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Kündigung Praktikum vor Antritt

| 16.02.2009 09:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Hallo,

meine Frage dreht sich um ein befristetes Praktikum:

Eine Studentin muss ein befristetes 3-monatiges Pflichtpraktikum absolvieren und sie hat sich bei mehreren gleichgelagerten Firmen beworben, da es ja bekanntlich nicht so einfach ist, einen Platz zu bekommen. Natürlich hat sie auch Wunschunternehmen, aber es ist ja nicht sicher, ob diese antworten bzw. sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Das Praktikum wird erst im Sommer beginnen.

Sie hatte jetzt ein Gespräch und es folgt vielleicht ein Vertrag in den nächsten Tagen. Den wird sie sicher auch unterzeichnen, denn sie weiß ja nicht, ob die anderen (von ihr mehr bevorzugten Unternehmen) überhaupt antworten. Wichtig zu erwähnen: Sie kennt den Vertragsinhalt noch nicht.

Meine Frage: Was passiert, wenn sie einen Praktikumsvertrag abschließt und sich dann vielleicht einige Tage später doch noch ein Wunschunternehmen von ihr meldet und ihr auch einen Vertrag anbietet?

Ist eine Kündigung des ersten Praktikumsvertrages weit vor Arbeitsantritt möglich?

Was passiert ihr, wenn in dem ersten Vertrag z.B. eine Kündigung VOR Beginn des Praktikums ausgeschlossen ist? Muss sie dann das Praktikum antreten?

Oder was passiert, wenn in dem Vertrag Kündigungsfristen genannt sind? Sie kündigt doch VOR Antritt? Muss sie diese trotzdem beachten?

Unter welchen Voraussetzungen kann der Arbeitgeber auf die Erfüllung dieses 3-monatigen Praktikumsvertrages bestehen?


Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Auch für Praktika-Verträge gilt der Grundsatz: pacta sunt servanda. Ein solcher Vertrag kann also nur im Rahmen der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist gekündigt werden.

Üblicherweise wird jedoch für die ersten Wochen eine Probezeit vereinbart, innerhalb beide Seiten den Vertrag ohne Einhaltung einer Frist kündigen können.

Dies ist dann selbstverständlich auch vor Beginn des Vertrages möglich.

Ist jedoch im Vertrag eine Kündigungsfrist vereinbart, muss diese eingehalten werden.

Wenn das Praktikum erst einige Monate nach Vertragsabschluss beginnen soll, dürfte aber auch eine fristgerechte Kündigung noch vor Beginn möglich sein.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen oder eine Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2009 | 09:53

Vielen Dank für die Antwort.

Ich gehe davon aus, dass eine Probezeit bei einem 3-monatigen Praktikum nicht stattfinden wird.

Was passiert, wenn im Vertrag eine Kündigung VOR Beginn des Praktikums ausgeschlossen wird? Muss man da das Praktikum auf Gedeih und Verderb durchführen? Oder gibt es Möglichkeiten?

Und was wäre, wenn gar nichts von Kündigungsfristen im Vertrag steht?
Wie sind die gesetzlichen Kündigungsfristen bei befristeten Praktikumsverträgen?

Danke für ihre Bemühungen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.02.2009 | 10:51

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Da es sich um ein Praktikum während des Studiums handelt, greift das Berufsausbildungsgesetz nicht ein. Gesetzliche Kündigungsvorschriften greifen dann nicht und es gilt die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist.

Es ist unüblich, die Kündigung vor Vertragsbeginn auszuschließen - sollte dies der Fall sein, halte ich eine solche Klausel für angreifbar, da mit den gesetzlichen Regeln im Widerspruch stehend: Ein Vertrag kann grundsätzlich nach seinem Abschluss gekündigt werden, unabhängig vom Beginn der Laufzeit.

Sofern eine fristlose Kündigung nicht vertraglich gestattet ist, wäre die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist einzuhalten. Geschieht das nicht, stehen der Praktikumsstelle ggf. Schadensersatzansprüche zu - außerdem kann das Auswirkungen auf das Studium haben, die ich aber ohne Kenntnis des Vertrages mit der Hochschule an dieser Stelle nicht abschätzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

Bewertung des Fragestellers 16.02.2009 | 10:51

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.02.2009 4,4/5,0
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