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Kündigung in der Probezeit


| 29.07.2006 22:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Hallo

Meine Probezeit von 6 Monaten läuft zum 31.07.06 aus. Die Firma hat mich nun 5 Tage vor Ablauf der Probezeit vor die Wahl gestellt, die Probezeit um 3 Monate zu verlängern oder sofort gekündigt zu werden.

Geht das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit automatisch in ein festes unbefristetes Arbeitsverhältnis mit gesetzlicher Kündigungsfrist über oder muss das Arbeitsverhältnis vertraglich neu geregelt werden?

Muss die Kündigung zwei Wochen vor Beendigung der Probezeit ausgesprochen sein oder reicht es innerhalb der Probezeit eine Kündigung auszusprechen um eine zweiwöchige Kündigungsfrist einzuhalten?

Über eine schnelle Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Engel56

-- Einsatz geändert am 29.07.2006 23:00:08

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage darf ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Wenn Sie arbeitsvertraglich von Anfang an ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit Probezeit zu Beginn vereinbart haben, so endet nur die Probezeit durch Zeitablauf und das Arbeitsverhältnis wandelt sich in ein ganz normales Arbeitsverhältnis mit gesetzlicher (oder vertraglicher) Kündigungsfrist um.

Anders natürlich dann, wenn zunächst ein zeitlich befristetes Probearbeitsverhältnis vereinbart worden ist. Dieses würde dann durch Zeitablauf enden.

Was die Kündigung in der Probezeit angeht sind beide Ihrer genannten Alternativen nicht ganz richtig. Die Kündigung muss weder bis zwei Wochen vor Ablauf der Probezeit ausgesprochen werden, noch reicht es aus, die Kündigung bis zum Ende der Probezeit auszusprechen.

Korrekt gestaltet es sich so:

Innerhalb der Probezeit kann jederzeit gekündigt werden. Der Zugang der schriftlichen Kündigung beim Empfänger setzt dann die zweiwöchige Frist in Gang. Das Arbeitsverhältnis endet dann - wie man das nennt - "spitz", also nicht zum 15. oder Monatsletzten, sondern exakt mit Ablauf der zwei Wochen.

Wichtig ist, dass es gegen Ende der Probezeit nicht reicht, die Kündigung noch innerhalb der Probezeit auszusprechen, sondern die Kündigungserklärung muss innerhalb der Probezeit zugehen. Sie muss also spätestens am letzten Tag der Probezeit zugehen, um noch in das Kündigungsprivileg der Probezeit zu fallen. Geht Sie auch nur einen Tag zu spät zu, so greifen bereits die normalen Kündigungsfristen (und ggf. auch der dann seitens des Arbeitgebers zu beachtende gesetzliche allgemeine Kündigungschutz).

Ich hoffe, ich konnte Ihre Anfrage damit umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantworten und Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem im Rahmen der Möglichkeiten dieser Erstberatung weiterhelfen. Sollten noch Verständnisprobleme oder Unklarheiten bezüglich meiner Antwort bestehen, so zögern Sie bitte nicht, von der Rückfragemöglichkeit Gebrauch zu machen.

Auch würde ich mich freuen, wenn Sie die Möglichkeit nutzen würden, meine Beratung zu bewerten.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weitere Beratung oder eine Vertretung Ihrer Interessen wünschen, stehe ich Ihnen hierfür gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.07.2006 | 10:30

Sehr geehrter Herr Lauer

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Durch mein gestriges Recherchieren auf dieser Seite habe ich dazu noch zwei Fragen.

1. Gilt diese Antwort von Ihnen auch, wenn ich übertariflich bezahlt werde? Ich habe gelesen, dass es nur dann zu einer verlängerten Probezeit kommen kann, wenn übertariflich bezahlt wird und somit kein Tarifvertrag greift.

2. was wäre eigentlich, wenn ich morgen krank bin? Dann würde doch die Kündigung, die ich erhalten soll, wenn ich der verlängerten Probezeit nicht zustimme, durch Zustellung nicht fristgerecht bei mir eingehen und somit unwirksam werden, da ja meine Probezeit morgen beendet ist?

Mit freundlichen Grüßen
Engel56

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2006 | 10:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

bitte sehen Sie es mir nach, dass ich erst jetzt Zeit zur Beantwortung der Nachfrage finde, die ich wie folgt beantworten darf:

Eine Probezeitverlängerung ist immer möglich, ergibt aber in kündigungsrechtlicher Hinsicht bei Arbeitnehmern keinen Sinn, die dem Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes unterfallen. Denn nach Ablauf der maximalen gesetzlichen Dauer der Probezeit von sechs Monaten greift das Kündigungsprivileg nicht mehr durch und es gilt neben den gesetzlichen Kündigungsfristen dann auch der allgemeine Kündigungsschutz nach dem KSchG.

Die Krankheit hindert den Zugang der Kündigung nicht. Entscheidend ist nur, dass die Kündigung innerhalb der Frist zugeht, z. B. durch Einwurf in Ihren Hausbriefkasten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

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