Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigung: Arbeitnehmerin in 1 Jahr, etwa 6 Wochen krank. Kündigung unproblematisch?

27. März 2022 20:21 |
Preis: 50,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich bin Unternehmer im Tech-Bereich.

Eine Mitarbeiterin ist seit 1 Jahr angestellt. Keine Probezeit mehr.

Sie ist langsam, etwas umständlich, aber das Kompliziertere ist, dass sie laufend erkrankt. In 12 Monaten wurden sie 6 Wochen krank. Daneben nahm sie 2-3 Wochen Kinderkrankheitstage. Das heißt, zusätzlich zu den Urlaubstagen, gehört sie in meinem Unternehmen zu den schwierigsten und unproduktivsten Mitarbeitern. Entsprechend denke ich über ihre Kündigung nach.

Wäre ihre ordentliche Kündigung unproblematisch? Kündigungsfrist beachten?

Oder gelten besondere Auflagen für Mitarbeiter, die oft erkranken, oder die während der Coronakrise so viele Kinderkrankheitstage in Anspruch nehmen? Übersehe ich etwas?

Mit freundlichen Grüßen

27. März 2022 | 21:45

Antwort

von


(474)
August-Bebel-Str. 13
33602 Bielefeld
Tel: 0521/9 67 47 40
Web: http://www.kanzlei-alpers.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie gem. § 23 KSchG regelmäßig mehr als 10 (Vollzeit-)Arbeitnehmer bei Ihnen beschäftigt sind, da Sie ansonsten mangels Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes keinen Kündigungsgrund benötigen.

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nicht wegen der krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Vergangenheit möglich, sondern wegen einer negativen Gesundheitsprognose für die Zukunft ( wofür natürlich die Vergangenheit für die Bewertung herangezogen wird). Deshalb ist gerade bei Kurzerkrankungen, die ggf. auch noch unterschiedliche Ursachen haben, regelmäßig sehr problematisch. Nach der Rechtsprechung kommt eine Kündigung wegen Kurzerkrankungen regelmäßig auch erst in Betracht, wenn die krankheitsbedingten Fehlzeiten jährlich - und dies in der Regel über einen Zeitraum von 2-3 Jahren - 6 Wochen pro Jahr überschreiten. Nach nur einem Jahr Beschäftigungsdauer wird es schwierig, eine Kündigung durchzusetzen. Wenn die Fehlzeiten nach 2 bzw. 3 Jahren die 6 Wochen überschreiten, können die Voraussetzungen erfüllt sein, wenn auch die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigt sind. Allerdings ist (meist in Unkenntnis der einzelnen Krankeiten) nicht ausgeschlossen, dass die Arbeitnehmerin die negative Prognose im Prozess widerlegt, weil es sich z.B. um völlig unterschiedliche Erkrankungen handelte und bei diesen entsprechende Fehlzeiten in der Zukunft nicht zu erwarten sind.

Im Übrigen müssen Sie regelmäßig vor einer Kündigung auch bei Kurzerkrankungen ein betriebliches Eingliederungsmanagment (BEM) gem. § 167 SGB IX als milderes Mittel zu einer Kündigung durchgeführt haben, da sonst eine Interessenabwägung im Prozess zu Ihren Lasten ausfallen dürfte.

Wie Sie an den vorstehenden Ausführungen festgestellt haben dürften, ist die (wirksame) Kündigung wegen Kurzerkrankungen ein komplexes Thema, wobei es jeweils auf den konkreten Einzelfall ankommt. Nach Ihrer Schilderung dürfte jedenfalls derzeit eine Kündigung verfrüht sein. Vor Ausspruch einer solchen Kündigung sollten Sie sich jedenfalls im Einzelfall vollständig beraten lassen, um dann nicht im Prozess ein böses Erwachen zu erleben. Ggf. kann es auch zu erwägen sein, mit der Arbeitnehmerin über einen Aufhebungsvertrag zu verhandeln.

Wenn Sie Zweifel an den Erkrankungen haben, z.B. weil die Arbeitnehmerin auffällig häufig arbeitsunfähig ist, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit häufig auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Häufigkeit der von ihm ausgestellten Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit auffällig geworden ist, vgl. § 275 Abs. 1a SGB V, ist z.B. auch an die Einschaltung des medizinischen Dienstes der Krankenkasse zu erwägen, damit dieser das tatsächliche Vorliegen einer Erkrankung überprüft.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort einen ersten Überblick vermitteln. Es dürfte deutlich geworden sein, dass eine Kündigung keinesfalls unproblematisch ist

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers

ANTWORT VON

(474)

August-Bebel-Str. 13
33602 Bielefeld
Tel: 0521/9 67 47 40
Web: http://www.kanzlei-alpers.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehrsrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 96535 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre Antworten, die mir sehr weiter helfen und mich auch beruhigen. Ich kann Ihre Beratung uneingeschränkt empfehlen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Aussagekräftige Antwort, Nachfragen entsprechend ebenfalls beantwortet. Sehr zufrieden mit den Antworten. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die rechtliche Beratung. ...
FRAGESTELLER