Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung im Insolvenzplanverfahren

| 20.02.2009 23:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

-Mitte Februar 2009 endete meine Elternzeit
-ich hatte eine Verkürzung meiner Arbeitszeit auf 40% ( 2 ganze Tage ) beantragt, welche auch genehmigt worden ist.
-am 9.02.09 ging die Firma, bei der ich beschäftigt bin( ca. 500 Mitarbeiter ), in Planinsolvenz
-ich werde im Februar 2009 meine Kündigung erhalten
-meine Kündigungsfrist beträgt 6 Monate

Von meiner Firma habe ich bis heute noch keine genauen Informationen erhalten, ob ich freigestellt werde oder irgendeine Arbeit zugeteilt bekomme.
Dem Personalbüro wäre es am Liebsten, wenn ich zuerst meinen gesammten Jahresurlaub aufbrauchen würde und dann ohne Urlaub die restliche Zeit noch arbeiten würde.
Ich habe am Montag einen Termin im Personalbüro und möchte danach den restlichen Tag arbeiten.

-Was kann ich tun, wenn man mich nach diesem Termin nach Hause schickt? Ich möchte für diesen Tag keinen Urlaubstag verschenken.
-Kann mir das Personalbüro die Verteilung meines kompletten Urlaubs vorschreiben?
- Muss man bei einer Freistellung seinen kompletten Jahresurlaub hergeben, auch wenn die Dauer der Freistellung nicht bis zum Ende der Kündigungsfrist reicht?
-Stimmt es, dass sich, wie bei einer normalen Insolvenz , auch bei einer Planinsolvenz die Kündigungsfrist auf 3 Monate zum Quartalsende verringert?
- Habe ich ein Recht auf eine Abfindung?
- Haben Sie evtl. noch ein paar Tipps für mich?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

sollten Sie - was ich nicht hoffe und auch nicht vermute - nach Hause geschickt werden, so bieten Sie sofort Ihre Arbeitskraft an. Schicken Sie am besten dann am gleichen Tag noch ein Fax an die Personalabteilung, in dem (ausser Absender und Adressat) nichts weiter stehen muss als: "Ich biete Ihnen ausdrücklich meine Arbeitskraft an und verlange meine Weiterbeschäftigung". Dann befindet sich das Unternehmen bezüglich Ihrer Arbeitskraft in Annahmeverzug; eine Anrechnung auf Ihren Urlaub findet nicht statt.

Die Lage des Urlaubs richtet sich nach den Wünschen des Arbeitnehmers - also nach Ihren Wünschen. Sie haben dabei die Interessen des Betriebes zu berücksichtigen - also nicht: Der Betrieb legt den Urlaub fest, und Sie düfen Wünsche äussern.

Ob Ihr Arbeitgeber Sie im Falle einer Kündigung unter Anrechnung auf den Urlaub freistellen darf richtet sich unter anderem nach Bestimmungen, die evtl. in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt sind - ohne Einsicht in diesen kann ich dazu abschliessend nichts sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass folgendes nicht geht: Sie werden unter Anrechnung Ihres Urlaubes für 4 oder 6 Wochen freigestellt und dürfen danach weiterarbeiten - das wäre eine Umgehung Ihres Rechtes auf Festlegung der Lage Ihres Urlaubes und das würde einer rechtlichen Überprüfung nicht standhalten.

Ja, die Regelungen zur Kündigungsfrist sind bei der Planinsolvenz nicht anders.

Eine Abfindung gibt es i.d.R. nur wenn Sie zwischen Arbeitgeber (Insolvenzverwalter) und Arbeitnehmer vereinbart werden, beispielsweise anläßlich eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens, oder wenn in Unternehmen mit Betriebsrat ein Interessenausgleich sowie ein Sozialplan vereinbart wird. Angesichts der von Ihnen genannten Betriebsgröße vermute ich, dass es sich bei Ihrem Arbeitgeber um ein durchaus nicht nur bundesweit bekanntes Marken-Unternehmen handelt, das für Außenstehende überraschend von der IG Metall betreut wird. Sofern es sich um dieses Unternehmen handelt, hat dieses einen durchaus erfahrenen Betriebsrat, der möglicherweise nicht immer im Einvernehmen mit der Gewerkschaft handelt, aber gleichwohl ausserordentlich bemüht ist, das Beste für *seine* Arbeitnehmer herauszuholen. Daher gehe ich davon aus, dass eine Sozialplanabfindung vereinbart wird.

"- Haben Sie evtl. noch ein paar Tipps für mich?" - Sie sind sich schon bewusst, dass Sie 20 € für die Frage eingesetzt haben? Von dem, was am Ende bei mir bleibt, (diese Plattform will auch leben, ebenso der Bundesfinanzminister, die deutschen Banken etc...), kann nicht einmal mein Mann zum Friseur gehen ;-) Aber gleichwohl - frisch aus der Elternzeit kommen und dann sowas ist auch nicht fein, also:

- Halten Sie Kontakt zum Betriebsrat, seien Sie stets auf dem Laufenden, und lassen Sie sich alles erklären, was Sie nicht verstehen, bis Sie es verstehen
- Sind Sie in der Gewerkschaft? Dann dort Auskünfte einholen - die sind am Ball. Sind Sie es nicht? Ändern Sie das und bis dahin halten Sie Kontakt zu KollegInnen, die es sind und holen sich Auskünfte!
- Wenn Sie eine 6monatige Kündigungsfrist haben (und damit eine entsprechende Betriebszugehörigkeit, die entsprechend den Gepflogenheiten im deutschen Arbeitsrecht üblicherweise schwerer wiegt als das Alter) und gerade frisch aus der Elternzeit kommen, dann sollten Sie eigentlich nicht unbedingt auf der Kündigungsliste stehen. Lassen Sie sich Interessenausgleich/Sozialplan aushändigen und gegebenenfalls prüfen. Suchen Sie nach einer Kollegin/einem Kollegen, die sich in Arbeitsrecht wirklich auskennen und die Erfahrung haben - das kann man nicht am Schild ablesen.

Ein letzter Tipp:
Unterschreiben verboten!!!!! Nichts, was Ihnen jemand (Insolvenzverwalter, GF, BR) schmackhaft machen mögen kann so toll sein, dass Sie es sofort und ohne Bedenkzeit und ohne Berater zu fragen unterschreiben. Alles was man Ihnen anbietet ist nur dann seriös, wenn Sie es in Papierform nach Hause tragen dürfen, sich beraten lassen dürfen, drüber schlafen und dann entscheiden.

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen ein erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen - dank Email, Fax und Telefon stellt die Entfernung dafür kein Hindernis mehr dar. Das Honorar auf diesem Board wird dann auf die entstehenden Gebühren angerechnet.

Abschließend darf ich Sie auf die Möglichkeit der Nachfrage verweisen.

Ich wünsche Ihnen familiär und beruflich alles Gute und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

N. Unruh

www.anwaltrecht.de
info@anwaltrecht.de
T. 030-36753713
F. 030-36753721
M. 01783717285

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Bewertung des Fragestellers 22.02.2009 | 19:13

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für Ihre ausführliche, schnelle, verständliche und professionelle Antwort ! Sie hat mir sehr geholfen. "
FRAGESTELLER 22.02.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70760 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Auf den Punkt kommend deutlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
bin zufrieden ...
FRAGESTELLER