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Kündigung Fitneßstudiovertrag


16.09.2005 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von



Guten Tag
Ich bin seit Mai 2003 Mitglied in einem deutschlandweit agierenden Fitneßstudios. Im März diesen Jahres erlitt ich einen Skiunfall, der eine OP am Knie und eine ca. 4 monatige Reha nach sich zog. Da ich schon seit März und bis auf weiteres nicht mehr trainieren konnte, habe ich Anfang Mai unter Vorlage eines fachärztlichen Attestes und Mitteilung der Umstände die außerordentliche Kündigung eingereicht und die Einzugsermächtigung widerrufen. Das Studio forderte daraufhin ein detailliertes Attest, worin die Umstände, welche zur Gesundheitsbeeinträchtigung geführt haben, die dadurch entstandenen Folgen sowie eine begründete Diagnose inhaltlich und zeitlich dargestellt sein sollten, was mein Arzt mit dem Hinweis auf die Schweigepflicht und sein Urteil als Fachartz ablehnte. Daraufhin hab ich das dem Studio mitgeteilt und nochmals ausführlich dargestellt, was passiert ist, daß ich bereits seit 11 Wochen krankgeschrieben bin, zur Zeit in der Reha bin und noch geraume Zeit beim Gehen stark beieinträchtigt sein würde usw. usw.
Daraufhin wurde nochmals die sofortige außerordentliche Kündigung abgelehnt, aber gern die Kündigung zum April 2006 bestätigt. Weiterhin wurde mir mitgeteilt, daß ich zu dem monatlichen Beitrag von 69,00 € noch eine Gebühr von 4,60 € jeden Monat zusätzlich bezahlen müßte, daß ich außerhalb des Lastschrifteinzuges zahlen würde. Die Mitgliedsvereinbarung, auf die man sich beruft, liegt mir leider nicht vor. Erst hier hab ich bemerkt, daß ich gar keinen schriftlichen Vertrag besitze. Dann kamen die üblichen Mahnungen, auf die ich dann nochmals mit dem Hinweis auf die außerordentlich Kündigung und die inzwischen aufgrund der langen Krankheit erfolgte berufliche Kündigung reagiert habe. Hier erfolgte der Hinweis, daß finanzielle Engpässe und Arbeitslosigkeit auch kein Kündigungsgrund seien. Nun hab ich Hausverbot und der gesamte Beitrag bis zum Vertragsende im April nächsten Jahres wird durch ein Inkassounternehmen geltend gemacht, da er nun schon jetzt und insgesamt fällig sei. Alles in allem sind es jetzt bereits fast 1.000,00 €. Lohnt sich hier ein Prozeß, der ja gegebenenfalls noch die Gerichtskosten und 2 x Anwaltsgebühren zusätzlich kosten würde?
Bereits hier vielen Dank für Ihren Rat.
Mit freundlichen Grüßen
16.09.2005 | 11:30

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

für Ihre Anfrage bedanke ich mich recht herzlich und möchte Sie sogleich unter Berücksichtigung der mir von Ihnen mitgeteilten Informationen summarisch (s. Hilfe-Button) beantworten.

1.
Eine außerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrages ist dann möglich, wenn eine Vertragsfortsetzung – bis zum Ende der vertraglichen Laufzeit – unzumutbar ist. Zur Klärung dieser Frage ist eine umfassende Abwägung aller Umstände des Einzelfalls notwendig. Soweit die Grundsätze. Die obergerichtliche Rechtsprechung ist insoweit völlig uneinheitlich und immer in der Würdigung einzelfallbezogen.

Wenn sich allerdings aus dem Attest ergibt, dass Sie wegen der Verletzungen oder einer längeren, ernsthaften Erkrankungen kein Trainingsangebot nutzen können, greift Ihre Kündigung. Ohne genaue Kenntnis der Umstände ist es schwierig zu beurteilen, ob die außerordentliche Kündigung hier im Endeffekt ausnahmsweise nicht durchgreift. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie angemessene Alternativangebote des Studios annehmen können (die ihnen auch angeboten werden müssen) oder die Erkrankung nur kurzzeitig ist (was mir nach Ihrem Vortrag nicht der Fall zu sein scheint). Jedenfalls dürfen AGB´s (soweit bei Ihnen überhaupt einbezogen) dieses Recht nicht ausschließen.

Weiterhin muss das Studio die von Ihnen ausgesprochene Kündigung auf Verlangen nicht ohne Begründung akzeptieren. Die haben Sie aber laut Ihrer Darstellung (beweisbar?) gegeben. Ich gebe aber zu bedenken, dass, auch wenn der Arzt eine entsprechende Schweigepflicht hat, Sie ihn davon entbinden können. Aber eine Verpflichtung außergerichtlich entspringt daraus nicht. Weder aus der Begründungspflicht noch unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben ergibt sich eine Beweispflicht, da Sie ja dezidiert die Erkrankungen (beweisbar?) geschildert haben und diese auch erkennbar sein dürfte.

Wenn letztlich an der Wahrheit Ihrer Schilderungen Zweifel bestehen bleiben, darf die Gegenseite schließlich klagen. Wenn das Gutachten ergibt, dass ein Training überhaupt nicht möglich ist, wird eine Klage der Gegenseite scheitern. Einen Anspruch auf Vorlage von Beweisen hat das Studio per se allerdings nicht. Von daher würde ich einer entsprechenden Klage mit Gelassenheit entgegen sehen.

2.
Wenn Sie kein schriftliches Vertragswerk haben, dürfte der Aufschlag wegen mangelnder Lastschrift mit Ihnen nicht wirksam vereinbart worden sein und ist daher auch nicht geschuldet. Das Bestreiten des gesamten Vertrages dürfte so aber schwierig sein, da das Studio sicherlich einige Zeugen aufbieten kann für den Vertragsschluss und obendrein eine entsprechende Einlassung auch betrügerisch wäre.

3.
Fazit: Besprechen Sie sich noch einmal mit Ihren Arzt bzgl. der Frage, ob die Verletzungen attestierbar ein weiteres Training ausschließen. Ist dies der Fall, dann entbinden Sie ihn zur Sicherheit von der Schweigepflicht und reichen das Attest (zur Beruhigung der Situation) an das Studio. Letztlich sollten Sie auch erwägen, einen Anwalt Ihres Vertrauens mit der abschließenden Beurteilung Ihres Falles zu betrauen. Dies kann dieses Forum (s. Hilfe-Button) nicht ersetzen!

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine hilfreiche, erste Orientierung gegeben zu haben. Gerne stehe ich auch für die weitere Vertretung zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-

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