Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung eines Mieters im Zweifamilienhaus


| 23.01.2006 00:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Anwälte

Wir wohnen in unserem Zweifamilienhaus ( haben es vor 2 Jahren geerbt)in der oberen Wohnung, die untere ist seit ca. 10 Jahren vermietet.
Vor einem Jahr haben wir ein Kind bekommen und
wir möchten noch gerne ein zweites.
Nachdem unser Kind auf der Welt war, haben wir unserem Mieter auf Eigenbedarf gekündigt, mit der Begründung das wir Familienzuwachs bekommen haben, und weiteren Zuwachs planen, und nun unsere Wohnung zu klein ist und wir künftig das gesamte
Wohnhaus selber nutzen wollen.
Weil das Haus stark renovierungsbedürftig ist haben wir folgende Punkte mit als Begründung angegeben:
Schimmel und Fäulnisbefall, das es grundlegend renoviert und isoliert werden muss
das manche Räumlichkeiten gar keine Heizung bzw. defekte Heizkörper besitzt,
und wir diese komplett austauschen müssen.
Das der Eingangsbereich aufgrund Zugerscheinungen
umgebaut, sowie das Treppenhaus in den Wohnraum integriert werden soll.
Zusätzlich haben wir auch nach dem Sonderkündigungsrecht §573a Absatz 1 BGB gekündigt.
Kündigungstermin ist der 31.3.06
Nun kam sein Widerspruch mit der Begründung:
Zweifel am Eigenbedarf(zu §573a wurde noch keine Stellung bezogen)
Wir erheben nun die Räumungsklage.
Wie lange kann sich so ein Verfahren hinziehen?
In welchem Umfang können wir mit den Renovierungsarbeiten beginnen?
Könnten wir erwirken das wir wenigstens mit den Kabeln und Rohren durch seine Wohnung dürfen, um den darüberliegenden Stock ferig zu machen?
Auf der Bühne sind von ihm Sachen gelagert, obwohl die Bühne kein Bestandteil des Mietvertrages ist. Zählt auch hier wieder sein viel besagtes Gewohnheitsrecht?
Wir würden auch gerne schon das Dach fertig ausbauen und die Bühne wird dabei entfernt.
Wir möchten unser Haus bald fertig haben, denn es ist eine Zumutung mit einem kleinen Kind so zu leben. Wenn dann das zweite kommt wird es auch noch sehr eng für uns.
Ich möchte Ihnen auch noch sagen das das Verhältnis zwischen uns und unseren Mietern verständlicherweise sehr schlecht geworden ist,und das Zusammenleben zur Qual macht.

Vielen dank im Vorraus
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


Es ist im Einzelnen schwierig, eine genaue Prognose zur Dauer eines Räumungsverfahrens zu machen. Neben dem eigentlichen Erkenntnisverfahren (das Verfahren bis zum Erlass eines Urteils), dessen Dauer von Faktoren wie der Arbeitsbelastung des Gerichts, der Notwendigkeit evtl. Beweiserhebungen (z.B. Sachverständigengutachten) oder des Umfanges des Tatsachenvortrages abhängig ist, können auch im Vollstreckungsverfahren (wenn also bereits ein Urteil ergangen ist) erhebliche Zeitverzögerungen auftreten (z.B. Vollstreckungsschutzanträge des Mieters). Mir selbst sind Fälle bekannt, die sich über mehrere Jahre hingezogen haben. In der Regel dürfte ein durchschnittlicher Räumungsprozess aber kaum mehr als 12 - 16 Monate dauern.

Sofern Sie auf den Zutritt der Wohnung Ihres Mieters angewiesen sind, um dort Renovierungsarbeiten durchzuführen, sind Sie in der Regel auf den guten Willen des Mieters angewiesen, da dieser solange ein Recht auf Alleinbesitz an der Wohnung (und damit auch das Recht, Sie vom Betreten der Wohnung abzuhalten) hat, wie nicht rechtskräftig über die Herausgabe und Räumung der Wohnung entschieden ist. Etwas anderes kann sich lediglich aus der vertraglichen Vereinbarung geben (hierzu ist der Wortlaut des Mietvertrages maßgeblich) oder aber in den Fällen, in denen die Handwerkerarbeiten derart dringlich sind, dass Ihnen ansonsten ein unabwendbarer Schaden entstehen würde (dies ist z.B. regelmäßig bei Rohrbrüchen der Fall).

Soweit Sie auf ein Betreten der Wohnung Ihres Mieters angewiesen sind, um in der darüber liegenden Wohnung Handwerksarbeiten durchführen zu lassen, sind grundsätzlich ebenfalls die Regelungen des Mietvertrages maßgebend. Selbst wenn Ihnen aber ein vertraglicher Anspruch auf Betreten der Wohnung Ihres Mieters zustünde, müssten Sie auch diesen Anspruch gerichtlich durchsetzen, wenn der Mieter Ihnen das Betreten der Wohnung verweigert. Auch dies nimmt reichlich Zeit in Anspruch. Es wäre zwar grundsätzlich möglich, sich im Wege einer einstweiligen Verfügung Zutritt zur Wohnung des Mieters zu verschaffen, dies setzt aber eine besondere Eilbedürftigkeit voraus (in der Regel ebenfalls ein drohender Schaden an Ihren Rechtsgütern).

Sofern der Mietvertrag Ihrem Mieter kein Recht einräumt, seine Habseligkeiten auf der Bühne zu lagern, können Sie Ihren Mieter zum Entfernen seiner Gegenstände auffordern, verbunden mit der Ankündigung, die Gegenstände nach dem Ablauf einer angemessenen Frist selbst zu entfernen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Gerne bin ich auch bereit, Ihre weitere rechtliche Vertretung in der Angelegenheit zu übernehmen. Hierzu können Sie mich gerne per Email kontaktieren und wir besprechen die Angelegenheit in Ruhe.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2006 | 08:27

Wir haben nun erfahren, das unser Haus auch als Dreifamilienhaus Umgebaut werden könnte, das heißt also wir haben noch schlechtere Karten.
Wie würde das Aussehen, wenn wir ihm Geld anbieten damit er Auszieht? Haben wir da nicht auch wieder das Nachsehen wenn er dann doch wieder nicht Auszieht wie Versprochen?
Kann man das in einem Mietaufhebungsvertrag so klären das wir auch gewisse Sicherheiten haben?
Was würden sie uns raten?
Wir trauen unserem Mieter überhaupt nicht mehr.
Viele Dank für Ihren Rat

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2006 | 09:01

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Grundsätzlich hat die Tatsache, dass Ihr Haus auch in ein Zweifamilienhaus umgebaut werden könnte, keinen Einfluss auf die Kündigungsmöglichkeit nach § 573a Abs. 1 BGB.

Sie können selbstverständlich mit Ihrem Mieter einen Mietaufhebungsvertrag schließen, in dem Sie sich zur Zahlung einer Geldsumme für den Fall des vorzeitigen Auszuges Ihres Mieters verpflichten. Die Zahlung der Geldsumme sollte an die Bedingung des rechtzeitigen Auszuges gebunden sein, damit Sie nicht zahlen müssen, bevor der Mieter tatsächlich ausgezogen ist.

Wenn der Mieter dann nicht auszieht, können Sie direkt aus dem Aufhebungsvertrag gegen ihn vorgehen. Dies ist jedoch mit weiteren Kosten für einen Räumungsrechtsstreit verbunden. Sie müssten diese Kosten als klagende Partei zunächst vorstrecken, könnten sich diese jedoch im Falle eines Prozessgewinnes von Ihrem Mieter wiederholen. Bei einem insolventen Mieter blieben diese Kosten jedoch wohl uneinbringlich.

In jedem Falle empfehle ich Ihnen, zur Abfassung eines Mietaufhebungsvertrages anwaltliche Hilfe zu Rate zu ziehen, um den „Fußangeln“ des deutschen Mietrechts zu entgehen.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich bin sehr zufrieden mit dieser guten und sehr schnellen Beratung. Wirklich eine tolle Sache so an Antworten zu kommen.
Vielen Dank "