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Kündigung durch Mitarbeiter


14.12.2006 20:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Guten Tag,

ich habe am 29.09.06 mein Arbeitsverhältnis fristgemäß zum 30.06.07 gekündigt. Die Kündigungsregelung laut Arbeitsvertrag ist 6 Monate zum Halbjahresende für beide Parteien. Meine Kündigung erfolgte somit 3 Monate früher als Notwendig. Ich arbeite nun über 15 Jahre in der Firma ohne negativ aufzufallen, zuletzt als Abteilungsleiter. In der Kündigung habe ich bereits darum gebeten, das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden. Mein zukünftiger Arbeitgeber wartet zwar bis 01.07.07, würde mich aber gerne früher haben und ich habe auch keine Motivation, die Zeit bis zum 30.06.07 abzusitzen.

Im Moment habe ich den Eindruck, dass sich meine Firma (ca. 550 Mitarbeiter am Standort, Konzern mit 4 Standorten in D), wegen der langen Frist recht viel Zeit lässt, sich um meine Nachfolge zu kümmern, evtl. sind die laufenden Projekte auch ein Grund, mich nicht vorzeitig gehen zu lassen. Die Stellenanzeige wurde erst am 28.10. veröffentlicht.
Meine Kündigung kommt dem Top-Management wegen der derzeitigen Projekte recht ungelegen, außerdem sind die Herren eher gewohnt Leute nach Hause zu schicken, als Kündigungen zu erhalten. Auf Nachfragen zur vorzeitigen Beendigung habe ich bis jetzt keine vernünftige Antwort erhalten, d.h. ein Gespräch darüber kommt erst gar nicht in Gang.

Mein persönliches Ziel ist, das Unternehmen Ende Februar oder Ende März aber spätestens Ende April zu verlassen.

Weil derzeit noch kein Nachfolger gefunden ist, gehe ich bei üblichen Kündigungszeiten eines potentiellen Nachfolgers davon aus, dass der Nachfolger nicht vor April anfängt. Damit wäre für mich wegen dessen Einarbeitung eine vorzeitige Beendigung praktisch gelaufen.

Ich habe im Forum bereits gelesen, dass ich gezwungen bin, mich an die vertragliche Frist zu halten. Allerdings mache ich mir darüber Gedanken, im Falle des Falles (keine vorzeitige Beendigung) die fristgemäße Kündigung im Februar/März durch eine fristlose Kündigung zu ersetzen. Einen Grund für eine fristlose Kündigung habe ich allerdings nicht, es ist auch keiner zu erwarten.

Nun zu meiner Frage:
Welche Risiken bestehen bei dieser Vorgehensweise bezüglich Schadensersatz- oder anderen Forderungen des jetzigen Arbeitgebers und in wie weit sind diese Risiken für mich kalkulierbar ?

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Sehr geehrter Fragesteller,

es ist in der Tat so, dass Sie grundsätzlich die Kündigungsfrist einhalten müssen und den Arbeitsplatz nicht vorzeitig aufgeben können. Eine vorzeitige Beendigung ist nur im Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeber möglich.

Wenn Sie das Arbeitsverhältnis fristlos kündigen, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt und danach zu Hause bleiben, kann Ihnen dies unter Umständen als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden, mit der Folge, dass der Arbeitgeber seinerseits ggf. fristlos kündigen kann. Eine solche provozierte Kündigung könnte Ihnen zwar kurzfristig in die Karten spielen, möglicherweise aber negative Auswirkungen für die Zukunft haben, z.B. durch ein entsprechendes Arbeitszeugnis.

Für den Fall der Arbeitsverweigerung kann Ihr Arbeitgeber tatsächlich auch Schadensersatzansprüche geltend machen. Die Höhe ist dabei kaum kalkulierbar und abhängig von Ihrer Stellung im Betrieb. Ein Schaden kann z.B. dadurch entstehen, dass ein Leiharbeitnehmer an Ihrer Stelle eingesetzt werden muss oder auswärtig Aufträge zu Ihrem Ersatz vergeben werden müssen. Ansprüche können ggf. auch durch verzögerte Auftragsabwicklung oder ähnlichem entstehen. Ebenfalls denkbar sind zusätzliche Kosten, die für die Neubesetzung Ihres Arbeitsplatzes entstehen können, z.B. Einschaltung eines Vermittlers zur kurzfristigen Stellenbesetzung. Eine konkrete Berechnung ist naturgemäß vorab nicht möglich.

Zuletzt können sozialversicherungsrechtliche Nachteile auftreten, wenn das laufende Arbeitsverhältnis bei Arbeitsverweigerung nicht unmittelbar in neue Arbeitsverhältnis übergeht. Ansprüche auf Arbeitslosengeld würden einer Sperrzeit unterliegen. Für die Sozialversicherung müssten Sie dann ggf. selbst sorgen.

Letztlich kann ich Ihnen nicht empfehlen, auf eigene Faust das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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