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Kündigung Fitness Studio aus länger zurück liegenden Vertrag

14.01.2022 13:59 |
Preis: 30,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe meine Mitgliedschaft im Fitness Studio, heute 14.01.2022 zum nächstmöglichen Termin ordentlich gekündigt.
Diese Mitgliedschaft habe ich am 24.08.2015 begonnen.
Im folgenden habe ich die Antwort des Betreibers hier eingefügt. Muss ich diese Reaktion auf meine Kündigung so hinnehmen ?

Der Geschäftsführer hat auf meine Kündigung folgendermaßen geantwortet :

Hallo XXX.

" Das reguläre Ende deiner Mitgliedschaft wäre der 28.08.2022.

Hier müssen noch die Zeiten der Lockdowns berücksichtigt werden.

Für den ersten Lockdown hatten wir Kompensationen angeboten. Du hattest hierfür die

Nutzung des HydroJet gewählt.
Für den zweiten Lockdown hatten wir insgesamt über 30 Wochen nicht eingezogen und die
Verschiebung des Leistungszeitraumes angekündigt. Dies waren insgesamt 30 Wochen.
Hänge ich diese 30 Wochen nun an den 28.08.2022 an, so komme ich auf den 26.03.2023 zu
dem deine Mitgliedschaft dann endet.

Du bezahlst durch diese Verschiebung nicht mehr Beiträge als vereinbart. Sie werden nur
Zeitversetzt entrichtet.

Für Rückfragen stehe ich dir gerne zur Verfügung.
Viele Grüße"

14.01.2022 | 14:29

Antwort

von


(6)
Tacitusstraße 1a
50968 Köln
Tel: 0221-35081897
Web: http://www.rechtsanwalt-mueller-koeln.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Fitnessstudio kann für die Zeiträume, in denen das Studio geschlossen ist, keine Beiträge einziehen, §§ 275 I, 326 I BGB.

Die vom Studio beabsichtigte Vertragsverlängerung aufgrund der behördlichen Schließungsanordnungen ist nur möglich, wenn diese vereinbart wurde. Das Fitnessstudio kann diese Verlängerung nicht einseitig herbeiführen. Sofern Sie also der Vertragsverlängerung für den zweiten Lockdown nicht ausdrücklich zugestimmt haben oder dies nicht ausdrücklich in den AGB des Fitnessstudios, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses galten (dies ist unwahrscheinlich), geregelt war, kann das Fitnessstudio den Zeitraum nicht einfach hinten anhängen.

Die pauschale Rechtsauffassung des Fitnessstudios, der Vertrag verlängere sich durch die Lockdown-Zeiten automatisch, ist nicht richtig. Zwar hat das Amtsgericht Torgau entschieden, dass ein Fitnessstudiobetreiber für die Zeiträume der behördlich angeordneten Schließung einen Anspruch auf Verlängerung der ursprünglich vereinbarten Vertragslaufzeit hat, weil die Parteien im dortigen Fall

1. eine ausdrückliche, separate Vereinbarung über die Stilllegung des Vertrages für einen Zeitraum von 3 Monaten (Ruhezeit) und die spätere Verlängerung getroffen haben und

2. die Möglichkeit einer solchen Vereinbarung und deren Rechtsfolgen (Beitragsfreistellung während der Ruhezeit und spätere Verlängerung der Laufzeit) in den Teilnahmebedingungen ausdrücklich geregelt waren (vgl. AG Torgau, Urteil vom 20.08.2020, Aktenzeichen 2 C 382/19, Seiten 2 und 3).

Beides ist aber nach Ihrer Schilderung nicht der Fall.

Die einseitige Auferlegung einer Vertragsverlängerung findet entgegen der Ansicht des Studios weder im Gesetz noch in der Rechtsprechung eine Stütze. Sie kann allenfalls im Einvernehmen mit dem Kunden erfolgen.

Sie sollten das Fitnessstudio bitten, Ihnen schriftlich zu bestätigen, dass die Mitgliedschaft definitiv zum 28.08.2022 (Dieses Datum können wir ohne den Mitgliedsvertrag nicht überprüfen) ihr Ende findet und Beiträge lediglich für die Zeiträume berechnet werden, in denen auch Trainingsbetrieb stattfinden kann sowie dass eine einseitige Verlängerung nicht stattfindet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weitere Unterstützung benötigen kontaktieren Sie gerne unsere Kanzlei, die sich bundesweit auf solche Mitgliedschaftsangelegenheiten spezialisiert hat.

Bitte vergessen Sie nicht, unsere Beratung zu bewerten!

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mag. iur. Timo Müller, Wirtschaftsjurist

ANTWORT VON

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