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Kündigung. Hätte Klage Aussicht auf Erfolg?

| 13.02.2009 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


09:45

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe zwar selbst schon einen Anwalt konsultiert, möchte mir aber noch gerne eine zweite Meinung einholen.

Ich bin in einem Unternehmen mit über 600 Mitarbeitern seit dem 01.07.2007 beschäftigt, vorher war ich vom 02.08.2006-31.06.2007 im gleichen Unternehmen über eine Zeitarbeitsfirma angestellt, was aber für meinen Fall nicht relevant ist.

Ich hatte das Pech im Jahr 2008 zwei Unfälle zu haben. Der erste Unfall war ein Arbeitsunfall (ich bin bei Glatteis auf dem Firmengelände ausgerutscht und hatte ziemlich üble Prellungen). Natürlich wurde ich krankgeschrieben, hatte den Arm in der Schlinge. Im August hatte ich dann einen Unfall in meiner Freizeit, bekam Beschwerden, wurde falsch behandelt (z.B. falsches Medikament, dann Krampfanfall und 2 Tage Klinik). Ich rannte von Arzt zu Arzt, doch keiner konnte mir sagen was ich habe bzw. jeder hatte eine andere Meinung. Nur immer wieder wurde ich krankgeschrieben.

Im November wurden meine Beschwerden so schlimm, dass ich gar nicht mehr konnte. Inzwischen war auch meine Psyche so angeschlagen, dass ich mit teilweise schweren Depressionen zu kämpfen hatte. Es folgte logischerweise eine längere, fast 7 Wochen dauernde, Arbeitsunfähigkeit.

Inzwischen hatte man rausgefunden, was ich hatte und es wurde mit den richtigen Medikamenten und mit Physiotherapie behoben. Gegen die Depressionen bekomme ich Medikamente und Momentan habe ich das einigermaßen und solala im Griff.

Kurz nach meiner Rückkehr an meinen Arbeitsplatz wurde ich zu einem Gespräch mit der Personalabteilung gerufen. Dort wurden mir alle Krankheitstage vorgelesen und Fragen gestellt, warum und mit was ich an den einzelnen Tagen krank war. Schließlich sagte man mir, dass man sich entschlossen hat, sich von mir zu trennen. Kulanterweise habe ich bis Ende Mai Zeit, mir selbst etwas zu suchen. Unser Betriebsrat, der auf meinen Wunsch bei diesem Gespräch dabei war, war fassungslos. Auch sicherte man mir ein Zwischenzeugnis zu, das ich auch 3,5 Wochen nach dem Gespräch noch nicht habe.

Ich gehe jetzt war jeden Tag in die Firma, merke aber, dass mir nach und nach alle Arbeiten entzogen werden und es ist ja ohnehin schon wenig. Kollegen mit denen ich früher ein sehr gutes Verhältnis hatte, sprechen kaum noch oder nur noch das Nötigste mit mir. Meistens sitze ich vor dem Bildschirm und habe gar nichts zu tun. Unser Betriebsrat vermutet, dass ich so mürbe gemacht werden soll, damit ich eher gehe.

Jetzt zu meinen eigentlichen Fragen:

Hätte eine Kündigungsschutzklage, wenn ich nicht mehr krank werde, Aussicht auf Erfolg?
Außerdem habe ziemliche viele Minusstunden, die ich aufgrund fehlender Arbeit auch nicht reinarbeiten kann (habe mich letztes Jahr auch mehrmals über Arbeitsmangel bei meinem Vorgesetzten beklagt). Kann man mir da am Ende etwas vom Gehalt abziehen?
Würde ich vom Arbeitsamt eine Sperre bekommen, wenn ich selbst kündige? Denn für mich ist dieser Zustand im Moment fast unerträglich und da ich ohnehin psychisch labil bin, weiß ich nicht, wie lange dieser Zustand ohne Nervenzusammenbruch noch geht.

Für eine rasche Antwort, wäre ich dankbar.

13.02.2009 | 09:21

Antwort

von


(2308)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
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Sehr geehrter Ratsuchender,


die Kündigungsschutzklage hätte nach Ihren Angaben wahrscheinlich Aussicht auf Erfolg.

Zwar berechtigen auch längere krankheitsbedingte Fehlzeiten zur Kündigung, allerdings müsste dann absehbar sein, dass mit einer Heilung nicht in naher Zukunft zu rechnen ist. Und genau daran wird es nach Ihren Angaben fehlen, da die Krankheit offensichtlich wirksam bekämpft worden ist.

"Wahrscheinlich" muss ich deshalb einfügen, da Sie insoweit ausführen, dass nach dem Heilungsverlauf die Situation "einigermaßen" und "solala" sei. Es müsste aber deutlich werden, dass mit weiteren Ausfallzeiten aufgrund der Krankeit nicht mehr zu rechnen ist. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Sie selbst mit einem situationsbedingten Zusammenbruch rechnen. Das gilt natürlich zu vermeiden, wobei Sie auch unbedingt mit dem Betriebsrat über diese Art des Mobbings sprechen sollten. Denn der Arbeitgeber hat dieses zu unterbinden.


Die Minusstunden können vom Gehalt abgezogen werden. Nur bei einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung oder Betriebsvereinbarung könnte das ausgeschlossen sein. Allerdings sollten Sie insoweit schriftlich festhalten, dass Ihnen der Abbau der Minusstunden nicht möglich ist, so dass Sie dann ggfs. noch eine gewisse Chance hätten, den Abzug zu vermeiden. Dazu sind aber nähere Angaben erforderlich, wie genau die Regelung im Betreib getroffen worden ist und wie üblicherweise mit dem Abbau verfahren wird.


Bei einer Eigenkündigung können Sie eine Sperrzeit eigentlich nur dann vermeiden, wenn Sie deutlich machen können, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen kündigen müssten. Dazu sollten Sie eine ärztliche Begutachtung vorlegen können, so dass Sie dann die Sperrzeit vermeiden können.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle






Rückfrage vom Fragesteller 13.02.2009 | 09:34

Erst einmal vielen, herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Das deckt sich mit dem, was einer Ihrer Kollegen zu mir gesagt hat.

Dennoch möchte ich noch eine abschließende Frage stellen.

Der Betriebsrat weiß von diesen Vorfällen. Will aber nichts unternehmen, da diese Art von Mobbing von höherer Ebene ausgeht (allerdings ist nicht bekannt, von wem direkt). Ich selbst habe Angs mich an Jemanden im Unternehmen zu wenden, da ich nicht richtig weiß an wen. Am Ende erwische ich gerade die Person, von der es ausgeht.

Hätte es Sinn, Beweise zu sammeln und damit (also Unterbindung des Mobbings) einen Anwalt zu beauftragen?

Vor allem möchte ich auch allen Anderen im Unternehmen zeigen, dass man sich nicht unterdrücken lassen braucht.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.02.2009 | 09:45

Sehr geehrter Ratsuchender,


sicherlich nacht es Sinn, Beweise zu sammeln und dann einen Anwalt zu beauftragen. Nicht nur in Hinblick auf eie mögliche Kündigungsschutzklage ist dieses wichtig; auch könnten, je nach Intensität des Mobbings, Schadensersatzansprüche gegen den Arbeitgeber bestehen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 13.02.2009 | 09:44

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