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Kündigung Pflichtpraktikum vor Antritt

| 20.11.2012 22:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Hallo. Ich habe folgende Frage an die AnwälteInnen.

Ich habe vor drei Wochen einen Praktikumsvertrag/Arbeitsvertrag für ein vergütetes, 5-monatiges Pflichtpraktikum im Rahmen meines Studiums unterschrieben, das ich in dreieinhalb Monaten angetreten hätte.

Aus diversen Gründen habe ich mich entschieden, bei diesem Unternehmen mein Praktikum nicht zu absolvieren und den Praktikumsvertrag zu kündigen. Ich erhielt vom Vertragspartner/Praktikumsgeber die Antwort, dass ich für "entstandene Kosten" aufkommen soll, die nicht näher definiert wurden.

Im Arbeitsvertrag ist aber folgendes aufgeführt:

"§ 2 Kündigung
Dieser Vertrag kann von beiden Parteien jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum Ende eines Monats schriftlich gekündigt werden.
Während der Probezeit kann jede Vertragspartei das Vertragsverhältnis jederzeit ohne Angabe eines Kündigungsgrundes und ohne einhalten einer Kündigungsfrist kündigen."

"§ 6 Verschiedenes
Tritt der Praktikant nach der Vertragsunterzeichnung das Praktikum nicht an oder beendet er es nach Ablauf der Probezeit und vor Vertragsende ohne wichtigen Grund, so ist er zum Ersatz des dadurch entstandenen Schadens verpflichtet."

Gemäß §2 kann jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Gemäß §6 wird bei "Nichtantreten" (= Nichterscheinen ohne Kündigung) ein nicht definierter Schadensersatz angedroht. Ich habe aber bereits 3,5 Monate vor Antritt gekündigt.

Da ich aber bereits dreieinhalb Monate vor dem Antritt gekündigt habe, ist doch der Schadensersatz nicht gegeben, oder?

Außerdem sind derzeit mehrere Hundert Praktikumsplatz-Angebote dieses Unternehmens auf vielen Online-Praktikums- und Stellenplattformen aktiv geschaltet. Somit kann mir doch kaum eine "Praktikantensuche" in Rechnung gestellt werden. Ich habe mich bei dem Unternehmen übrigens nicht auf eine der Stellenanzeigen hin beworben, sondern über meine Recherche direkt. Vorstellungskosten wurden mir übrigens nicht erstattet.

Die Antwort des Geschäftsführers bestärkt nun meine richtige Entscheidung. Trotzdem möchte ich mich vergewissern, ob ich zum Schadensersatz - für was auch immer - herangezogen werden kann und wie hoch dieser sein könnte - obwohl ich frühzeitigst gekündigt habe.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.








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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Grundsätzlich ist eine Kündigung nach Abschluss des Arbeitsvertrages aber vor Arbeitsbeginn möglich, es sei denn, diese Möglichkeit wäre im Arbeitsvertrag ausdrücklich ausgeschlossen. Dies ist bei Ihnen aber nicht der Fall. Es gilt dann die im Arbeitsvertrag vereinbarte Kündigungsfrist, die nach der Rechtsprechung im Zweifel mit Zugang der Kündigung zu laufen beginnt (vgl. BAG Urteil v. 25.3.2004, 2 AZR 324/03). Da Sie nur Praktikant sind, spricht nichts dafür, dass die Frist erst mit Beginn der Beschäftigung zu laufen beginnt. Nur bei einem besonderen Interesse des Arbeitgebers an einem Arbeitnehmer kann das anders sein.

Sie haben von Ihrer Kündigungsmöglichkeit Gebrauch gemacht und fristgerecht gekündigt.

§ 6 meint in der Tat den Fall, dass Sie ohne Grund und ohne Kündigung die Stelle nicht antreten. Aber auch dann müsste der Arbeitgeber den Schaden konkret darlegen, was in Ihrem Fall auch schwierig sein dürfte.

Sie brauchen keinen Schadensersatz zu befürchten.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt


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