zu führen, aber er weicht ständig aus. Dafür hat er meinen Kollegen erzählt, dass er mich wegen meiner Faulheit gekündigt hat. Man könnte mir alles vorwerfen, sicher aber keine Faulheit (welches alle meine Kollegen zu einem Lächeln verführt hat)!
Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll! Natürlich ist mein Verhältnis zum Chef empfindlich gestört, so dass ich nicht unbedingt weiterhin dort arbeiten will. Auf der anderen Seite bin ich von meiner Familie weggezogen und habe einen eigenen Hausstand 500 km von Zuhause gegründet. Ich stehe somit ohne Job kurz nach einem Neuanfang ziemlich dumm da.
Dies weiß auch mein Chef, umso mehr bin ich enttäuscht.
Der Gang zum Arbeitsamt war auch noch sehr interessant. Man konnte mir dort zwar nicht sofort eine andere Stelle bieten (eine wurde mir in Aussicht gestellt für März/April), aber die Machenschaffen meines Chefs und einer gewissen weiblichen Person in seiner Backstube waren dort nicht unbekannt. Leider hat sich wohl noch keiner gewehrt, bzw. seitens des Arbeitsamtes kann man wohl nichts unternehmen.

Hier noch mal die Fragen:
• wie verhalte ich mich richtig?
• wie sieht die rechtliche Situation aus?
• wie ist der zeitliche Ablauf bei einer rechtwirksamen Kündigung?
• was ist mit meinen Überstunden (gezählt, vermerkt aber nicht ausbezahlt noch mit Freizeit vergolten)
• lohnt sich ein Rechtstreit?

Bin natürlich auch für jeden anderen hilfreichen Kommentar dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Anfragende,

grundsätzlich wäre es möglich, eine Probezeit zu vereinbaren. Die Probezeit dürfte bis zu 6 Monate dauern. Innerhalb der Probezeit könnte ohne Angaben von Gründen gekündigt werden.

Aus Ihrem Sachverhalt ergibt sich nicht sicher, ob in Ihrem Fall eine Probezeit vereinbart war. Da Sie nicht mal einen schriftlichen Arbeitsvertrag haben, würde ich jedoch davon ausgehen, dass gerade keine Probezeit vereinbart wurde. Dies müsste man ggf. noch weiter aufklären.

Falls keine Probezeit vereinbart war, richtet sich die rechtmäßigkeit der Kündigung danach, ob der Betrieb dem gesetzlichen Kündigungsschutz unterfällt. Dies wäre ab 10 Angestellten der Fall. Hierzu finde ich keine Angaben in Ihrem Sachverhalt.

Falls in dem Betrieb weniger Angestellte beschäftigt werden, wäre die Kündigungsfrist richtig bemessen. Sofern jedoch mehr als 10 Angestellte in dem Betrieb beschäftigt werden, könnten Sie nach Kündigungsschutzgesetz nur entweder aus betrieblichen oder personenbezogenen Gründen gekündigt werden.

Betriebsbedingte Gründe scheinen auszuscheiden, da die Bäckerei gut läuft. Auch müsste hier eine Sozialauswahl getroffen werden, was wohl nicht der Fall war. Für eine personenbezogene Kündigung dürfte es an einer vorherigen Abmahnung fehlen.

Sofern also

a) keine Probebezeit vereinbart wurde und
b) mehr als 10 Personen in dem Betrieb arbeiten

wäre die Kündigung unwirksam.

Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von 3 Wochen nach Ausspruch der Kündigung erhoben werden. Aus diesem Grund ist Eile geboten.

Die Überstunden müssen bis zum Ende des Arbeitsverhältnis abgegolten werden. Ggf. geschieht dies dadurch, dass Sie entsprechend früher aufhören zu arbeiten. Falls von einer wirksamen Kündigung auszugehen ist (vgl. oben) müssten Sie dies noch mit dem Arbeitgeber abstimmen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -
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