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Kündigung in Probezeit - Zeugnischeck

| 13.03.2009 17:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war bis einschließl. 02/2009 als XXX Manager bei einem Unternehmen tätig. Zum Ende meiner Probezeit (Ende 5. Monat) wurde mir (ohne Vorwarnung) in einem Probeendzeitgespräch mit sofortiger Freitstellung gekündigt. Kündigungsgrund laut meines ehemaligen Chefs: Mein Auftreten wäre zu tough und ich würde damit nicht in das Unternehmen passen. Fachlich hingegen hätte ich eine sehr gute Leistung erbracht, wäre sehr engagiert und mit viel Spass bei der Sache gewesen, hätte meine Projekte gut geleitet und auch meinen hohen Arbeitseinsatz (durchschnittlich 50-60 Stundenwoche anstatt der 40 Stundenwoche wie im Vertrag festgeschrieben) habe er positiv bemerkt. Nun habe ich hierzu mein Zeugnis erhalten. Ich habe den Eindruck nicht "gut" (wovon ich ausgegangen bin laut der mündlichen Begründung meines Chefs), sondern höchstens "befriedigend" bewertet worden zu sein. Das Zeugnis umfasst gerade mal eine Seite und meine Tätigkeiten sind mit 5 Stichpunkten auch eher knapp aufgeführt. Nun möchte ich Sie bitten mir das Zeugnis bzgl. Benotung und Bewertung in "verständliches Deutsch" zu übersetzten:

Frau XXX verfügte über fundiertes Fachwissen, welches sie dank ihrer guten Auffassungsgabe befähigte, für schwierige Problemstellungen gute Lösungen zu finden, die sie konsequent und erfolgreich in die Praxis umsetzte.
--> Was ist mit "befähigte" gemeint? Nur "befähigte" oder habe ich es tatsächlich gemacht?

Sie erledigte Ihre Aufgaben stets mit hohem Engagement und großem persönlichen Einsatz. Auch in Stresssituationen erzielte Frau XXX gute Ergebnisse in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war auch starkem Arbeitsanfall immer gewachsen.
--> heißt das, dass ich Stress nicht gewachsen war?

Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit zeichneten ihren Arbeitsstil jederzeit aus. Stets arbeitete sie umsichtig, gewissenhaft und genau. Frau XXX erfüllte die ihr übertragenen Aufgaben immer zu unserer vollen Zufriedenheit.
--> welche Note soll das sein? müsste für Note 2 doch "stets zu unserer vollen Zufriedenheit" heißen und nicht "immer" oder?

Wegen ihres verbindlichen und kooperativen Auftretens war Frau XXX eine geschätzte Ansprechpartnerin. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war immer einwandfrei.
--> Ist hier ein negativer Hinweis formuliert?

Das Arbeitsverhältnis endet zum heutigen Tage. Wir danken ihr für ihre Leistungen und wünschen ihr für ihre berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.
--> Müsste hier nicht eine Bewertung meiner Leistungen stehen z. B. gut oder stets gut --> ist nur "Leistung" eine Note 4?

Falls ich in diesem Zeugnis mit 3 oder schlechter bewertet wurde:
1. Habe ich aufgrund der mündlichen Aussagen meines Chefs einen Anspruch auf eine 2er-Benotung? Kollegin vom Personal war bei dem Gespräch anwesend.
2. Kann dies vorm Arbeitsgericht eingeklagt werden?
3. Wie hoch wären hierfür ca. die Kosten für einen Anwalt+Prozess?
3. Und wen sollte ich als ersten Schritt aus dem Unternehmen ansprechen, um die Bewertung zu ändern? Meinen ehemaligen Vorgesetzten oder direkt die Personalabteilung?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Das Bundesarbeitsgericht hat mehrfach klargestellt, dass der Arbeitgeber (AG) bei der Abfassung des Zeugnisses einen Bewertungsspielraum hat. Der Arbeitnehmer (AN) kann keinen bestimmten Wortlaut verlangen, er hat aber Anspruch auf ein leistungsgerechtes qualifiziertes Zeugnis.

Für die Kündigung in der Probezeit benötigt der AG keinen Kündigungsgrund, er muss diesen auch nicht benennen, denn das Kündigungsschutzgesetz findet keine Anwendung.

1. Mit "befähigte" ist allgemein gemeint, dass Sie tatsächlich in der Lage waren gute Lösungen zu finden, an dieser Formulierung ist nichts auszusetzen.

2. Der nächste Abschnitt heißt gerade nicht dass Sie Stress nicht gewachsen waren, sondern drückt aus, dass dies der Fall war. Auch dies ist eine übliche und häufig verwendete Formulierung und nicht nachteilig.

3. "Immer zu unseren vollen Zufriedenheit" ist nach der Rechtsprechung ein "gut", allerdings ist die Formulierung "stets" geläufiger und wird bei guten Leistungen meistens verwendet.
Hier sollten Sie um eine Änderung bitten.

4. Auch beim Sozialverhalten ist die Bewertung positiv, es sollte aber "stets einwandfrei" heißen.

5. Nein, am Ende steht die Dankesformel und wenn für die Leistungen gedankt wird ist das sehr positiv denn der AN hat auf eine Dankesformel keinen Anspruch. Die Bewertung taucht nie im Schlussatz auf, sondern weiter oben wie auch hier.

Insgesamt ist das Zeugnis mit "gut" zu beurteilen, allerdings erscheint es mir zu kurz und eine Beschreibung Ihrer Tätigkeiten mit
5 Stichpunkten ist definitiv zu kurz. Bei einem qualifizierten Zeugnis muss genau beschrieben werden, welche Tätigkeiten der AN erbracht hat.

- Generell hat der AN einen Anspruch auf die Note 3, wenn er meint besser zu sein, dann muss er es beweisen, in Ihrem Fall ist aber ohnehin die Note 2.

- Eine Zeugnisklage auf Berichtigung zum Arbeitsgericht ist möglich, die Kosten richten sich nach dem Bruttoeinkommen des AN, denn daraus wird der Streitwert bestimmt.

- Sie sollten sich an den direkten Vorgesetzten wenden, denn im Zweifel wird die Personalabteilung dort ebenfalls nachfragen. Hier gibt es aber keine bestimmte Regel.



Rückfrage vom Fragesteller 15.03.2009 | 20:08

Sehr geehrter Herr Wöhler,
besten Dank für die Beantwortung meiner Frage. Ich gehe dann davon aus, dass "immer" synonym für "stets" verwendet wird.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir noch zwei kurze Nachfragen beantworten könnten:
1. Geht eigentlich aus dem Zeugnistext hervor, dass das Unternehmen dem AN gekündigt hat oder könnte ein zukünftiger Arbeitgeber auch daraus schließen, dass ich, der AN selbst gekündigt hat?
2. Nach dem letzten Satz mit den Wünschen für die Zukunft wird das Datum aufgeführt und danach folgen die Unterschriften (Vorgesetzter und Personalleitung). Neben der Jahreszahl im Datum steht ein "sg" (dd.mm.2009/ sg). Können Sie mir sagen, was das "sg" zu bedeuten hat?
Vielen Dank vorab und viele Grüße!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.03.2009 | 21:14


Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

1. Nein, der Text lässt offen wer das AV beendet hat. Ich halte diese Formulierung für angemessen, ein potentieller AG kann ja bei Ihnen nachfragen wer das AV beendet hat und warum.

2. Nein, mir ist keine besondere Bedeutung diese Kürzels bekannt.
Möglicherweise handelt es sich um das Kürzel des Zeugnisverfassers, der AG ist verpflichtet Ihnen auf Nachfrage Auskunft zu erteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.03.2009 | 13:21

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