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Kündigung der Beschäftigung bei einer Behörde wegen Ladendiebstahls?


| 10.02.2007 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Heute haben sie mich bei Famila erwischt.

Ein Lippenstift und Lidschatten - Wert knapp 19.00 €.
Ich bin nicht vorbestraft - und habe auch niemals etwas mitgenommen.
Bin weiblich und 60 jahre alt.

Der Detektiv sagte irgendwas von einer Anhörung, bei der er auch zugegen sein wird.
Die 100.- € habe ich gleich bezahlt.

Meine Frage:
Werde ich vorbestraft sein?
Ich arbeite extern bei einer Behörde und werde alle 5 jahre sicherheitsüberprüft.
Kann ich nun meine Weiterbeschäftigung vergessen?

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Sehr geehrte Ratsuchende,


hier werde ich Sie beruhigen können. Eine Eintragung, und damit eine "Vorbestrafung", kommt erst in Betracht, wenn eine Strafe über 90 Tagessätze verhängt wird.


Dieses kommt bei einen erstmaligen Ladendiebstahl nicht in Betracht, so dass Sie nicht als vorbestraft gelten werden.

Hier ist es durchaus möglich, dass das verfahren eingestellt wird. Kommt nun ein Anhörungsbogen, sollten Sie dann aber die Tat sofort zugeben.


Ob die Staatsanwaltschaft dieses der Behörde meldet, kann ohne nähere Akteneinsicht so nicht abschließend beurteilt werden, ist aber nicht gänzlich auszuschließen. Allerdings werden Sie dieshalb wohl kaum mit einer Kündigung zu rechnen haben.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2007 | 17:17

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Detektiv hat ja gleich einen Bogen ausgefüll und ich habe ihn unterschrieben - und damit auch die Tat zugegeben.
Auf dem Bogen stand groß und handschriftlich "Polizei war vor Ort".

Ich hab solche Angst, daß die Behörde (ich arbeite im Rathaus) davon etwas mitbekommt.

Was kommt jetzt noch? Womit muß ich rechnen??

Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe..

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.02.2007 | 19:42

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie werden jetzt auch noch einmal einen Anhörungsbogen von der Polizei erhalten. Diesen sollten Sie dann ausgefüllt zurücksenden.

Danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob das Verfahren eingestellt wird .

Ist dieses nicht der Fall, können Sie einen Strafbefehl erhalten. Legen Sie gegen diesen kein Rechmittel ein, müssen Sie die darin ausgesprochene Strafe zahlen. In diesem Fall kommt es nicht zu einer Gerichtsverhandlung.

In Anbetracht des geringen Wertes ist nicht davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Mit dem Strafbefehlsverfahren umgehen Sie daher eine Gerichtsverhandlung, wenn Sie dagegen kein Rechtsmittel einlegen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle







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