Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung nach Elternzeit, Teilzeit, Umzug

| 15.09.2008 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo!

Ich brauche dringend Informationen zu meiner Rechtslage.
Am 16.12.2008 läuft meine dreijährige Elternzeit aus. Ich bin bei einer dt. Großbank beschäftigt, habe während der Elternzeit (Juli 08), jedoch umzugsbedingt (berufl. Notwendigkei meines Ehemannes) das Bundesland und damit die "Region" der Bank gewechselt. Mir wurde von der Personalabteilung empfohlen, ein "Versetzungsgesuch" in die neue Region mit meinem Anliegen auf Teilzeitbeschäftigung nach der Elternzeit zu stellen. Dies habe ich im Juli getan. In mehreren Telefonaten wurde mir von dort jedoch mitgeteilt, dass eine Anstellung nach der Elternzeit dort in gewünschter Form nicht möglich sei, da z.Zt. "keine Teilzeitstelle vakant" sei und "soundsoviele andere Mütter aus der betreffenden Region" schon darauf hoffen, in Teilzeit wieder einsteigen zu können und da müsste ich mich "hinten anstellen". Heute habe ich definitiv die Aussage bekommen, man habe keine Stelle für mich und mir gesagt, ich solle nun kündigen.

Meine Fragen:

1. Ist es rechtens, dass eine überregionale Großbank argumentiert, meine rechtlichen Ansprüche auf Teilzeiteinstellung nach der Elternzeit seien nichtig, wenn ich die Region wechsel? (Mein Vertrag hat die Region-Bezeichnung der Bank mit im Briefkopf, es wird aber nicht extra darauf hingewiesen, dass ich nur in diesem Bundesland angestellt bin. Außerdem war mir niemals bewusst, dass ich nur in einer bestimmten Region angestellt sein soll. Für mich zuständige Personalabteilungen sind z.B. auch in anderen Regionen ansässig.)

2. Habe ich Nachteile dadurch, dass ICH kündige?
>> wenn ja, welche Lösung gibt es für eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses, mit der ich mich besser stelle?

Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich kann Ihr Arbeitgeber so argumentieren, vorausgesetzt es stehen keine betrieblichen Gründe entgegen. Genau dies wurde von Ihrem Arbeitgeber geltend gemacht. Sicherlich hat eine Großbank umfangreiche Möglichkeiten und ist im Rahmen dieser Möglichkeiten auch verpflichtet, - soweit es zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsorganisation oder zu unverhältnismäßigen Kosten kommen würde – Teilzeitstellen entsprechend der Nachfrage der Mitarbeiter zu schaffen. Ob der Verweis auf betriebliche Gründe hier zu Recht erfolgt, lässt sich von dieser Stelle aus nicht seriös beurteilen. Einen allgemeinen Erfahrungswert, dass sich ein Großunternehmen nicht auf betriebliche Gründe berufen kann, gibt es nicht. Sie werden es daher sogar besser beurteilen können als ich, ob und in welchem Umfang in Ihrem Tätigkeitsbereich Teilzeitarbeit möglich und üblich ist.

Allerdings sehe ich das Problem, dass Sie möglicherweise nach Ihrem Arbeitsvertrag gar keinen Rechtsanspruch auf eine Versetzung haben. Dies hängt u.a. von dem vereinbarten Arbeitsort ab, der mangels ausdrücklicher Angabe aus den Umständen sowie dem gesamten Vertraginhalt durch Auslegung zu ermitteln ist. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob Ihr Vertrag beispielsweise eine Versetzungsklausel enthält. Sofern ein solcher Anspruch nicht besteht, würde sich der Anspruch auf eine Teilzeittätigkeit

Bitte haben Sie Verständnis, dass sich Ihre Frage daher bereits aufgrund mangelnder Kenntnis der genauen Umstände nicht abschließend beantworten lässt. Ich kann Ihnen daher angesichts der Bedeutung anregen, zu erwägen, vor Kündigung des Arbeitsverhältnisses einen örtlichen Kollegen mit der individuellen Prüfung der Angelegenheit zu beauftragen. Dieser Kollege wird dann zu beurteilen haben, ob es erfolgsversprechende Alternativen zu einer Kündigung gibt.

Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.09.2008 | 09:31

Danke für Ihre Antwort. Allerdings fehlt im vorletzten Absatz das Ende ihres Satzes, wodurch ich keine richtige Antwort hierzu lesen kann. Sie schrieben: "Sofern ein solcher Anspruch besteht, würde sich der Anspruch auf eine Teilzeittätigkeit..." > hier hört der Satz auf! Ich möchte Sie bitten, diesen noch zu vollenden.

Zum Thema " Versetzungsklausel": Im Vertrag steht: "Die Bank ist berechtigt, die Mitarbeiterin an jeden zumutbaren Arbeitsplatz oder Tätigkeitsort zu versetzen". Jetzt frag ich mich natürlich, ob das dann nicht umgekehrt auch für die Mitarbeiterin gilt? Kann ich der Bank einen anderen Tätigkeitsort zumuten?

Und bitte noch eine detailliertere Antwort zu meiner 2. Frage: Habe ich Nachteile durch meine Kündigung?

Vielen Dank für Ihre "Nachbesserung"!
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.09.2008 | 21:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Mit dem unvollendeten Satz wollte ich aussagen, dass – sollte eine Vertragsauslegung ergeben, dass sich Tätigkeitsort auf das ursprüngliche Bundesland beschränkt – ohnehin kein Anspruch auf eine Versetzung geben würde. Die Problematik, ob tatsächlich ausreichende betriebliche Gründe vorliegen, würde sich dann gar nicht stellen.

Die Auswirkungen einer solchen Versetzungsklausel sind m.E. noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass die Bank im Falle einer betriebsbedingten Kündigung deswegen auch die Einsatzmöglichkeit an anderen Tätigkeitsorten prüfen und gegebenenfalls anbieten muss. Ob dies auch in Ihrem Fall gilt, halte ich für fraglich. Zweifellos könnte man so aber gut argumentieren. Aber – im Hinblick auf die Regionalbezeichnung in Ihrem Vertrag – stellt sich auch hier die Frage, ob dies nicht auf das entsprechende Bundesland begrenzt ist.

Ein Nachteil der Kündigung wäre zweifellos der sichere Verlust des Arbeitsplatzes, ohne weitere Chancen ausgelotet zu haben. Eine Sperrzeit für den Bezug von Arbeitslosengeld wird im Falle einer Eigenkündigung dann nicht verhängt, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein familiär bedingter Umzug stellt grundsätzlich einen solchen wichtigen Grund dar.

Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass die Ablehnung eines Teilzeitantrages nur schriftlich erfolgen kann. Andernfalls kommt automatisch ein Arbeitsverhältnis entsprechend dem Antrag des Arbeitnehmers zustande. Ob dies in Ihrem Fall auch gilt, halte ich jedoch für fraglich, da vermutlich aufgrund Ihres Versetzungsantrages dieses Arbeitsverhältnis nicht ausreichend konkretisiert werden könnte. Sie sollten diesen Punkt jedoch im Hinterkopf behalten.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war sachlich fundiert und hat mir als Information weitergeholfen. "
FRAGESTELLER 4/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70557 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gute Beratung und sehr schnell. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alle Fragen zufriedenstellend beantwortet! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Top! Die Antwort mir sehr weitergeholfen! ...
FRAGESTELLER