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Kündigung Fitnesscenter wirklich außerordentlich?


27.07.2007 15:26 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Im Dezember 2006 habe ich einen 12-Monatsvertrag in einem Fitnesscenter abgeschlossen. Zusätzlich zum Standard-Vertrag wurde auf meinen Wunsch eine Sonderklausel vereinbart, die mich bei dauerhafter Sportunfähigkeit zu einer Kündigung zum Monatsende berechtigt. Im Vertrag wurde dies mit folgendem Wortlaut vereinbart:

"Sonderkündigungsrecht zum nächten Monatsende bei Vorlage eines Attests mit bescheinigter dauerhafter Sportunfähigkeit".

Im Juni 2007 erteilte mir mein behandelnder Arzt tatsächlich ein dauerhaftes Sportverbot. Ich kündigte daraufhin meinen Vertrag mit Verweis auf die Zusatzvereinbarung zum nächsten Monatsende. Das beigelegte Attest hatte folgenden Wortlaut:

"Herr X ist dauerhaft sportunfähig, eine Fortführung der Fitneßgymnastik daher nicht möglich."

Das Fitnesscenter widersprach daraufhin meiner Kündigung unter Verweis auf Entscheidungen des AG Grünstadt 1 C 166/03 und LG Frankenthal 2 S 450/03. Lt. diesen Entscheidungen ist eine außerordentliche Kündigung von Fitnessverträgen immer nur dann zulässig, wenn das Mitglied dauerhaft keine Leistungen des Studios mehr in Anspruch nehmen kann.
Aus diesem Grund soll ich den Grund meiner Sportunfähigkeit detailliert darlegen.

Nun zu meinen Fragen:

1. Handelt es sich in meiner Situation wirklich um eine AUßERORDENTLICHE Kündigung, obwohl die Sondervereinbarung getroffen wurde?
2. Muss ich den Betreibern des Fitnesscenters wirklich detailliert Auskunft über meinen Gesundheitszustand erteilen? Warum reicht die Einschätzung meines Arztes nicht aus?
3. Wie sollte ich weiter verfahren?

Vielen Dank für Ihre Antworten.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:

Aus der von Ihnen geschilderten Vereinbarung lässt sich ein Sonderkündigungsrecht ableiten. Hiernach sind Sie bei einer dauerhaft bestehenden Sportunfähigkeit berechtigt, dass Vertragsverhältnis zum nächsten Monatsende außerordentlich zu kündigen.

Die Vorlage eines ärztlichen Attestes ist jedoch nur ausreichend, soweit sich auch hieraus die Gründe für die Sportunfähigkeit ergeben (so auch die Entscheidung des AG Bad Homburg, Az.: 2 C 1744/03).

In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass Ihr Fitnesscenter ein berechtigtes Interesse an der Darlegung der Gründe hat. Nur so besteht für Ihren Vertragspartner die Möglichkeit der Kontrolle. Ein gewisses Maß an Rechtssicherheit muss dem Fitnesscenter auch zugestanden werden.

Demzufolge ist Ihr Attest nicht ausreichend, um die Sportunfähigkeit glaubhaft darzulegen. In der Regel sollte es jedoch genügen, wenn Sie dem Studio Ihr Krankheitsbild kurz schildern.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Gerne bin ich bereit, diese Aufgabe für Sie zu übernehmen. Hierfür bin ich jederzeit für Sie telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Mit freundlichen Grüßen
Philipp Achilles
Rechtsanwalt
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Gisselberger Straße 31
35037 Marburg
Telefon: 06421 - 167129
Fax: 06421 - 167132
achilles@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
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