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Kündigung der Mietwohnung wegen Zwangsversteigerung

28. Juni 2006 10:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

letzte Woche am 22.06.2006 haben mein Mann und ich bei einer Zwangsversteigerung eine Eigentumswohnung ersteigert.

Die Mieter dieser Wohnung wohnen seit 7 Monaten in dieser Wohnung. Nun wollen wir keinen Fehler bei der Ausübung unseres Sonderkündigungsrechtes nach § 57 a ZVG machen.

Daher unsere Bitte.
1. Muss die Kündigung, da der Mietvertrag auf beide Mieter lautet, jedem einzeln ausgesprochen werden oder reicht es wenn wir heute ein Kündigungsschreiben mit beiden Mieternamen per Einwurfeinschreiben versenden? Reicht als Nachweis ein Einwurfeinschreiben, dass es fristgerecht zugegangen ist?

anbei der Text den wir den Mietern heute zusenden möchten:
Könnten Sie bitte so freundlich sein und schauen ob dieser so formell richtig ist und wir auch nichts vergessen haben.

Im voraus vielen Dank.

Freundliche Grüsse



Text der Kündigung: alle Namen und Orte sind geändert und nur als Muster anzusehen:



*****

Einschreiben
*****


Mitteilung über den Zuschlag der Zwangsversteigerung
Kündigung der Wohnung wegen Eigenbedarf


Sehr geehrte Frau *****, sehr geehrter Herr *****,

am 22.06.2006 bekamen wir bei der Zwangsversteigerung, der Wohnung, *****, den Zuschlag.
Eine Kopie des Zuschlagsbeschlusses des Amtsgerichtes Hamburg, geht Ihnen, sobald er uns schriftlich vorliegt, in den nächsten Tagen gesondert per Post zu.

Hiermit machen wir von unserem Sonderkündigungsrecht nach § 57 a ZVG gebrauch und kündigen Ihnen o.g. Wohnung im *****, fristgerecht zum 30.09.2006 wegen Eigenbedarf § 573 BGB .

Der Eigenbedarf ergibt sich aus der Tatsache, dass mein Mann seit Mai 2006 in Hamburg arbeitet und wir demnach auch unseren Hauptwohnsitz aus beruflichen Gründen nach Hamburg verlegen wollen. Ein Wohnungswechsel ist daher aus beruflichen Gründen dringend notwendig.

Es tut uns leid, dass wir keinen besseren Bescheid für Sie haben. Wir hoffen jedoch auf Ihr Verständnis.

Bitte überweisen Sie bitte die Miete ab sofort auf unser Konto:

*****

Wir melden uns bei Ihnen telefonisch in den nächsten Tagen

Freundliche Grüße


28. Juni 2006 | 11:41

Antwort

von


(204)
Kopenhagener Str. 23
10437 Berlin
Tel: +49(0)30-74394955
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:


1. Da die Kündigung allen Mitgliedern der Personenmehrheit gegenüber zu erfolgen hat, sollten im Zweifelsfall beide Mieter separat angeschrieben werden.

2. Ein Einwurf-Einschreiben kann vor Gericht nicht den Zugang beweisen. (OLG Koblenz, Az. 11 WF 1013/04 . Im Gegensatz zum Übergabe Einschreiben erfolgt beim Einwurf-Einschreiben keine persönliche Aushändigung des Schriftstückes, von daher ist der Nachweis, dass das Schreiben den richtigen Empfänger erreicht hat, nicht erbracht.

Jedoch gibt es auch bei einem Übergabe/ Einschreiben Gefahren. Wenn der Zustellungsempfänger nicht anzutreffen ist, erhält er eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Wird diese vom Empfänger nicht abgeholt, so liegt ebenfalls keine Zustellung vor. Die sichersten Wege sind –abgesehen von der persönlichen Zustellung, bei der man sich direkt ein Empfangsbekenntnis unterschreiben lässt- eine Zustellung per Boten, der die erfolgte Zustellung im eventuellen Streitfall dann bezeugen kann oder aber die Zustellung per Gerichtsvollzieher.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin


Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.


Rechtsanwältin Sabine Reeder
Fachanwältin für Familienrecht

ANTWORT VON

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