Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung Maklervertrag - muss ein Aufwendungsersatz gezahlt werden?

11.02.2009 00:04 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


Im November 2007 habe ich einem ortsansässigen Immobilienmakler einen Alleinauftrag zur Veräußerung der von mir bewohnten Immobilie (DHH) erteilt. Die Auftragsdauer war vertraglich bis zum 24. Mai 2008 festgelegt. Weiterhin heißt es unter dem Punkt „Auftragsdauer“: „Wird er nicht unter Einhaltung einer Monatsfrist gekündigt, verlängert er sich stillschweigend jeweils um ein Vierteljahr.“

Unter dem Punkt „Aufwendungsersatz“ ist Folgendes zu finden:
„Es gilt als vereinbart, dass die Aufwendungen des Maklers vom Auftraggeber gemäß § 652 Absatz 2 BGB dann zu zahlen sind, wenn
a) die Vollmachtserklärung vom Vertreter bestritten wird
(das bezieht sich auf den Punkt „Vollmachtserklärung“: „Der Auftraggeber erklärt, zur Erteilung dieses Auftrages bevollmächtigt zu sein“)
b) der Auftraggeber seine Verkaufsabsichten während der Laufzeit des Alleinauftrages aufgibt.
Der Aufwendungsersatz wird mit EUR 500 zzgl. Mehrwertsteuer vereinbart.


Ich möchte nun diesen Vertrag zum nächstmöglichen Termin kündigen, da ich mit der Leistung des Maklers in keiner Weise zufrieden bin. Außer ein paar im regionalen Anzeigenmarkt bzw. im Internet (wenig aussagekräftigen) geschalteten Inseraten ist nicht viel passiert. Ein Verkaufsschild wurde auch nur auf hartnäckiges Nachfragen meinerseits aufgestellt (für ca. 4 Wochen – dann benötigte der Makler das Schild angeblich anderweitig).

Bis heute haben fünf Interessenten die Immobilie besichtigt. Ein Feedback, warum die Interessenten „abgesprungen“ sind, habe ich in zwei Fällen ebenfalls nur durch hartnäckiges Hinterhertelefonieren erhalten - ansonsten herrscht Funkstille. Weiterhin wurden auch schon mal Besichtigungstermine wenige Stunden vorher abgesagt, bzw. der Makler war – aus welchen Gründen auch immer – nicht anwesend und schrieb stattdessen eine SMS mit dem Namen der Interessenten.

Die Verkaufsabsichten für die Immobilie habe ich in keiner Weise aufgegeben, ich möchte einfach nur den Makler wechseln da ich wirklich an der Kompetenz/dem Interesse dieses Maklers zweifle und nicht den Eindruck habe, dass er diese Immobilie wirklich verkaufen kann.

Gibt es eine Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen und den Aufwendungsersatz zu umgehen? Bin ich tatsächlich verpflichtet, diesen Betrag für eine m. E. mangelhafte Dienstleistung zu zahlen?
Ist mit „Laufzeit des Alleinauftrages“ eigentlich die gesamte oder nur die ursprünglich vereinbarte Laufzeit gemeint?
Für eine erste Rechtseinschätzung schon mal vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn Sie von Ihrer vertraglichen Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen, bedeutet dies nicht zugleich, dass Sie damit Ihre Verkaufsabsichten aufgeben.

Somit schadet es nicht, wenn Sie die ordentliche Kündigung erklären. Gründe hierfür brauchen Sie nicht angeben. Sie können aber durchaus rein vorsorglich klarstellen, dass Sie aus den hier genannten Gründen nicht zufrieden mit der Leistung des Maklers sind.

Denn gemäß § 652 Abs. 2 BGB kann ein Aufwendungsersatz nur verlangt werden, wenn (und soweit) dies vereinbart ist. Eine Aufgabe der Verkaufsabsichten ist jedoch ebenso wenig ersichtlich wie das Bestreiten einer etwaigen Vollmachtserklärung. Schon deshalb kann der pauschalierte Aufwendungsersatz von € 500 hier nicht zum Tragen kommen.

Der Makler kann daher nur seine tatsächlichen Aufwendungen berechnen, aber dies auch nur wenn es vereinbart ist.

Im Übrigen ist mit der Laufzeit die tatsächliche, nicht nur die ursprüngliche Laufzeit gemeint.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen hinreichend und verständlich beantworten. Ansonsten können Sie sich gerne über die Nachfragefunktion erneut an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69096 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Anwälte können nur dann richtige Aussagen treffen wenn die Frage auch richtig formuliert war. Dies musste ich nachholen und war mein Fehler. Herr Richter hatte sich dann erneut die Mühe gemacht und erneut umfangreich recherchiert. Ich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde zur vollsten Zufriedenheit beantwortet. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER