Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
501.707
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung eines Minijobs

19.12.2005 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Arbeitgeber ist mein Lebenspartner, in dessen Betrieb ich einen Minijob habe. Aus finanziellen Gründen soll mir dieser nun gekündigt werden. Da ich jedoch einen Schwerbehindertenausweis besitze (Grad 70) ist die Frage, ob er mich wie einen Nichtbehinderten und mit welcher Frist kündigen kann. Besteht nach der Kündigung eines Minijobs Anspruch auf Arbeitslosengeld?
19.12.2005 | 14:23

Antwort

von


(7)
Kantstraße 93 a
10627 Berlin
Tel: 030-32511385
Web: http://www.reiserecht-berlin.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Rechtssuchender, Sehr geehrte Rechtssuchende,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen gern wie folgt beantworten möchte:

1. Kündigungsschutz bzw. Kündigungsfristen

Bei Verträgen über Minijobs gelten die gleichen rechtlichen Regeln, wie bei gewöhnlichen Teilzeitarbeitsverträgen. (§ 2 Abs.2 TzBfG) Sie unterliegen den gesetzlichen und tariflichen Schutzbestimmungen. Besonderheiten gibt es allein bei der Steuer und der Sozialversicherung zu beachten.
Damit unterfallen Sie dem besonderen Kündigungsschutz des § 85 SGB IX. Hiernach bedarf die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Eine solche Zustimmung ist entbehrlich, wenn das Arbeitsverhältnis aus einem der folgenden Gründe enden soll.
- Ablauf der Befristung
- Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung oder Irrtums
- Berufung auf die Nichtigkeit des Arbeitsvertrags
- Aufhebungsvertrag, wobei der schwerbehinderte Mensch kein Recht zur Anfechtung hat, wenn er bei Abschluss noch nichts von seiner Schwerbehinderung wusste; die Zustimmung des Integrationsamtes ist aber dann erforderlich, wenn die Beendigung im Fall der Berufsunfähigkeit oder der Erwerbsunfähigkeit auf Zeit erfolgt
- Eigenkündigung des schwerbehinderten Menschen
- Kündigung durch den Arbeitgeber innerhalb der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses, die dem Integrationsamt innerhalb von 14 Tagen angezeigt werden muss,
- Kündigung durch den Arbeitgeber, wenn der Arbeitnehmer bereits das 58. Lebensjahr vollendet hat und Anspruch auf eine Abfindung o.Ä. aufgrund eines Sozialplans hat, wenn der Arbeitgeber ihm die Kündigungsabsicht rechtzeitig mitgeteilt hat und er nicht bis zum Ausspruch der Kündigung widersprochen hat
- Kündigung durch den Arbeitgeber aus witterungsbedingten Gründen, wenn die Wiedereinstellung des schwerbehinderten Menschen bei der Wiederaufnahme der Arbeit gewährleistet ist.

Liegt bei Ihnen keiner der dargestellten Gründe vor, ist eine Kündigung ohne Zustimmung des Integrationsamtes gem. § 134 BGB unwirksam.
Gem. § 90 Abs.2 a SGB IX bedarf es auch dann keiner Zustimmung des Integrationsamtes,wenn zum Zeitpunkt der Kündigung die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nicht nachgewiesen ist.
Sie müssen damit den Bescheid über die Schwerbehinderung bzw. den Schwerbehindertenausweis vor dem Zugang der Kündigung ihrem Arbeitgeber vorlegen, sofern die Schwerbehinderung nicht offensichtlich ist. Anderenfalls haben Sie keinen besonderen Kündigungsschutz.
Die Kündigungsfrist beträgt gem. § 86 SGB IX mindestens vier Wochen, sofern Ihr Arbeitsverhältnis wenigstens sechs Monate betanden hat. Dies gilt auch dann, wenn die Frist nach einem Tarifvertrag kürzer wäre. Innerhalb der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses gilt die gesetzliche bzw. tarifliche Kündugungsfrist.
Auch bei schwerbehinderten Menschen ist aber eine außerordentliche fristlose Kündigung möglich, bei der ebenfalls das Integrationsamt einzuschalten ist.
Ist der beantragten Kündigung vom Integrationsamt zugestimmt worden, muss innerhalb eines Monats gekündigt werden.



2. Anspruch auf Arbeitslosengeld

Da weder Sie noch Ihr Arbeitgeber während der Dauer des Minijobs
Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, haben Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Nur wenn Sie vor der Aufnahme des Minijobs eine andere versicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt haben, kann Ihnen aus dieser Beschäftigung Arbeitslosengeld zustehen.



Mit freundlichen Grüßen

Antje Krenkel
Rechtsanwältin



Wir
empfehlen

Kündigung Arbeitsvertrag

Schreiben Sie mit unserem interaktiven Muster Ihre Arbeitnehmerkündigung. Mit Berechnung des Resturlaubs und Fristen!

Jetzt Arbeitsvertrag kündigen
ANTWORT VON

(7)

Kantstraße 93 a
10627 Berlin
Tel: 030-32511385
Web: http://www.reiserecht-berlin.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Reiserecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64651 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich und sogar noch mitten in der Nacht beantwortet. Top Empfehlung und vielen Dank für die schnelle Hilfe! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich kann die Anwältin sehr empfehlen, meine Fragen würden so beantwortet wie ich es mir vorgestellt habe. So ausführlich wie nötig, so wie möglich. Sehr gut. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens ...
FRAGESTELLER