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Kündigung Wohngebäudeversicherung


| 17.03.2006 16:14 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem Schadensfall im Januar 2006 erhielt ich von dem betreuenden Versicherungsvertreter die Info, dass die Versicherung den Vertrag kündigen möchte und empfahl mir, der Kündigung durch eigene Kündigung zuvorzukommen, da dies vorteilhaft bei der Suche nach einer neuen Versicherung wäre.

Am 03.03.2006 habe ich also die Kündigung der Wohngebäudeversicherung zum 01.07.2006, dem Ablauf des Beitragsjahres, per Einschreiben aufgrund des Sonderkündigungsrechtes nach dem Schaden ausgesprochen, Zugang am 07.03.2006, eine Bestätigung der Versicherung erfolgte nicht.

Heute nun erreicht mich ein Kündigungsschreiben der Versicherung vom 11.03.2006, dass mir die Wohngebäudeversicherung aufgrund des Schadens gekündigt wird. Die Versicherung endet einen Monat nach Zugang des Schreibens.

Meine Fragen:

- Kann mir die Versicherung zu einem früheren Zeitpunkt kündigen, obwohl bereits eine Kündigung von meiner Seite zu einem späteren Zeitpunkt vorlag?

- Falls ja, endet die Versicherung dann tatsächlich erst am 17.04.2006, da ja heute erst das Einwurfeinschreiben eingetroffen ist? Das Schreiben datiert auf den 11.03.2006.
- Falls ja, erhalte ich den restlichen und bereits gezahlten Versicherungsbeitrag zurückerstattet?
- Falls ja, kann ich trotzdem auf dem Antragsformular einer neuen Versicherung angeben, dass die Versicherung von mir gekündigt wurde, da ich zuerst gekündigt habe? Müsste ich angeben, dass die Versicherung mir gekündigt hat, wird es schwierig, eine neue Versicherung zu finden.

Angehängt füge ich die relevanten Auszüge aus den AVB bei.

Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
Ein Ratsuchender

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Rechtsverhältnis nach dem Versicherungsfall, Kündigungsrecht
- Nach dem Eintritt eines Versicherungsfalles können Sie oder wir den Versicherungsvertrag kündigen, es sei denn, die Höhe des Schadens liegt unterhalb des vereinbarten Selbstbehaltes. Die Kündigung ist schriftlich zu erklären. Sie muss dem Vertragspartner spätestens einen Monat nach Auszahlung oder Ablehnung der Entschädigung zugegangen sein.
- Kündigen Sie, wird Ihre Kündigung sofort nach ihrem Zugang bei uns wirksam. Sie können jedoch bestimmen, dass die Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens jedoch zum Ende des laufenden Versicherungsjahres, wirksam wird. Eine Kündigung durch uns wird einen Monat nach ihrem Zugang bei Ihnen wirksam.
- Wird der Vertrag gekündigt, haben wir nur Anspruch auf den Teil des Beitrages, der der abgelaufenen Vertragszeit entspricht.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen wie folgt beantworten möchte:

Es zählt Ihre Kündigung. Aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Daten gehe ich davon aus, dass Ihr Kündigungsschreiben der sachbearbeitenden Stelle noch nicht vorlag, als diese ihrerseits die Kündigung verfasste.

Der Postlauf bei Versicherern nimmt regelmäßig einige Tage in Anspruch.

Hier dürfte ein Anruf für Klärung sorgen.

Um bei Ihrem Klärungsgespräch mit dem Versicherer weitere Argumente zur Hand zu haben, sollten Sie zudem prüfen, ob der Versicherer die Kündigungsfrist (Zugang spätestens einen Monat nach Eingang der Zahlung oder des Ablehnungsschreibens bei Ihnen) eingehalten hat.

Selbst wenn der Sachbearbeiter des Versicherers unberechtigt auf die Wirksamkeit der Versicherungskündigung pochen sollte, können Sie darauf hinweisen, dass Streit über etwa zehn Wochen Versicherungsschutz besteht. Falls Sie dort noch andere Versicherungen unterhalten, empfehle ich auf diesen Umstand und eventuell viele schadensfreie Jahre zuvor hinzuweisen.

Der Versicherer dürfte das Risiko einer Kündigung aller dort bestehenden Versicherungen kaum eingehen, nur weil er Ihre Kündigung zehn Wochen später als maßgeblich ansehen soll.

Wahrscheinlich dürfte sich aber bereits alles über den Postlauf erklären lassen, ich empfehle daher den Anruf bei Ihrem Versicherer, bitte halten Sie dabei die Versicherungsscheinnummer bereit.

Ich hoffe, Ihne eine erste Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2006 | 10:38

Sehr geehrter Herr Jeromin,

besten Dank für Ihre schnelle Antwort und Ihre Tipps.

Wie empfohlen habe ich heute bei der Versicherung angerufen und dort nachgefragt.
Leider stellt man sich dort auf den Standpunkt, dass die Kündigung durch die Versicherung gilt, obwohl ich bereits zuvor zu einem späteren Zeitpunkt gekündigt hatte.

Druckmittel in Form anderer Versicherungen oder langem schadensfreíen Verlauf liegen leider nicht vor, zudem hat die Versicherung die Frist zur Kündigung genau eingehalten.

Gilt vor diesem Hintergrund weiterhin, dass meine Kündigung zum späteren Zeitpunkt zählt und worauf stützt sich dies?
Interessant ist für mich zudem die bereits gestellte Frage, ob ich beim Antrag einer neuen Versicherung nun angeben darf, dass ich die Versicherung gekündigt habe.

Über eine weitere kurze Einschätzung bedanke ich mich.

Vielen Dank!

Gruß
Ein Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.03.2006 | 12:36

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

an der Rechtslage ändert sich nichts, da Ihr Versicherer aber eine eigene Meinung dazu vertritt, möchte ich Ihnen Praxistipps an die Hand geben, wie Sie die Situation noch "retten" können.

Sprechen Sie mit Ihrem Versicherer über eine Möglichkeit, seine Kündigung zurückzunehmen und das Vertragsverhältnis unter Berücksichtigung Ihrer Kündigung zehn Wochen später enden zu lassen. Bieten Sie an, bestimmte Risikobereiche aus dem Versicherungsumfang auszunehmen oder eine höhere Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Und nicht zuletzt: nehmen Sie Ihren Versicherungsvertreter "mit in´s Boot". Er sollte nicht nur bis zum Abschluß Ihr Ansprechpartner sein, sondern auch in Streitfällen aufgrund seiner Beziehungen zu den Versicherern vermittelnd tätig werden.

Wenn all das nichts hilft:lassen Sie sich zunächst Ihre eigene Kündigung durch Ihren Versicherer schriftlich bestätigen, um den Nachweis der Eigenkündigung führen zu können.

Ich hoffe Ihnen damit praktisch geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

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