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Kündigung erhalten, wie verhalte ich mich richtig?

| 30.05.2013 13:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Ich habe gestern von meinem Arbeitsgeber die schriftliche Kündigung bekommen.
Der genaue Wortlaut der Kündigung lautet wie folgt.

Zitat:

Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,

wir kündigen das mit ihnen bestehende Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum 31.07.2013 bzw. nächstmöglichen termin. Innerhalb der Kündigungsfrist ist der Ihnen zustehende Resturlaub abzuwickeln.

Zitat Ende (Es folgte noch der Rechtsverweis wegen der Arbeistlosmeldung):

Jetzt stellt sich für mich die Frage wie bin ich nun gekündigt?.
Fristlos, Ordentlich?? Ist die Kündigung so überhaupt gültig.

Hinzu kommt noch das ich Gebietsleiter im Außendienst bin. Nun wurde mir Firmenintern über Kollegen mitgeteilt das mein Vorgesetzter allen anderen Mitarbeitern mitgeteilt hätte ich währe ab sofort nicht mehr für die Firma tätig und sie sollen mir keine Firmeninterna mitteilen oder Fragen beantworten was Kundenbestellungen angeht. Außerdem sollen meine Kunden Informiert werden das ich ab sofort nicht mehr für sie zuständig bin und sie mit mir nicht mehr zusammen Arbeiten sollen.

Auf eMails die ich meinen Vorgesetzten geschrieben habe wie ich mich nun Verhalten soll bekomme ich keine Antwort.

Ich habe zwar eine Kündigungsschutzklage eingereicht nur wie verhalte ich mich nun?.
Arbeiten, freigestellt?????



Einsatz editiert am 30.05.2013 13:48:46

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Beurteilung zudem noch erheblich verändern.

Aus der vom Arbeitgeber gewählten Formulierung "hilfsweise" ist zu schließen, dass der Arbeitgeber eine fristlose Kündigung aussprechen wollte. Auch das übrige Verhalten des Arbeitgebers spricht für eine fristlose Kündigung.

Die ordentliche Kündigung zum 31.07.2013 oder zum nächstmöglichen Termin soll daher nur dann gelten oder eingreifen, wenn die fristlose Kündigung unwirksam sein sollte.

Dass neben der fristlosen Kündigung hilfsweise - also vorsorglich - eine ordentliche Kündigung ausgesprochen wird, ist allgemein üblich. Dennoch gilt erst einmal die fristlose Kündigung für den Arbeitnehmer.

Ob die fristlose Kündigung wirksam ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Es müsste einen wichtigen Grund geben, der die fristlose Kündigung rechtfertigt. In den meisten Fällen müsste zudem vor der Kündigung eine Abmahnung erteilt worden sein. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass die Kündigungsgründe nicht zwingend in dem Kündigungsschreiben enthalten sein müssen, aber vom Arbeitgeber auf Nachfrage des Arbeitnehmers schriftlich mitgeteilt werden müssen.

Sofern also keine Kündigungsgründe in dem Kündigungsschreiben angegeben wurden, sollten Sie Ihren Arbeitgeber schriftlich (nicht nur per Email) auffordern, Ihnen die Kündigungsgründe mitzuteilen.

Da der Arbeitgeber durch die fristlose Kündigung und seine Mitteilungen an Kollegen und Kunden zum Ausdruck gebracht hat, dass er Ihre Arbeitsleistung ab sofort nicht mehr braucht, müssen Sie grundsätzlich Ihre Arbeitsleistung/Arbeitskraft jetzt auch nicht mehr anbieten. Allerdings schadet es auch nicht, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber Ihre Arbeitsleistung noch einmal schriftlich für den nächsten Arbeitstag anbieten.

Die Kündigungsschutzklage haben Sie bereits eingereicht. Das war richtig.

Ob die Kündigung(en) Ihres Arbeitgebers letztlich wirksam sind, ist im Kündigungsschutzprozess zu klären. Es wäre für Sie daher durchaus ratsam, sich in diesem Kündigungsschutzprozess anwaltlich vertreten zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2013 | 14:40

Wie muss ich das den nun verstehen?.
Ist das Kündigungsschreiben ohne Angaben von Gründen oder vorheriger Abmahnung gültig oder nicht?.

Und wenn es gültig ist, welche Form hat es den nun für mich?.
Ist das nun eine fristlose oder Ordentliche Kündigung?.

Mein Arbeitsgeber Antwortet auf meine Anfragen ja nicht, so das ich ja nicht weiß wie ich mich verhalten soll.
Nicht das wenn ich meine Arbeit einstelle dem Arbeitsgebe signalisiere das ich die fristlose Kündigung anerkenne bzw ihn wenn es keine ist durch meine Einstellung der Arbeitszeit einen weiteren Grund gebe mir fristlos zu kündigen oder gar meine Abfindung in gefahr bringe wenn es vor Gericht geht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2013 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

wie bereits in der obigen Antwort ausgeführt, handelt es sich um eine fristlose Kündigung, die auch als solche zu verstehen ist. Die Kündigung ist nach Ihren Angaben für Sie erst einmal gültig, bis das Arbeitsgericht abschließend darüber entschieden hat. Sie sollten sich daher auch schon jetzt bei der Arbeitsagentur melden.

Wie erwähnt müssen die Kündigungsgründe nicht in dem Kündigungsschreiben angegeben werden. Der Arbeitgeber muss die Gründe aber auf Nachfrage des Arbeitnehmers schriftlich mitteilen.

Durch das Einreichen der Kündigungsschutzklage haben Sie bereits signalisiert, dass Sie die Kündigung nicht akzeptieren wollen. Bei einer fristlosen Kündigung muss der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung nicht mehr zwingend anbieten. Es schadet jedoch nicht, wenn Sie es trotzdem tun, um zusätzlich zur Kündigungsschutzklage klarzustellen, dass Sie die Kündigung nicht akzeptieren wollen.

Ob eine fristlose Kündigung - ggf. ohne Abmahnung - in Ihrem Falle zulässig und damit wirksam ist, kann ich im Rahmen einer Onlineberatung ohne Detailkenntnis nicht beurteilen. Wie gesagt ist in der Regel eine vorherige Abmahnung notwendig. Es gibt aber Ausnahmefälle, bei denen eine besonders schwerwiegende Pfichtverletzung des Arbeitnehmers eine fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung zulässig macht.

Wie bereits angeraten, sollten Sie sich in dem Kündigungsschutzprozess anwaltlich vertreten lassen. Ein Anwalt wird dann die Wirksamkeit der Kündigung tiefergehend prüfen können und mit Ihnen auch die evtl. Möglichkeit einer Abfindung o. ä. besprechen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 30.05.2013 | 15:17

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