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Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen/ Angebot eines neuen Arbeitsvertrages

17.10.2010 22:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe am 15.10.2010 eine Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen zum 30.11.2010 erhalten. Ich bin Physiotherapeutin in einem Fitnessstudio. Dieses habe ich seit dem 1.10.2010 mit aufgebaut.
Und jetzt erhielt ich ohne Vorwarnung und überraschend diese Kündigung. Die Einnahmen decken laut Aussage meiner Chefin nicht die Ausgaben und Kosten. Bislang hatte ich eine 19 Stunden Stelle und habe im Schnitt 1800 €/ monatlich verdient. Gleichzeitig mit meiner Kündigung hat mir meine Chefin unter Tränen einen neuen Vertrag mitgegeben. Es täte ihr ja so alles so leid, sie wisse nicht weiter und sie könne mich dann ab 1.12.2010 für 20 Stunden (also 1 Std mehr pro Woche) und 1023 € Brutto anstellen. Das bedeutet für mich einen Verlust von mind. 360 € und 4 Stunden Mehrarbeit.
Meine Frage:Iist es rechtens mir einen so viel geringeren Lohn bei erhöhter Stundenleistung anzubieten? Wäre nicht viel mehr der Weg einer Stundenreduzierung bei gleichem oder ähnlichem stündlichen Gehalt der richtige? Also, das hieße bei einem neuen Nettoverdient von ca 800 €uro, dann eben nur 13,5 Stunden die Woche arbeiten? Ist diese Kündigung und der neue Vertrag rechtens?Was sind meine Rechte? Was raten Sie mir? Kündigung annehmen und höheres Arbeitslosengeld bekommen oder neuen Vertrag annehmen? Oder eher die 13,5 Stundenregelung bei Bruttolohn 1023 €? Da ich gleichzeitig in den Räumlichkeiten ein Nebengewerbe (seit Okt. 2010) unterhalte ist mir grundsätzlich an dem Arbeitsverhältnis gelegen. Ist es richtig, dass ich bei dem etwaigen Bezug von Arbeitslosengeld kein Nebengewerbe unterhalten darf oder besser gesagt, nur 165 € abzugsfrei dazu verdienen darf? Über Ihre Hilfe bin ich Ihnen bereits jetzt sehr dankbar! Kann ich gegen die Kündigung rechtliche Schritte einleiten, da ich die Mitarbeiterin bin, die am längsten in dem jungen Unternehmen arbeitet und nicht verstehe, warum ich als erste gehen soll? Außer dem Grund, dass mein Gehalt am höchsten ist....
Mit freundlichen Grüßen

17.10.2010 | 23:56

Antwort

von


(513)
Groner Landstr. 59
37081 Göttingen
Tel: 05513097470
Web: http://www.Kanzlei-Lars-Liedtke.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Für die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Kündigung kommt es entscheidend darauf an, ob das KSchG anwendbar ist oder nicht. Sollte dies nicht der Fall, kann der Arbeitgeber allein unter Beachtung der jeweiligen Kündigungsfrist wirksam kündigen, ohne dass es grds. auf einen Kündigungsgrund ankäme.

Die Kündigung könnte rechtswidrig sein, falls das KSchG anwendbar wäre, was der Fall ist, wenn Sie im Zeitpunkt der Kündigung bereits mehr als 6 Monate beschäftigt waren und dort insgesamt mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt sind. Teilzeitkräfte zählen anteilig.

Eine betriebsbedingte Kündigung ist dann rechtmäßig, wenn eine ordnungsgemäße Sozialauswahl stattgefunden hat. Daran sind hier Zweifel anzumelden, da Sie dort am längsten beschäftigt sind. Allerdings sind bei der Frage, welchem Arbeitnehmer zu kündigen ist, neben der Betriebszugehörigkeit weitere soziale Belange wie das Alter der in Betracht kommenden Arbeitnehmer, deren Gesundheitszustand und die Anzahl der Unterhaltsberechtigten zu berücksichtigen. Eine endgültige Beurteilung kommt im Rahmen der hier allein vorzunehmenden Erstberatung daher nicht in Betracht.

Sollten Sie nach diesen Ausführungen feststellen, dass das KSchG nicht anwendbar ist, ist die Kündigung rechtmäßig. Dann steht es dem Arbeitgeber frei, Ihnen ein anderes Arbeitsverhältnis zu schlechteren Konditionen anzubieten. Ihnen steht es frei, dieses anzunehmen oder abzulehnen. Ihre Ausführungen bzgl.der Zuverdienstmöglichkeit zum Arbeitslosengeld sind zutreffend.

Ist das KSchG hier hingegen anwendbar, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit einer umfassenden Prüfung des Falles unter Zugrundelegung aller relevanten Details beauftragen. Sollte dieser zum Ergebnis kommen, dass die Kündigung rechtswidrig war, müssen Sie dann Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht erheben, so dass die Rechtswidrigkeit der Kündigung dort festgestellt werden kann. Im Erfolgsfall besteht dann das alte Arbeitsverhältnis fort. Beachten Sie bitte, dass eine solche Kündigungsschutzklage nur innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung zulässig ist.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.


Rechtsanwalt Lars Liedtke

ANTWORT VON

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Groner Landstr. 59
37081 Göttingen
Tel: 05513097470
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