Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung durch Arbeitnehmer mit Wechsel zur Konkurrenz


| 06.04.2006 20:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei meinem Arbeitgeber gekündigt und werde nun zur Konkurrenz wechseln, was ich meinem Arbeitgeber fairerweise auch mitgeteilt habe. Nun sieht es so aus, dass ein paar Vorgänge in der Firma passieren, die von meiner Seite alles außer gut sind und schon auf die persönliche Schiene ausufern.

Hier meine Fragen:

- Inwieweit kann mein Arbeitgeber mir anlasten, dass ich Rufschädigung betreibe, wenn ich innnerhalb der Firma zu Kollegen meine jeweils (leider) negative Meinung über Firmenstrategien oder die Art der Mitarbeiterführung äußern würde? (Extern zu Kunden ich mich aber selbstverständlich neutral verhalte)

- Kann dieses Verhalten abgemahnt werden und diese Abmahnungen dann wiederum im Arbeitszeugnis erscheinen bzw. kann das Arbeitszeugnis dahingehend negativ beeinflusst werden?

- Wie verhält es sich, wenn der Arbeitgeber droht, meinem zukünftigen Arbeitgeber von diesem Verhalten zu berichten? Inwieweit ist dieses zulässig? Grenzt dieses nicht an einer Rufschädigung meinerseits? Wie kann ich diesem entgegenwirken / vorbeugen?

Des Weiteren sind es auch noch Kleinigkeiten, welche es mir nicht gerade leicht machen.
- Bis wann ist mein jetziger Arbeitgeber verpflichtet mir die Lohnsteuerkarte auszuhändigen?


Im Voraus schon einmal recht herzlichen Dank für die Beantwortung dieser Fragen.

06.04.2006 | 20:38

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
Sehr geehrter Rechtssuchender,

als Arbeitnehmer sind Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber zur Loyalität verpflichtet, daher dürfen Sie sich gegenüber Kunden auf keinen Fall negativ über Ihren Arbeitgeber äußern. Andernfalls kann dies sogar ein Grund zur fristlosen Kündigung darstellen.

Auch gegenüber Mitarbeitern müssen Sie äußert zurückhaltend mit Kritik sein. Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, dann müssen Sie dies entweder direkt gegenüber dem Arbeitgeber in einem vertraulichen Einzelgespräch äußern oder bei einer dafür abgstellten Vertrauensperson, Betriebsrat usw. Alles andere könnte durchaus auch eine Loyalitätspflichtverletzung anzusehen sein, die dann auch abgemahnt werden kann.

Kam es zu erheblichen Pflichtverletzung während des Arbeitsverhältnisses braucht Ihnen der Arbeitgeber auch kein hervorragendes Zeugnis ausstellen. Zwar darf er Sie im Zeugnis nicht offen kritisieren, da dies eine Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers Ihnen gegenüber darstellen würde, andererseits ist der Arbeitgeber bei der Zeugnisausstellung auch zur Wahrheit verpflichtet. D.h. wenn es objektiv Probleme im Arbeitsverhältnis gab, ist er nicht verpflichtet Ihnen ein hervorragendes Zeugnis auszustellen.

Ihr Arbeitgeber ist allerdings auch nicht berechtigt gegenüber Ihrem neuen Arbeitgeber über sie abzulästern. Dadurch würde er gegen seine Fürsorgepflicht verstossen. Wenn Ihnen hieraus ain Schaden enstehen würde, kann er sich sogar schadensersatzpflichtig machen.
Sollten sollten Ihnen solche Vorgänge bekanntwerden, können Sie Ihren ehemaligen Arbeitgeber per einstweiliger Anordnung auf Unterlassen verklagen. Allerdings wird es wohl sehr schwer zu beweisen sein, wann und was der alte Arbeitgeber dem neuen Arbeitgeber erzält hat. Das würde normalerweise ja voraussetzen , dass der neue Arbeitgeber Ihnen dies mitteilt. Insoweit darf Ihnen der Arbeitgeber auch nicht drohen sich gegenüber dem neuen Arbeitgeber schlecht über Sie zu äußern, denn hierdruch verstößt er, wie bereits erläutert, gegen seine nachvertragliche Fürsorgepflicht.

Es gibt keine feste Frist bis zu der Ihr Arbeitgeber Ihnen die Lohnsteuerkarte aushändigen muss. Wenn der Arbeitgeber Ihnen aber unberechtigt die Lohnsteuerkarte nicht herausgibt und Ihnen ensteht hierdurch ein Schaden, dann können Sie Ihn auf Schadensersatz verklagen. Sollten Sie die Karte dringend benötigen und hält er Sie trotz Herausgabeaufforderung zurück, dann können Sie Ihn auch auf Herausgabe verklagen, denn es gehört ja auch zu den nachvertraglichen Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, dass er Sie durch solche Maßnahmen nicht in Ihrem beruflichen oder persönlichen Fortkommen hindert.

Wie Sie sehen, ist das Spannungsverhältnis Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und Treueverhältnis des Arbeitnehmers ein sehr sensibles Gebiet, dass sich juristisch schwer greifen lässt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort helfen

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 09.04.2006 | 15:32

Sehr geehrter Herr Glatzel,

zuerst einmal danke für Ihre ausführliche und schnelle Antwort.
Im selben Kontext stellen sich mir gleich noch die folgenden Fragen:
- Können Vergehen, die innerhalb eines kuren Zeitraum erfolgt sind, einzeln abgemahnt werden (am gleichen Tag)?
- Innerhalb welcher Frist muss eine Abmahnung erfolgen und innerhalb welcher Frist muss darauf reagiert werden?

Danke für Ihre Antworten.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2006 | 11:55

Sehr geehrter Rechtssuchender,

verschiedene Vergehen können, auch wenn Sie innerhalb kurzer Zeit, erfolgen natürlich einzeln abgemahnt werden.

Grds gibt es keine feste Frist für eine Abmahnung. Allerdings kann das Recht zur Abmahnung verwirkt sein, wenn sich der Arbeitnehmer über längere Zeit vertragstreu verhalten hat.
Dafür gibt es aber auch keine feste Frist, bis zu der die Abmahnung aus der Personalakte zu beseitigen ist. Die Beseitigung der Abmahnung kann sogar noch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden, wenn Sie noch schaden kann.
Aber auch hier gilt, wenn man zu lange wartet, kann das Recht zur Beseitigung verwirkt sein.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort hat mir sehr geholfen. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur. »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Die Antwort hat mir sehr geholfen.


ANTWORT VON

141 Bewertungen

Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Handelsvertreterrecht, Verkehrsrecht, Wirtschaftsrecht